• 09.08.2006, 13:38:28
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Hotellerie rechnet mit leichtem Umsatz-Plus für die Sommer-Saison

Ennemoser: "Durch mehr organisierten Tourismus und Verlagerung auf neue Märkte auch in Zukunft punkten" - Marketingleifaden für 1 und 2 Sternbetriebe präsentiert

Wien (PWK515) - "Wir rechnen, trotz des momentan eher schlechten
Wetters, mit einem Umsatzplus von ca. zwei Prozent gegenüber dem
Vorjahr", erkärte Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbandes
Hotellerie, anlässlich der traditionellen Sommer-Pressekonferenz am
Mittwoch in der Wirtschaftskammer Österreich. Mit den Nächtigungen
werde man knapp unter dem Vorjahresergebnis liegen. Die Gewinner
waren Wien (Nächtigungsplus Jänner-Juni 8,9 Prozent), Burgenland
(plus 5,4 Prozent) und Niederösterreich (plus 4,4 Prozent).
Deutschland, der immer noch wichtigste Quellmarkt Österreichs, hat im
ersten Halbjahr 2006 stark ausgelassen (minus 4,3 Prozent), gefolgt
von den Niederlanden (minus 4,4 Prozent). Dem gegenüber steht das
verstärkte Kommen unserer osteuropäischen Nachbarländer. "Überrascht
haben die US-Amerikaner (Ankünfte Jänner - Juni 06 +10,6 Prozent),
die Franzosen (+ 8,9 Prozent) und die Briten (+5 Prozent)", zeigte
sich Ennemoser erfreut.

Der Obmann des Fachverbandes sprach sich für vermehrten
organisierten Tourismus aus: "Wir müssen alle Kräfte der
Leistungsträger bündeln, um ein maßgeschneidertes Paket für den
Kunden zu schnüren. Wir wollen Österreich als Urlaubsmarke in der
ganzen Welt gut verkaufen", betonte Ennemoser. Durch das zunehmende
Ausbleiben der heimischen Hauptquellmärkte Deutschland und
Niederlande sei eine Verlagerung auf neue Märkte, hier insbesondere
die neuen EU-Länder, durchaus sinnvoll. Ebenso müsse man sich
eindeutigen Trends und neuen Strömungen anpassen. So kann man
deutlich den Trend zu kürzeren Aufenthalten, dafür aber oft
Mehrfachurlauben erkennen (durchschnittlicher Aufenthalt in
Österreich: 5,1 Tage). Kurzfristigere Buchungen per Telefon oder
e-mail nehmen zu. Der Kultur- und Städte-Tourismus boomt, was durch
die LCC’s (Low Cost Carriers) noch verstärkt wird. Das belegen neben
den positiven Ergebnissen in Wien die sensationellen Zahlen aus der
Stadt Salzburg, berichtete Ennemoser: "Das satte Nächtigungsplus von
17,6 Prozent ist natürlich zum einen auf das Mozartjahr
zurückzuführen, zum anderen auf die geographische Nähe zum Münchner
WM-Stadion (Fußball-WM 06). Die bevorstehende Rad-WM wird der
Hotellerie in Salzburg und Umgebung wohl auch ein zufrieden
stellendes Plus im Herbst einbringen."

Besonderes Augenmerk will der Fachverband Hotellerie in Zukunft
auf die Unterstützung der Ein und Zwei Stern-Betriebe legen. "Wir
sehen für die rund 6000 Betriebe, die mit 12 Millionen Nächtigungen
rund 10 Prozent der Gesamtnächtigungen ausmachen, noch viel
ungenutztes Potential", erklärte Gabriele Leitner, Geschäftführerin
des Fachverbandes Hotellerie in der WKÖ. Immer wieder wird die
Situation der Ein- und Zweistern-Betriebe als eher schwierig
beschrieben, doch die Betriebe erreichen Beachtliches. Im Jahr 2005
konnte erstmals seit 1991 wieder ein zartes Nächtigungsplus von 0,9 %
erwirtschaftet werden; dem gegenüber stehen jeweils Abnahmen, die
1997 einen Spitzenwert von -9,2 Prozent erreichten.

Ein neuer Marketingleitfaden "Der Draht zum Gast", der aufgrund
einer Studie in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsuniversität anhand
einer gemeinsamen Studie erstellt wurde, soll Ein und Zwei
Stern-Betriebe dabei unterstützen, sich im Qualitäts-Wettbewerb zu
positionieren und sich auf die Chancen und Potentiale des Marktes zu
konzentrieren. "Vor allem jenen Unternehmern, die mit wenigen
Mitarbeitern auskommen müssen, soll der Leitfaden helfen, bei den
wichtigsten erhobenen Faktoren, wie Positionierung und Vermarktung,
Standort und finanzielle Möglichkeiten, besser zu punkten", so
Ennemoser.
Der Leitfaden "Der Draht zu Gast" ist auf der Hompage des
Fachverbandes Hotellerie www.hotelverband.at und Marketing abrufbar.

Zum Thema "Hotelsterne" und Klassifizierung, konnte Ennemoser von
einer durchaus erfreulichen Entwicklung berichten. Mit 1.1.2006 waren
in Österreich 9.832 Betriebe klassifiziert, das entspricht einem
Anteil von 51,75 Prozent aller österreichischen
Beherbergungsbetriebe, was Österreich im EU-Vergleich der Länder mit
freiwilliger Klassifizierung zu einem Spitzenreiter macht. Die vom
Fachverband Hotellerie neu eingeführte zusätzliche Auszeichnung
"Superior" für die bestehenden 4-Stern-Betriebe erfreut sich
ebenfalls reger Nachfrage. Mit 1. August 06 wurden 21
Superior-Auszeichnungen verliehen und 118 Betriebe haben bereits den
Antrag für die Auszeichnung gestellt. "Die österreichische Hotellerie
hat damit ein weiteres Mal bewiesen, dass die Branche
innovationsfreudig ist und die Hotelsterne sich ständig
weiterentwickeln", so der Fachverbandsobmann Ennemoser. (EB)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Fachverband Hotellerie
   Mag. Gabriele Leitner
   Tel.: (++43) 0590 900-3554
   mailto:[email protected]
   www.hotelverband.at

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