- 13.10.2006, 10:19:25
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Greenpeace: UniCredit-Gruppe muss Finanzierung von Atomkraft beenden
Investitionen in Atomkraft widersprechen Nachhaltigkeitslinie der UniCredit
Wien/Sofia (OTS) - Besorgte Bürger und Organisationen in 23
Ländern nehmen den heutigen "Freitag, den 13." zum Anlass, gegen die
Finanzierung des bulgarischen Atomkraftwerkes Belene durch die
UniCredit-Gruppe zu protestieren. In Österreich richtet sich der
Protest gegen die BA-CA, ein UniCredit-Tochterunternehmen.
"Investitionen in Atomkraft widersprechen dem von der Bankengruppen
selbst postulierten Nachhaltigkeits-Engagement. Bedenklich ist auch,
dass das AKW in einer Region gebaut werden soll, die häufig von
Erdbeben heimgesucht wird", kritisiert Jan Haverkamp,
Greenpeace-Atomexperte. UniCredit ist in beide Bietergemeinschaften
für Belene involviert. Zum einen über die deutsche Tochter Hypo
Vereinsbank (HVB), zum anderen über die tschechische Zivnostenska
Banka.
Die Pläne für das AKW Belene stammen noch aus der kommunistischen
Ära, wurden jedoch 1992 aufgrund umwelttechnischer und finanzieller
Bedenken ad acta gelegt. 2003 nahm die bulgarische Regierung das
Projekt wieder auf, um als Stromexporteur auf dem Energiemarkt des
südlichen Balkans mitzumischen.
Der projektierte Bauplatz für das Kraftwerk liegt in einer
Erdbebenzone, nur 14 km entfernt kamen 1977 bei einem Erdbeben mehr
als 200 Menschen ums Leben. Darüber hinaus gab es bei der Planung des
Projektes offenbar Manipulationen, so dass sich fünf von ursprünglich
sieben Bieterkonsortien bereits frühzeitig wieder aus dem Projekt
zurückgezogen haben. Das Umweltverträglichkeitsverfahren ist seit
nahezu eineinhalb Jahren bei Gericht anhängig.
Im März dieses Jahres kam es zu einem schweren Zwischenfall im
bulgarischen Atomkraftwerk Kosloduj, der von den bulgarischen
Behörden über zwei Monate lang geheim gehalten wurde - ein
1000MW-Block musste abgeschaltet werden. Eine der beiden zur Debatte
stehenden Reaktorkonstruktionen würde in den
UniCredit/HVB-Heimatländer Italien und Deutschland niemals die
Bewilligung bekommen, ans Netz zu gehen. Die zweite in Frage kommende
Konstruktionsvariante wurde bisher in Europa noch nirgendwo
zugelassen.
Bevor HVB und Bank Austria von der italienischen UniCredit aufgekauft
wurden, war aufgrund der Unternehmensgrundsätze beiden Banken ein
Engagement in Atomkraft untersagt. Beide Banken haben auch die so
genannten "Equator Principles" unterzeichnet, die zu nachhaltigem
Verhalten verpflichten.
"Wir fordern die UniCredit Gruppe auf, ihre Versprechungen
hinsichtlich Nachhaltigkeit einzulösen und in Bulgarien in
erneuerbare Energien und Energieeffizienz anstatt Atomkraft zu
investieren. Nur so kann Bulgarien sich einer sicheren und
nachhaltigen Energieversorgung für die nächsten 50 Jahre und darüber
hinaus erfreuen. UniCredit soll sein Engagement für das AKW Belene
umgehend beenden", schließt Haverkamp.
Rückfragehinweis:
Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
Jan Haverkamp, Greenpeace-Atomexperte, +42-603569243, [email protected]
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