• 27.09.2006, 11:29:12
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ÖGB-Hundstorfer: Milliarden-Sparpotential durch Präventionsförderung

Neue gesetzliche Grundlage für systematische und koordinierte Prävention und Gesundheitsförderung

Wien (ÖGB) - "Die Hälfte aller Krankheitsfälle ist arbeitsbedingt.
Da verbirgt sich ein unglaubliches Potential, die Lebensqualität zu
steigern und künftige Behandlungskosten zu sparen", sagt der gf.
ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer. Prävention und Gesundheitsförderung
müssen endlich als gesamtgesellschaftliches Anliegen definiert
werden. "Ein eigenes Gesetz ist überfällig, damit Prävention als
vierte Säule des Gesundheitssystem endlich den selben Stellenwert
erhält wie Heilung, Rehabilitation und Pflege", fordert Hundstorfer
von der künftigen Bundesregierung.++++

Um den Stellenwert der Vorsorge und Gesundheitsförderung zu
erhöhen, bedarf es einer abgestimmten und koordinierten
Präventionspolitik, die die Menschen in ihren Lebensumwelten
(Arbeitswelt, Schule, Gemeinden,…) erreicht. "Hier hat Österreich
eindeutig Nachholbedarf", so Hundstorfer. Zwar werden schon jetzt
beträchtliche Summen für Präventionsmaßnahmen ausgegeben (vor allem
von der Sozialversicherung), aber es fehlt an einer systematischen
Herangehensweise, die Strategien, Ziele und Maßnahmen festlegt,
koordiniert und kontrolliert. "Das kann nur mit einem eigenen
Präventionsgesetz funktionieren", sagt der gf. ÖGB-Präsident.

"Durch Präventionsmaßnahmen ist es in den vergangenen zehn Jahren
gelungen, die Zahl der Arbeitsunfälle um mehr als 30 Prozent und die
Kosten um 600 Millionen Euro pro Jahr zu senken", so Hundstorfer.

Allein durch Prävention und Gesundheitsförderung in der
Arbeitswelt lassen sich bis zu 3,6 Milliarden Euro jährlich an
Folgekosten einsparen, hat eine IHS-Studie 2004 ergeben. Prävention
könnte auch die hohe Zahl der Erwerbsunfähigkeitspensionen verringern
(dzt. ca. 450.000), die das Budget mit zig Milliarden Euro belasten.

"Bei Behandlung und Rehabilitation kann sich Österreich bereits
mit anderen EU-Ländern messen. Eine neue, eigene gesetzliche
Grundlage muss dafür sorgen, dass das auch im Bereich Prävention bald
so sein wird", schließt Rudolf Hundstorfer. (fk)

ÖGB, 27. September 2006 Nr. 638

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