• 08.08.2006, 12:54:42
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Hilfswerk schätzt Schwarzmarkt für Altenbetreuung auf 486 Millionen Euro

Präsident Othmar Karas: "Legale Lösung ist möglich und finanzierbar!"

Wien (OTS) - Die schlechte Nachricht: der Markt für illegale
Altenbetreuung ist mittlerweile auf 486 Millionen Euro angewachsen!
Die gute Nachricht: Der Anteil der auf diese Weise betreuten Menschen
beträgt nur 5% der Pflegebedürftigen in Österreich. Und auch dieser
Markt ist legalisierbar, und es ist sogar leistbar! Das ist die
Quintessenz eines Hintergrundgesprächs, zu dem das Hilfswerk, heute,
Dienstag, in Wien, geladen hatte.

"Es gibt keinen Grund, dass Menschen, die Pflege brauchen, in die
Illegalität gedrängt werden", sagt Hilfswerk-Präsident Othmar Karas.
"Wenn - wie international höchst erfolgreich angewandt - endlich die
mobilen Dienste massiv ausgebaut werden und innovative Projekte,
teilstationäre Einrichtungen wie Tageszentren, aber auch betreute
Wohnformen forciert werden, sinkt die Nachfrage nach illegaler
Betreuung dramatisch. Denn viele Menschen brauchen keine
24-Stunden-Betreuung, sondern nur mehr Unterstützung für die
pflegenden Angehörigen, die 80% der Pflege in Österreich leisten!"

Möglicher Ausweg: Hausangestelltengesetz

Aber auch für die Personen, die tatsächlich eine
"Rund-um-die-Uhr-Betreuung" brauchen, hat das Hilfswerk einen
Lösungsvorschlag: Legalisierung der ausländischen BetreuerInnen durch
eine Anpassung des Hausangestelltengesetzes in Verbindung mit der von
Wirtschaftsminister Martin Bartenstein vorgeschlagenen Senkung der
Einkommensgrenze nach der Schlüsselkräfteverordnung für diese
Arbeitskräfte. "Klar ist, dass die gesetzlichen Arbeitszeiten und
auch die gesundheitsrechtlichen Vorschriften genau eingehalten werden
müssen", so Karas weiter. "Wir wollen kein Lohndumping und kein
Risiko für die Menschen, die Unterstützung brauchen!"

Karas erneuerte die Forderung die Forderung nach einem Runden Tisch,
an dem Vertreter der verantwortlichen Länder, der Ministerien, der
Gemeinden, der Pflegeorganisationen, der Pensionisten- und
Angehörigenvertreter und der Sozialversicherungsträger teilnehmen
sollen. Ziele sind:

die genaue Erfassung und Quantifizierung des Problems "illegale
Betreuung" in allen seinen Facetten.

der gezielte Ausbau eines effektiv differenzierten sowie
leistungsfähigen integrierten Angebots an Pflege- und
Betreuungsdienstleistungen auf Basis überprüfbarer Entwicklungspläne

die systematische Aufwertung und der Ausbau der mobilen Dienste
als eines der zentralen Elemente einer leistungs- und zukunftsfähigen
Versorgungslandschaft.

die Förderung betreuter und betreubarer Wohnformen sowie
teilstationärer Einrichtungen und spezifischer Entlastungsangebote
für pflegende Angehörige (u.a. Tageszentren, Kurzzeitpflege,
Urlaubspflege).

die forcierte Unterstützung pflegender Angehöriger durch das
Angebot von Beratungsleistungen im Rahmen der Pflegevorsorge
("Pflegeberatungsscheck"), um die Grundlagen pflegerischer Versorgung
und Kompetenz im häuslichen Umfeld zu stärken und wertvolle
Ressourcen im Bereich der familiären Pflege langfristig zu erhalten.

"Rasche politische Handlungen sind das Gebot der Stunde", sagt
Othmar Karas, Präsident des Hilfswerks, das im Bereich der mobilen
Pflege die größte Organisation in Österreich ist.

Das Hilfswerk unterstützt regelmäßig 20.910 alte und kranke
Menschen durch professionelle Hilfe und Pflege daheim. Das Hilfswerk
beschäftigt 7.600 MitarbeiterInnen. Die Gesamtleistung des Hilfswerks
(Umsatz) beträgt 149,62 Millionen Euro.

Die Unterlagen zum heutigen Hintergrundgespräch stehen auf
www.hilfswerk.at zum Download bereit.

Rückfragehinweis:

Mag. Harald Blümel
   Österreichisches Hilfswerk
   Bundesgeschäftsstelle
   Tel.: 01 / 40442 - 12
   Mobil: 0676 / 8787 60203
   mailto:[email protected]
   www.hilfswerk.at

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