ARBÖ: Schulkinder klagen über zu kurze Grünphasen bei Fußgängerampeln

ARBÖ-Malwettbewerb "Was mich am Schulweg nervt" zeigt: Schüler sind verunsichert

Wien (OTS) - "Also mich nervt total, dass die Ampel nur ganz kurz grün ist", beklagt sich der achtjährige Fabian. Auf seinem Weg zur Schule im 3. Bezirk muss er den Rennweg bei der Kreuzung Kleistgasse überqueren. "Das is' urblöd, weil es schon wieder rot wird, wenn ich in der Mitte der Straße bin und die Autos, die einbiegen, rasen daher und hupen."

Fabian ist einer von vielen Gewinnern einer Mal- und Schreibaktion, die der ARBÖ zu Schulbeginn ins Leben gerufen hat. Der ARBÖ wollte von Pflichtschülern und Schülerinnen wissen, was sie am Schulweg nervt, aber auch was ihnen gefällt. Warum sie sich manchmal nicht ganz sicher oder wohl fühlen und was sie ändern oder verbessern möchten.

Bei den zahlreichen Einsendungen zeigte sich ein besonders großes Problem, das gleich mehrere Kinder belastet: viel zu kurze Grünphasen bei den Fußgänger-Ampeln.

So schrieb zum Beispiel auch die 7jährige Marcella dem ARBÖ: "Ich soll ja nicht bei ROT über die Straße gehen, sagen meine Eltern und die Frau Lehrerin fast jeden Tag. Wenn jemand anderer bei ROT über die Straße geht, dann schimpft meine Mama immer und sagt, der ist dumm und unvorsichtig!"

Auch Marcella muss in Floridsdorf (Am Spitz/Floridsdorfer Hauptstraße, vor Gerngross-Passage) eine Straße überqueren, wo die Grünphase der Fußgängerampel viel zu kurz geschalten ist, so dass es für sie unmöglich ist die gegenüberliegende Seite noch bei grün zu erreichen. Das verunsichert die junge Dame natürlich. "Ich lauf dann immer ganz schnell über die Straße, damit niemand mit mir schimpft. Ich bin ja gar nicht dumm oder unvorsichtig, weil ich kann gar nix dafür."

Mitte der Woche überreichte der Vizepräsident des ARBÖ-Wien, Fritz Beidler, die ersten Preise an die Wettbewerbsteilnehmerinnen des Horts in Wien 3., Eslarngasse 23. Er versicherte den Kindern bei der Preisübergabe, dass sich der ARBÖ-Wien so schnell wie möglich dafür einsetzen wird, dass die Grünphase der beschriebenen Kreuzungen für die Fußgänger verlängert wird.

"Ich fürcht' mich auch oft vor den Autos, weil die alle so schnell daher rasen", gesteht ihm die sechsjährige Natascha. Die schaun ja gar nicht und bleiben auch fast nie stehn. Ich wart halt dann immer, bis endlich keines mehr kommt und dann lauf ich schnell los".

"Der Schulweg darf für Kinder kein lebensgefährlicher Spießrutenlauf sein und muss unbedingt sicherer werden", so der ARBÖ-Appell an alle Autofahrer. "In Schulnähe ist defensive Fahrweise angesagt. Weg vom Gas und bremsbereit fahren muss die Devise sein, da sich Kids oft unberechenbar verhalten und für Kinder generell Vorrang gilt, auch abseits der Zebrastreifen", betonte Beidler.

Anlass für die Schul-Aktion des ARBÖ war die Tatsache, dass allein im ersten Halbjahr 2006 1118 Kinder verunfallt sind, davon 486 als Fußgänger.

"Diese erschütternden Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, ein umfassendes Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit am Schulweg zusammenzustellen und umzusetzen", betonte der Vizepräsident des ARBÖ-Wien.

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