- 20.09.2006, 12:49:11
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Leit zur Integration behinderter Menschen: "Die Einstellung macht´s!"
Prominent besetzte Sozialpartnerveranstaltung im Haus der Wirtschaft - Erfolgsbeispiele aus Österreich auf www.arbeitundbehinderung.at
Wien (PWK608) - Die Chancengleichheit von Menschen mit Behinderung
auch in Beschäftigung und Beruf ist den Sozialpartnern ein großes
Anliegen. Im Jahr 2003 wurde das Gemeinschaftsprojekt "Arbeit und
Behinderung" aus der Taufe gehoben, das "Best Practice"-Beispiele
erfolgreicher beruflicher Integration dokumentiert
(www.arbeitundbehinderung.at). Heute, Mittwoch, wird nach
dreijährigem Bestehen der Informationsplattform dem Fachpublikum und
der Öffentlichkeit die erfolgreiche Bewältigung von Behinderung an
Hand von vier ausgewählten Beispielen demonstriert.
"Wir kommen Schritt für Schritt weiter in die gewünschte Richtung,
in Richtung einer solidarischen Gesellschaft. Wir gehen diesen Weg
gemeinsam, die Sozialpartnerschaft funktioniert", erklärte
WKÖ-Präsident Christoph Leitl zur Eröffnung einer prominent besetzten
Veranstaltung im Haus der Wirtschaft. Trotz der bisherigen Erfolge
bleibe aber noch viel zu tun. "Wir müssen die Arbeitsverhältnisse
anpassen, denn es gibt nur einen Arbeitsmarkt".
"Die Wirtschaftskammer Österreich bekennt sich zur sozialen
Verantwortung und zu einer nachhaltigen Integration behinderter
Menschen", so der Präsident. Es gehe jetzt darum, in weiteren
Schritten gemeinsam das Bewusstsein nach außen und die Einstellung
nach innen zu verbessern. "Die Einstellung macht´s. Und zwar in ihrer
doppelten Bedeutung: die Einstellung behinderter Personen in den
Betrieb und die Einstellung im allgemeinen Bewusstsein".
Erfahrungswerte belegten, dass sich der soziale Wert und damit der
Erfolg eines Unternehmens durch die Beschäftigung behinderter
Mitarbeiter erhöht. Vielfalt im Unternehmen rechne sich, da interne
Vielfalt zu Vermarktungs- und Produktentwicklungen führen kann, die
neue Marktsegmente erschließen.
"Wir werden hier nicht locker lassen und uns gemeinsam mit unseren
Partnern voll einbringen", unterstrich ÖGB-Präsident Rudolf
Hundstorfer in seinen Grußworten. "Wir sind sehr stark beteiligt, um
die Integration behinderter Menschen zu beschleunigen und zu
verstärken".
Die Initiative habe sich zu einer internationalen Erfolgsstory
entwickelt, hob Wolfgang Tritremmel von der Industriellenvereinigung
hervor. Dies zeigten das Interesse und die vielen Zugriffe auf die
Internet-Seite aus dem Ausland. AMS-Vorstandsvorsitzender Herbert
Buchinger gab seiner besonderen Freude über das intensive Engagement
der Arbeitgeber Ausdruck: "Damit ist gewährleistet, dass nicht nur
die sozialen, sondern auch die ökonomischen Aspekte beachtet werden.
Die Integration ist nicht nur eine soziale Frage. Unsere Betriebe
werden dadurch produktiver". Das Ziel, heuer 3.000 Behinderte mehr in
Beschäftigung zu bringen, werde man erreichen. "Die Sozialpartner
haben hier eine große Lösungskompetenz".
"Es ist viel passiert in den letzten Jahren", sagte Staatssekretär
Sigisbert Dolinscheck vom BM für Soziale Sicherheit, Generationen und
Konsumentenschutz und verwies darauf, dass im laufenden Jahr 150
Millionen Euro für Integrationsprojekte zur Verfügung stehen. 373
Projekte in ganz Österreich werden unterstützt.
Das im Jänner 2006 in Kraft getretene Gesetz gegen Diskriminierung
("Behindertengleichstellungspaket") hat die gleichberechtigte
Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft und damit auch im
Arbeitsleben zum Ziel. Als Hilfestellung zur Umsetzung der neuen
Bestimmungen hat die WKÖ gemeinsam mit dem BMSG eine Broschüre ("Die
Einstellung macht´s") mit praktischen Ratschlägen aufgelegt. Das
Bundessozialamt unterstützt die Chancengleichheit am Arbeitsplatz
darüber hinaus mit der neuen Broschüre "handicap 06".
"Arbeit und Behinderung" ist ein gemeinsames Projekt der
Sozialpartner, der zuständigen Ministerien, der
Sozialversicherungsträger und des Bundessozialamtes. Ziel der
Projektpartner ist die Teilhabe dieser Menschen am Arbeitsleben im
Rahmen sozialversicherungsrechtlich abgesicherter Arbeitsverhältnisse
oder einer selbständigen Erwerbstätigkeit als Unternehmer. Dabei
haben die Schaffung und die Sicherung von Arbeitsplätzen den gleichen
Stellenwert.
Das gemeinsame Internetportal der Projektpartner informiert über
Problemlösungen und forciert die Integration behinderter Mensch in
die Arbeitswelt. Es gilt in der EU bereits als Musterbeispiel eines
erfolgreichen und zugleich einfachen Best Practice- und
Informationszuganges im Interesse dieser Personengruppe.
Als Zukunftsperspektiven nannte Präsident Leitl die Weiterführung
der erfolgreichen Zusammenarbeit der Sozialpartner, um die
Integration behinderter Menschen weiter zu forcieren sowie die
Vernetzung und den Ausbau der Sozialpartnerhomepage
www.arbeitundbehinderung.at und des WKÖ-Projekts
www.einstellungssache.at bestmöglich umzusetzen.
Mit der Datenbank www.einstellungssache.at können Unternehmer und
Unternehmerinnen rasch und unbürokratisch arbeitssuchende, behinderte
bzw. beeinträchtigte oder chronisch kranke Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen aus allen Berufsgruppen mit förderbaren
Dienstverhältnissen finden. Die Bewerbungsdatenbank bietet eine
wesentliche Verbesserung im Service für Unternehmen und eine
Beschleunigung der Informationsübertragung zwischen arbeitsuchenden
behinderten Menschen und der Wirtschaft. (hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit Mag. Pia-Maria Rosner-Scheibengraf Tel.: (++43) 0590 900-4489 Fax: (++43) 0590 900-3588 mailto:[email protected] http://wko.at/sp
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