• 30.08.2006, 13:29:01
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Huainigg: Menschen mit Behinderung müssen sich Betreuer aussuchen können

Klasnic - Gedankenaustausch zur persönlichen Assistenz

Wien (ÖVP-PK) - Die Pflege, insbesondere die Altenbetreuung, ist
in den letzten Wochen ein vieldiskutiertes Thema. "Es ist wichtig
diese Diskussion sachlich, differenziert und bedürfnisorientiert zu
führen, vor allem da sich die Ansprüche und Anforderungen von
altersbedingt pflegebedürftigen Menschen vielfach von den
Bedürfnissen der Menschen mit Behinderung unterscheiden", sagte
heute, Mittwoch, der ÖVP-Behindertensprecher, Abg. Dr. Franz-Joseph
Huainigg.****

Um dieses Thema offen zu diskutieren und Lösungsvorschläge zu
entwickeln, lud Huainigg heute gemeinsam mit der Leiterin des
Pflegearbeitskreises, Frau LH a. D. Waldtraud Klasnic,
Behindertenorganisationen und betroffene ExpertInnen ins Parlament zu
einem gemeinsamen Gedankenaustausch ein. "Behinderte Menschen sind
ExpertInnen in eigener Sache und wissen selbst am besten wo, wann und
in welcher Form sie Unterstützung in ihrem Alltag brauchen", sagte
Klasnic.

Ältere, pflegebedürftige Menschen könnten meist auf ein erfülltes
Leben zurückblicken und wollen die letzten Jahre würdevoll in der
gewohnten, sozialen Umgebung verbringen. "Junge behinderte Menschen
haben ihr Leben noch vor sich und haben ein Recht auf
Chancengleichheit in Ausbildung, Beruf und Freizeit", so Huainigg.
Dazu brauche es Rahmenbedingungen und Unterstützungsleistungen, die
sich von der Betreuung älterer pflegebedürftiger Menschen
unterscheiden. "Ich erwähne hier ein Beispiel. Die große Mehrzahl der
alten pflegebedürftigen Menschen will in ihrer gewohnten Umgebung alt
werden und die letzte Lebensphase qualitätsvoll erleben. Der junge
Mensch mit Behinderung will hingegen hinaus, die Welt entdecken und
sich einmal woanders niederlassen."

Mit der Persönlichen Assistenz hat sich in den letzten Jahren -
von den skandinavischen Ländern ausgehend - ein System entwickelt,
das behinderten Menschen Selbstbestimmung und Unabhängigkeit
ermöglicht und das bereits in einigen Ländern schon erfolgreich
gelebt wird. Anlehnend an dieses Modell stellt der Bund seit dem Jahr
2003 österreichweit die Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz zur
Verfügung. "Dieses Angebot, das behinderten Menschen mit höherem
Pflegebedarf die erforderlichen Assistenzleistungen in Ausbildung und
Beruf sicherstellt, hat sich sehr gut bewährt", sagte der
ÖVP-Behindertensprecher.

Als nächsten Schritt sollte ein einheitliches Assistenzsystem im
Alltag- und Freizeitbereich angestrebt werden. Dies falle jedoch in
die Kompetenz der Bundesländer. "Hier gibt es einzelne Pilotprojekte.
Von einem ganzheitlichen österreichweiten Angebot sind wir aber noch
weit entfernt", so Huainigg und appelliert an die Länder hier
koordiniert tätig zu werden.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel. 01/40110/4432
http://www.oevpklub.at

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