- 09.09.2006, 14:59:47
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Plassnik: "Die Auslandsösterreicher sind Pioniere des weltoffenen Österreich"
Außenministerin Ursula Plassnik beim Auslandsösterreicher-Treffen in Klagenfurt
Klagenfurt (OTS) - Anlässlich des alljährlichen
Auslandsösterreichertreffens hieß Ursula Plassnik die
Auslandsösterreicher als "Österreicher in der Welt" herzlich
willkommen. Die Außenministerin hielt in Klagenfurt ein Plädoyer für
ein weltoffenes Österreich: "Wir sind in den letzten zwei Jahrzehnten
vom Rand Europas ins Zentrum Europas gerückt. Unsere Staatsgrenzen
trennen nicht mehr, sondern sind offen für menschliche, kulturelle
und wirtschaftliche Kontakte." Plassnik forderte in Anlehnung an Egon
Matzner "ein weltoffenes Österreich und eine Österreich-offene Welt".
Das Ja der Österreicher zur EU vom 12. Juni 1994 sei heute überall
in Österreich zu sehen und zu spüren. "Junge Menschen wachsen heute
in einer anderen Welt auf, ohne einen trennenden Eisernen Vorhang.
Davon profitiert nicht nur die österreichische Wirtschaft, sondern
auch die österreichische Gesellschaft - sie ist weltoffener und
internationaler denn je. Gerade für kleinere Länder wie Österreich
ist eine dynamische Exportwirtschaft besonders wichtig. Mit einem
Anstieg der Exporte um 12,7% im ersten Halbjahr 2006 sind wir heute
Export-Europameister."
"Als Kärntnerin ist mir die Offenheit Kärntens ein besonderes
Anliegen. Dazu gehören auch die Sprachen. Ich habe Mühe,
Landeshauptmann Haider zu folgen, wenn er die Einsprachigkeit für
Kärnten fordert. Besonders deshalb, weil LH Haider ja selbst viel für
die Minderheiten getan hat. Einsprachigkeit als Idee ist eine Form
der Selbstverstümmelung. Vielstimmigkeit und Vielsprachigkeit ist und
bleibt eine Bereicherung. Ein Drittel der Kärntner Kinder wird
zweisprachig erzogen - das ist der weg in die Zukunft", sagte
Plassnik.
"Österreich ist aber auch Heimat für viele Einwanderer. So wie die
Auslandsösterreicher ein Stück Österreich in die Welt tragen, haben
diese Menschen ein Stück Welt nach Österreich gebracht. Diese
Menschen haben Österreich bereichert und tun es weiterhin."
"Für mich ist die wichtigste Aufgabe der österreichischen
Außenpolitik, dass sie sich um die Anliegen der Österreicher kümmert.
Sowohl um die der Bürger im Inland als auch um die der
Auslandsösterreicher. Die österreichischen Botschaften sind
Universalbehörden für so gut wie alle Fragen, Anliegen oder Anträge."
In diesem Zusammenhang dankte die Außenministerin den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Außenministeriums, die alles
daran setzen, diesen umfassenden Ansprüchen und komplexen Aufgaben
unter oft schwierigen Bedingungen gerecht zu werden, und nannte die
Evakuierung von 380 Österreichern aus dem Libanon. Dabei dankte
Plassnik auch den europäischen Partnern für die hervorragende
Zusammenarbeit bei der Evakuierung österreichischer und anderer
europäischer Bürger. Ebenso hätten bereits mehrere Außenministerinnen
und Außenminister Dankschreiben für die Unterstützung durch
Österreich geschickt.
Unter Bezugnahme auf die zu Ende gehende Legislaturperiode nannte
Plassnik zwei Gesetzesinitiativen, die Verbesserungen für die
Auslandsösterreicher gebracht hätten. So habe sich das
Außenministerium bei der Novellierung des Staatsbürgerschaftsgesetzes
erfolgreich für Vereinfachungen für die Auslandsösterreicher
eingesetzt. Eine weitere Verbesserung stelle die kürzlich erfolgte
Novellierung des Auslandsösterreicherfonds-Gesetzes dar. Dieser
Fonds, durch den in Not geratene Auslandsösterreicher unterstützt
werden können, könne nunmehr auch von in Not geratenen
"Herzensösterreichern" beansprucht werden. Das betrifft z.B.
Österreicherinnen, die aufgrund einer Eheschließung die
österreichische Staatsbürgerschaft aufgeben mussten und nach einer
Scheidung in Not geraten. "Die Unterstützung von Herzensösterreichern
ist mir ein besonderes Anliegen und es freut mich, dass sie durch die
Reform des Auslandsösterreicherfonds berücksichtigt werden konnten."
Ein weiteres Anliegen stellt für Plassnik die Vereinfachung der
Stimmabgabe aus dem Ausland dar: "Österreich ist europaweit führend
im Bereich des E-Government. Wir werden uns daher bemühen, dass wir
in Zukunft für die Auslandsösterreicher die erleichterte Stimmabgabe
aus dem Ausland durch Einführung des E-Voting erreichen können."
"Ich danke den Auslandsösterreicherinnen und Auslandsösterreichern
dafür, dass sie ein weltoffenes Österreich in der Welt vermitteln.
Ich danke auch dem Präsidenten des Auslandsösterreicher-Weltbundes,
Dkfm Gustav Chlestil und seinem Team für die Arbeit mit soviel Charme
und Konsequenz. Und ich gratuliere Herrn Friedrich von Thun zur
heutigen Auszeichnung zum "Auslandsösterreicher des Jahres", so
Plassnik abschließend.
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