Greenpeace und McDonalds erwirken Abholzungsstopp im Amazonasgebiet

Zweijahres-Moratorium auf Neurodungen für Sojaanbau

Wien (OTS) - Sao Paulo/Wien- Brasilianische Sojahändler haben
heute einen Kaufstopp für Soja aus neu abgeholzten Gebieten im Amazonas beschlossen. Eine Greenpeace Studie zu den negativen Umweltauswirkungen des Soja-Anbaus im Amazonas hat den Ball ins Rollen gebracht. McDonalds und führende europäische Lebensmittelkonzerne forderten gemeinsam mit Greenpeace deutliche Schritte zur Vermeidung der Abholzung im Amazonas-Regenwald.
"Dieses Zweijahres-Moratorium ist ein schöner Erfolg für Greenpeace und die Umwelt und ein großer Schritt hin zum Schutz des größten Regenwaldgebietes der Erde.", freut sich Greenpeace-Sprecher Steffen Nichtenberger. Durch den Anbau von Nutzpflanzen wie Soja geht im Amazonas in jeder Minute eine Fläche in der Größenordnung von zehn Fussballfeldern verloren.

Die US-Großhandelsriesen Cargill, ADM, Bunge, der französische Dreyfus-Konzern und der brasilianische Amaggi wurden zusammen mit weiteren brasilianischen Sojagroßhändlern an einen Tisch gebracht. "Kernpunkt der Verhandlungen war eine Initiative von Greenpeace und der Lebensmittelkonzerne, die Maßnahmen zur Unterstützung eines brasilianischen Regierungsprogramms entwickelte. Die Ziele: Stopp der Amazonas-Abholzung, verbesserte Kontrollen, der Schutz von bedrohten Lebensräumen sowie des Landes der brasilianischen Ureinwohner", erläutert Nichtenberger.

Damit die Selbstverpflichtung der Sojagroßhändler zu einem Zweijahresmoratorium keine bloße Hinhaltetaktik bleibt, fordert Greenpeace weiter deutliche Schritte zum Schutz des Amazonas und die Aufrechterhaltung des Moratoriums, bis langfristige Vereinbarungen mit der brasilianischen Regierung und der Industrie beschlossen sind. Dennis Hennequin, Vorsitzender von McDonald's in Europa sagte:
"Wir bemühen uns bereits seit längerem kein Rindfleisch aus abgeholzten Gebieten des Amazonas zu beziehen. Es war nur konsequent, auch beim Kauf von Soja auf eine Linie mit dieser Politik zu gehen. Wir sind entschlossen, zusammen mit unseren Lieferanten und der brasilianischen Regierung, den Amazonas vor weiterer Zerstörung zu bewahren."

Soja ist das gewinnbringendste Anbauprodukt in Brasilien und zusammen mit Rinderzucht und illegaler Rodung größter Faktor bei der Regenwaldabholzung. Gewaltsame Auseinandersetzungen auf illegal abgeholztem Land sind keine Seltenheit. Ein Großteil des Soja wird nach Europa exportiert, um Hühner, Schweine und Kühe zur Fleischproduktion zu versorgen.

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