• 08.08.2006, 09:02:22
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HGPD-Kaske fordert Gipfel um Pflegenotstand zu beseitigen

"Kriminalisieren oder Wegsehen sind keine Lösung bei diesem gesamtgesellschaftlichen Problem"

Wien (HGPD/ÖGB) - "Das Thema Pflegenotstand geht uns alle an. Viel
zu lange hat man weg gesehen, jetzt werden die KollegInnen aus
unseren Nachbarländern kriminalisiert. Den Pflegebedürftigen ist
weder mit dem einen noch mit dem anderen geholfen", erklärt Rudolf
Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher
Dienst zur aktuellen Pflegediskussion. In der HGPD sind die sozialen
Dienste organisiert. Kaske weiter: "Wir weisen schon seit Jahren auf
die Problematik hin. Wenn jetzt schon fast 40.000 Menschen in Pflege
und Altenbetreuung tätig sind, kann man sich ausrechnen, dass der
Bedarf sich bei gleich bleibender demographischer Entwicklung in den
nächsten Jahren verdoppeln wird. Es ist höchste Zeit eine Lösung zu
finden, daher fordern wir einen Pflegegipfel."++++

"In den vergangenen Tagen gingen die Wogen wieder einmal hoch.
Obwohl die Gewerkschaft HGPD seit Jahren auf die Problematik
illegaler Pflege hinweist, hat die Bundesregierung bisher die
Schwarzarbeit durch offizielles Wegschauen toleriert", ergänzt der
HGPD-Vorsitzende: "Ich bin froh, dass dieses wichtige Thema durch die
Ereignisse der letzten Tage endlich öffentlich diskutiert wird. Dazu
gab es teilweise gute, aber auch abstruse Vorschläge. Wir verwehren
uns etwa gegen ein Au-Pair-Modell oder dagegen Jugendliche in der
Hauskrankenpflege und Betreuung einzusetzen." In einer
Pressekonferenz am 16. Juni 2006 hatte die Gewerkschaft HGPD auf ihre
diesbezüglichen Bedenken hingewiesen.

"Wir dürfen die Betroffenen nicht kriminalisieren, sondern müssen
ihre Wünsche und finanziellen Möglichkeiten ernst nehmen", fordert
Rudolf Kaske: "Daher ist es höchste Zeit, Betroffene, Verantwortliche
des Bundes, der Länder, Hilfsorganisationen und
Sozialversicherungsträger zu einem Pflegegipfel einzuladen. Dabei
muss auch das Thema Pflegegeld ohne Tabu diskutiert werden."

Der Gewerkschafter abschließend: "Heute leben rund 300.000
80-Jährige in Österreich, 2050 wird es ca. eine Million sein. Viele
von ihnen werden Pflege brauchen. Aber auch die Rahmenbedingungen für
diese gesellschaftlich wichtigen Tätigkeiten müssen passen. Uns
allen, auch der Politik, muss klar sein, dass man mehr Geld in die
Hand nehmen muss, wenn man ordentliche Arbeitsverhältnisse und eine
qualifizierte Betreuung bieten will."

ÖGB, 8. August
2006
Nr. 528

Rückfragehinweis:
HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske, Tel.: (01) 534 44/501
HGPD-Presse Katharina Klee, Tel.: 0664/381 93 67

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