- 27.10.2006, 11:20:47
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Millionen Überstunden werden nicht bezahlt: AK fordert weniger Überstundenarbeit und korrekte Entlohnung!
Linz (OTS) - Derzeit leisten in Österreich 756.000 Beschäftigte
regelmäßig Überstunden, und zwar durchschnittlich 9,1 pro Woche. Laut
Statistik Austria erhalten aber nur 60 Prozent der Männer und 50
Prozent der Frauen auch alle Überstunden bezahlt! "Überstunden müssen
korrekt abgerechnet oder zumindest durch adäquaten Zeitausgleich
abgegolten werden", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Wir
fordern außerdem eine generelle Reduktion der Überstundenarbeit!"
Die Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat sind eindeutig: Die
durchschnittliche Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten in Österreich
liegt infolge der Überstunden bei 42,4 Stunden. Die
Österreicher/-innen arbeiten damit europaweit am längsten.
Die Gesamtzahl der Überstunden macht knapp 6,9 Millionen Stunden
pro Woche aus. Rein rechnerisch entspricht das einem
Arbeitskräftepotential von mehr als 170.000 Vollzeitbeschäftigten.
Die hohe Überstundenzahl führt bei vielen Beschäftigten zu
gesundheitlichen Problemen, trägt aber auch zur hohen
Arbeitslosigkeit bei. Schon seit Jahren wird rund ein Fünftel aller
geleisteten Überstunden weder finanziell noch durch Zeitausgleich
abgegolten.
"Das Ausmaß der Überstundenarbeit muss deutlich gesenkt werden!"
verlangt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Unser aktueller
Arbeitsklimaindex beweist, dass die Vollzeitbeschäftigten weniger
Überstunden leisten wollen." In Skandinavien haben die moderaten
Arbeitszeiten niedrige Arbeitslosigkeit und hohe Beschäftigung
gefördert. Außerdem gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen
solchen Arbeitszeiten und der Gesundheit der Arbeitnehmer/-innen.
"Und selbstverständlich muss durchgesetzt werden, dass jede
geleistete Überstunde rechtskonform bezahlt wird", betont der
AK-Präsident. "Es ließe sich ja auch kein Unternehmer um Geld
bringen, das ihm zusteht."
Um das Ziel der korrekten Überstundenentlohnung zu erreichen,
fordert die AK neue gesetzliche Regelungen: "All-inclusive-Verträge"
sollen nur mehr erlaubt sein, wenn die Arbeitszeitklausel völlig
transparent ist, also klar zwischen Entgelt für die Normalarbeitszeit
und Entgelt für die Überstunden unterschieden werden kann. "Außerdem
müssen auch Teilzeitbeschäftigte für ihre Mehrarbeit künftig
Überstundenzuschläge bekommen, weil sonst bloß Stunden umgeschichtet
werden", erklärt Dr. Kalliauer.
Kontakt: Dr.in Sabine Naderer, Tel. 050/6906-2178
E-Mail: [email protected]
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:[email protected]
http://www.arbeiterkammer.com
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