- 15.09.2006, 13:13:44
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Broukal über Seibersdorf: "Jeder Briefmarkenverein ist kaufmännisch besser aufgestellt"
Broukal und Einem kritisieren FPÖ/BZÖ-Versorgungspolitik
Wien (SK) - "Seibersdorf ist dem gegenwärtigen Minister und seinen
Vorgängern herzlich gleichgültig. Sie lassen es zu, oder fördern es
aktiv, dass FPÖler in Seibersdorf versorgt werden", übte der frühere
Wissenschaftsminister und SPÖ-Abgeordnete Caspar Einem am Freitag in
einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef
Broukal harsche Kritik an der derzeitigen Situation im
Forschungszentrum Seibersdorf. Dort gebe es wegen kaufmännischer
"Inkompetenz" eine "echte Krise" und Liquiditätslücke von zwei Mio.
Euro, wie auch von Wirtschaftsprüfer Hübner und Hübner bestätigt. Für
Broukal steht fest: "Das ist ein Sauhaufen der Sonderklasse, jeder
Briefmarkenverein ist kaufmännisch besser aufgestellt". Einem und
Broukal fragen daher: "Herr Präsident DI Wieltsch - Wo bleibt ihre
Verantwortung?". ****
Der Bericht der Wirtschaftsprüfer Hübner und Hübner belege die
Liquiditätslücke von 2 Mio. Euro. "Aus 20 Millionen Überschuss wurde
jetzt ein Fehlbetrag von 2 Millionen Euro", kritisierte Broukal. In
jeder Aufsichtsratssitzung seien andere Zahlen vorgelegt worden, "es
gibt keinen Überblick", so Broukal. Als Gründe für die derzeitige
Situation orteten die Prüfer unter anderem: Schwachpunkte im
Controlling und Reporting, keine mehrjährige integrierte Kontroll-
und Finanzplanung, unterschiedliche Planung der Liquidität,
unübersichtliche Darstellungen, kein effizientes Schuldenmanagement.
"So etwas würde in jedem privaten Unternehmen zu Entlassungen führen,
aber Krünes bekommt noch eine Extra-Prämie. Das ist Selbstbedienung
der Sonderklasse", so Broukal. "
Der SPÖ-Wissenschaftssprecher bezeichnete Seibersdorf zudem als
"Exerzierfeld von FPÖ-Personalpolitik". "Da wird der
Kommunikationschef Renner nach über zwanzig Jahren zufrieden
stellender Arbeit gekündigt, und keiner weiß warum", kritisierte
Broukal und vermutete, dass dieser "Graf und Krünes wahrscheinlich
nicht willfährig genug" gewesen sei.
Zur kürzlich abgehaltenen Betriebsversammlung in Seibersdorf sagte
Broukal: "Am Tag der Versammlung versetzt Herr Graf aus seinen
FPÖ-Bataillonen 14 Personen in die Holding, die allesamt gegen Renner
gestimmt haben - das gleicht einer stalinistischen
Straßenräuberkolonie". In Seibersdorf herrsche unter den Mitarbeitern
Angst vor Mobbing und Kündigungen.
"Wieltsch ist offenbar nicht in der Lage zu sehen, wenn er
kaufmännisch gelegt wird", so Einem, der fragte, wie man Seibersdorf
wieder zu einem anerkannten Forschungs- und Wissenschaftszentrum
machen wolle. "Sowohl die Republik als auch die Industrie sind
aufgerufen, deutliche Worte zu sprechen. Wir brauchen Seibersdorf als
Exzellenzzentrum für Forschung und Entwicklung", so Einem. Von
Wieltsch, der von der Industrie kommt, habe er, Einem, sich mehr
erwartet. "Er hat offenbar nicht den Willen, seine Aufgabe zu
erfüllen", so Einem. Unter der derzeitigen Situation leide die
Forschung. Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, zu wechseln,
würden dies auch tun. "Und die Besten sind immer die ersten, die
gehen. Es ist Feuer am Dach", betonte Einem. Und Broukal
abschließend: "Meine Hoffnung ist, dass der 1. Oktober das
Ablaufdatum für diese Art von Personalpolitik und Inkompetenz ist."
(Schluss) sk
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Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
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