Neues Volksblatt: "Wirklichkeit" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 10. August 2006

Linz (OTS) - Dass der begonnene Wahlkampf eine sachbezogene Diskussion über die Situation im Pflegebereich zulässt, wäre eine allzu optimistische Annahme. Selbst in wahlfernen Zeiten werden komplexe Themen - und der Bereich der Pflege ist ein solcher - oft in schlagzeilenträchtige Formulierungen gepresst. So gesehen hat der Vorschlag von Rot-Kreuz-Generalsekretär Wolfgang Kopetzky, einen Experten-Think-Tank einzusetzen, einen gewissen
Charme. Immerhin müsste hier nicht auf den politischen Augenblickserfolg geschielt werden.
Abgesehen davon hat die Diskussion in zweierlei Hinsicht ihr Gutes. Zum einen könnte allgemein das Verständnis für die demografische Entwicklung und den daraus resultierenden Notwendigkeiten wachsen. Und zum zweiten wird durch die Diskussion jenes Bild einer Gesellschaft ad absurdum geführt, das uns die Werbewirtschaft vielfach suggeriert: dass nämlich ohnehin nur laute agile, fitnesscentergestärkte, konsumwillige 15- bis 49-Jährige herumlaufen. Die Wirklichkeit ist jetzt schon eine andere, und die Wirklichkeit in 30 Jahren sieht noch einmal anders aus. Davor kann man die Augen nicht verschließen.

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