ÖGB-Hundstorfer: Milliarden-Sparpotential durch Präventionsförderung

Neue gesetzliche Grundlage für systematische und koordinierte Prävention und Gesundheitsförderung

Wien (ÖGB) - "Die Hälfte aller Krankheitsfälle ist arbeitsbedingt. Da verbirgt sich ein unglaubliches Potential, die Lebensqualität zu steigern und künftige Behandlungskosten zu sparen", sagt der gf. ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer. Prävention und Gesundheitsförderung müssen endlich als gesamtgesellschaftliches Anliegen definiert werden. "Ein eigenes Gesetz ist überfällig, damit Prävention als vierte Säule des Gesundheitssystem endlich den selben Stellenwert erhält wie Heilung, Rehabilitation und Pflege", fordert Hundstorfer von der künftigen Bundesregierung.++++

Um den Stellenwert der Vorsorge und Gesundheitsförderung zu erhöhen, bedarf es einer abgestimmten und koordinierten Präventionspolitik, die die Menschen in ihren Lebensumwelten (Arbeitswelt, Schule, Gemeinden,…) erreicht. "Hier hat Österreich eindeutig Nachholbedarf", so Hundstorfer. Zwar werden schon jetzt beträchtliche Summen für Präventionsmaßnahmen ausgegeben (vor allem von der Sozialversicherung), aber es fehlt an einer systematischen Herangehensweise, die Strategien, Ziele und Maßnahmen festlegt, koordiniert und kontrolliert. "Das kann nur mit einem eigenen Präventionsgesetz funktionieren", sagt der gf. ÖGB-Präsident.

"Durch Präventionsmaßnahmen ist es in den vergangenen zehn Jahren gelungen, die Zahl der Arbeitsunfälle um mehr als 30 Prozent und die Kosten um 600 Millionen Euro pro Jahr zu senken", so Hundstorfer.

Allein durch Prävention und Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt lassen sich bis zu 3,6 Milliarden Euro jährlich an Folgekosten einsparen, hat eine IHS-Studie 2004 ergeben. Prävention könnte auch die hohe Zahl der Erwerbsunfähigkeitspensionen verringern (dzt. ca. 450.000), die das Budget mit zig Milliarden Euro belasten.

"Bei Behandlung und Rehabilitation kann sich Österreich bereits mit anderen EU-Ländern messen. Eine neue, eigene gesetzliche Grundlage muss dafür sorgen, dass das auch im Bereich Prävention bald so sein wird", schließt Rudolf Hundstorfer. (fk)

ÖGB, 27. September 2006 Nr. 638

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