• 08.08.2006, 16:16:24
  • /
  • OTS0185 OTW0185

Samariterbund-Präsident Schnabl fordert zweckgebundene Pflegegeld-Erhöhung

Finanzierung durch öffentliche Hand - Qualifizierungsoffensive

Wien (OTS) - Im Zuge der Pflegepersonal-Diskussion erhebt der
Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, Franz Schnabl, die
Forderung nach rascher Erhöhung des Pflegegeldes: "Das Pflegegeld
muss endlich der tatsächlichen Kostenentwicklung angepasst werden",
erklärt Schnabl. Ein Teil davon - etwa in Höhe von bis zu 40 Prozent
- müsse allerdings zweckgebunden werden: "Ein erhöhtes Pflegegeld
muss mit der Verpflichtung verbunden sein, qualifizierte
Pflege-Dienstleistungen auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen."

Das derzeitige Pflegegeld decke nur einen kleinen Teil des
tatsächlichen Aufwandes ab. "Es geht um soziale Gerechtigkeit:
Pflegebedürftige Menschen, die zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung
bleiben wollen, müssen sich die notwendige Pflege auch leisten
können", so Schnabl. Private Pflegevorsorge-Produkte - wie sie etwa
von Versicherungen angeboten werden - sind laut Schnabl eine
Ergänzung, aber keine Lösung: "Pflege darf keine Frage des Geldes
sein. Unabhängig von der individuellen Einkommens- und
Vermögenssituation haben alle Menschen ein Anrecht auf entsprechende
Pflege. Sonst droht eine Entwicklung zur ,Zwei-Klassen-Pflege’, bei
der sozial schwächer gestellte Menschen benachteiligt werden."

Mit der Zweckbindung will der Samariterbund-Präsident eine
qualifizierte Versorgung sichergestellt wissen: "Wenn ein bereits
qualifiziertes Familienmitglied dazu bereit ist, die pflegebedürftige
Großmutter zu versorgen, dann fällt diese Zweckbindung natürlich
aus", erklärt Schnabl: "Andernfalls ist ausgebildetes Pflegepersonal
heranzuziehen." Nur so könne die Einhaltung von Qualitätskriterien in
der Pflege gewährleistet werden.

Zur Vermeidung von Engpässen an qualifiziertem Pflegepersonal
schlägt Schnabl Sonderquoten zur Beschäftigung ausländischer
ArbeitnehmerInnen vor: "Zugunsten der Qualitätssicherung hat dabei
hat allerdings der Gleichheitsgrundsatz zu gelten: Um unter eine
derartige Quotenregelung fallen zu können, müssten ausländische
PflegerInnen die gleichen anerkannten Qualifikationsnachweise
vorlegen, wie diese für inländisches Pflegepersonal obligatorisch
sind."

Angesichts demografischer Schätzungen, wonach die Zahl der
Pflegegeld-Bezieher bis 2030 um etwa 65 Prozent ansteigen werde, sei
die langfristige Finanzierung des angepassten Pflegegeldes von seiten
der öffentlichen Hand solidarisch und nachhaltig abzusichern.

Franz Schnabl ist seit 2004 Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund
Österreichs. Auf seine Initiative wurde im vergangenen Jahr ein
umfassendes Modernisierungs- und Reorganisationsprogramm gestartet -
mit dem Ziel, die traditionsreichen Stärken des ASBÖ weiter
auszubauen und um professionelle soziale Dienstleistungen zu
erweitern. Der Samariterbund wurde 1927 gegründet und bietet heute
Rettungs- und Krankentransporte, Notarzt- und Ambulanz-Dienste,
Katastrophenhilfsdienste national und international, Aus- und
Weiterbildungskurse sowie eine breite Palette an sozialen Services
für Menschen in problematischen Lebenssituationen an.

Rückfragehinweis:
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs Bundesverband
Erika Bettstein
1150 Wien, Hollergasse 2-6
Tel.: (01) 89 145-186
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ARB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel