• 05.10.2006, 11:08:39
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Bundeskriminalamt warnt vor neuen Phishingattacken

Internetbetrüger verfolgen neue Strategien

Wien (OTS) - In den letzten Tagen tauchten in Österreich immer
wieder Mails auf, in denen Schutz vor Internetbetrügern geboten wird.
In den E-Mails wird an Kontoinhaber der Bank Austria Creditanstalt
herangetreten, die aufgefordert werden einem Link zu folgen, um dann
in eine Liste 20 Transaktionsnummern (TANs) einzutragen.

Das Bundeskriminalamt warnt eindringlich davor diese Mails zu
öffnen und den Anweisungen zu folgen. Hinter den Absendern verbergen
sich Betrüger, die es auf die Konten der Adressaten abgesehen haben.
Die Form der Mails ist neu und besonders heimtückisch, weil sie auf
das Sicherheitsbedürfnis von Online-Banking-Anwendern abzielt. Der
Mailtext soll Vertrauen erwecken indem er vermeintliche
Schutzmaßnahmen anbietet. Zudem werden die Kontoinhaber unter Druck
gesetzt. So wird darauf hingewiesen, dass jene Konten, die nicht
innerhalb eines Tages authentifiziert sind, gesperrt werden.

Ist man Opfer eines Phishing-Angriffes geworden, rät das
Bundeskriminalamt unverzüglich das entsprechende Bankinstitut zu
informieren und die Polizei zu verständigen. Das gefälschte Mail
sollte gespeichert und für polizeiliche Ermittlungen bereitgehalten
werden. Weitere Sicherheitsmaßnahmen sollten in Absprache mit ihrem
Bankinstitut getroffen werden.

Es gibt auch eine neue Variante bei der Anwerbung von
"Finanzmananger" in Phishing Betrügereien. Die Aufgabe des
"Finanzmanagers" ist im Regelfall sein Bankkonto für den Empfang von
Geldern, die aus kriminellen Handlungen stammen, zur Verfügung zu
stellen und die Gelder gegen geringe Provisionen in andere Länder
weiter zu leiten. Bis jetzt wurden die Finanzmanager mittels
Spam-Mails gesucht, wobei als Voraussetzungen geringe Kenntnisse im
Bereich des Zahlungsverkehrs und in der Computeranwendung gefordert
wurden. Nun werden Mails verschickt, die dem Empfänger einen geringen
Gewinn (200.- bis 300.- Euro) anlässlich des 10jährigen Jubiläums von
"Euro-Lotterie" ankündigen. Gleichzeitig werden die "Gewinner"
aufgefordert ein Datenblatt auszufüllen, wobei neben persönlichen
Daten wie Namen und Wohnanschrift auch die Handynummer und die
Bankdaten (Kontonummer, Kontoinhaber, Bank und BLZ) erfragt werden.
In der Folge wird ein den Gewinn wesentlich übersteigender Betrag auf
das Konto überwiesen und der "Gewinner" aufgefordert, den Gewinn
übersteigenden Betrag unter Abzug aller Spesen in bar zu beheben und
via Western Union an bestimmte Personen weiter zu transferieren. Die
auf dem Konto des "Gewinners" eingegangenen Beträge stammen aber
tatsächlich von Phishing-Attacken auf Konten von Usern des
Internet-Bankings.

Das Bundeskriminalamt warnt davor solche "Angebote" anzunehmen
bzw. auf solche Gewinnversprechen zu reagieren, da die überwiesenen
Gelder aus kriminellen Geschäften stammen und nur "rein gewaschen"
werden sollen. In solchen Fällen werden selbstverständlich
polizeiliche Ermittlungen gegen alle, die ein solches Angebot
angenommen haben, aufgenommen. Gemäß dem österreichischen Strafrecht
liegt bei solchen Handlungen der Verdacht der Geldwäsche oder der
Beteiligung an einem betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch vor,
Delikte, die mit bis zu zwei oder drei Jahren Gefängnis bestraft
werden können. Außerdem stellen derartige Tätigkeiten Bankgeschäfte
nach dem Bankwesengesetz dar und wären daher konzessionspflichtig,
das heißt, dass zusätzlich noch eine hohe Verwaltungsstrafe verhängt
werden kann.

Rückfragehinweis:
Bundeskriminalamt
Mag. Rudolf Unterköfler
Tel.: 0664/813 19 11

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