• 04.10.2006, 13:45:55
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Gewerbe erwartet bis Jahresende bis zu 3.000 neue Jobs

Gute Stimmungslage der 91.000 Betriebe - Forderung nach einer KMU-freundlichen Politik der neuen Bundesregierung

Wien (PWK656) - Mit deutlich positiven Zahlen wandte sich heute,
Mittwoch, das österreichische Gewerbe und Handwerk an die
Öffentlichkeit: Das Stimmungsbarometer der KMU-Forschung Austria
weist für das 3. Quartal ein Plus von 18,2 Prozent aus. Das ist, so
Georg Toifl, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, die
stärkste Zunahme seit dem Jahr 2000. Der private Konsum springe an,
lediglich bei den öffentlichen Aufträgen liege man nicht im Plan. In
den investitionsgüternahen Branchen ist der durchschnittliche
Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7 % gestiegen.
Ausschlaggebend dafür war sowohl die positive Entwicklung der
privaten Nachfrage (+8,1 %) als auch der öffentlichen Aufträge (+1,8
%).

Laut Toifl liegt der Auftragsstand bei etwa 13 Wochen, was
gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 7 Prozent entspricht. "Wir sind
der wesentliche Jobmotor am österreichischen Arbeitsmarkt. Aufgrund
der guten Zahlen erwarten wir bis Jahresende bis zu 3.000 neue Jobs -
in allen Bereichen des Gewerbes", so der Obmann gemeinsam mit Walter
Bornett, Leiter der KMU-Forschung Austria.

Ein wenig Sorgen bereitet Toifl die Preis- und Ertragsentwicklung
der Betriebe: Auch wenn sich die Preissituation geringfügig um ein
Prozent verbessert habe, sei der Preisdruck weiterhin stark. Deshalb
erwartet sich der Gewerbe-Obmann eine moderate Herbstlohnrunde auf
Grund der schwachen Gewinnsituation der Unternehmen. Auch sei die
Situation heuer anders als in den vergangenen Jahren. Der ÖGB sei in
einer anderen Situation und man habe es mit einer veränderten
politischen Lage zu tun. Zu hinterfragen ist laut Toifl auch die
Benya-Formel, die zur Berechnung neben der Inflation auch die
Produktivität berücksichtigt.

Als Forderungen an eine neue Bundesregierung deponierte das
Gewerbe, dass die gemachten Versprechungen für eine KMU-freundliche
Wirtschaftspolitik "von allen Seiten" auch eingehalten werden
müssten. Zu den Prioritäten zählt, so Toifl, die Abschaffung der
Erbschafts- und Schenkungssteuer, um Betriebsübergaben zu entlasten -
denn die Erbschafts- und Schenkungssteuer sei zu einem "extrem teuren
Vehikel geworden". In den kommenden Jahren stehen allein im Gewerbe
rund 10.000 Unternehmen mit etwa 100.000 Mitarbeitern vor einer
Übergabe. Die Kosten können bis zu 60 Prozent des Unternehmenswertes
betragen. Die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuer würde
auch Arbeitsplätze sichern. So werden bei einer Übergabe im Schnitt 7
Arbeitsplätze übernommen, eine Neugründung hingegen bringe innerhalb
von 2 Jahren lediglich 2 Arbeitsplätze.

Zu den weiteren Forderungen des Gewerbes zählen eine einheitliche
Unternehmensbesteuerung unabhängig von der Rechtsform und die bereits
versprochene Investitionszuwachsprämie. Im Kampf gegen Schwarzarbeit
und Pfusch wünscht sich das Gewerbe die steuerliche Absetzbarkeit von
handwerklichen Leistungen durch Private.

Für das 4. Quartal rechnet Bornett auch weiterhin mit positiven
Zahlen: In den investitionsgüternahen Gewerbe- und Handwerksbranchen
erwarten 18 % der Betriebe (Vorjahr: 15 %) eine positive Entwicklung
im vierten Quartal. 74 % (Vorjahr: 73 %) rechnen mit gleich
bleibenden Auftragseingängen; 8 % (Vorjahr: 12 %) befürchten
Rückgänge. In den konsumnahen Branchen ist der Anteil der Optimisten
von 18 % auf 26 % gestiegen, der Anteil der Pessimisten, die
Umsatzeinbußen im IV. Quartal befürchten, ist von 19 % auf 13 %
zurückgegangen. Unveränderte Umsätze werden von 61 % der Betriebe
prognostiziert (Vorjahr: 63 %).

79 % der Gewerbe- und Handwerksbetriebe werden den
Beschäftigtenstand in den kommenden Monaten halten. 15 % der Betriebe
beabsichtigen, Personal einzustellen und 6 % befürchten, den
Beschäftigtenstand reduzieren zu müssen. Die insgesamt geplante
Erhöhung des Personalstands im Zeitraum Oktober bis Dezember 2006
(1,1 %) liegt damit über jener des Vorjahres (0,5 %). (us)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Bundessparte Gewerbe und Handwerk
   Mag. Helmut Heindl
   Tel.: (++43) 0590 900-3291
   Fax: (++43) 0590 900-217
   mailto:[email protected]
   http://wko.at/bsgh

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