- 25.07.2006, 09:59:38
- /
- OTS0044 OTW0044
Schwarzböck: WTO-Runde nicht wegen EU in Sackgasse
Vorläufiges Ende der Gespräche keine Katastrophe für Welthandel
Wien (AIZ) - "Die WTO-Doha-Runde ist sicher nicht wegen der
Haltung Europas in die Sackgasse geraten. Denn die EU ist mit ihren
Angeboten hart an die Grenze des Verhandlungsmandats und teilweise
sogar darüber hinaus gegangen. Weitere einseitige Zugeständnisse
hätten unweigerlich bedeutet, dass der Agrarreform 2003, die ja als
freiwillige Vorleistung für die Doha-Runde beschlossen wurde, die
Grundlage entzogen worden wäre. Katastrophenmeldungen, wonach nun der
Welthandel schweren Schaden erleiden würde, sind schlichtweg falsch.
Die Tendenz zur Öffnung der Märkte wird mit Sicherheit anhalten. Die
EU wird auch in Zukunft der wichtigste Absatzmarkt für vornehmlich
agrarische Güter aus den ärmsten Ländern der Welt sein", erklärte der
Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Rudolf Schwarzböck,
nach dem vorläufigen Scheitern der WTO-Verhandlungen.
Europa vorbildlich
"Schon heute importiert die EU mehr Lebensmittel aus den
Entwicklungsländern als die großen Industrienationen USA, Kanada,
Australien, Japan etc. zusammen. Und nicht die USA, sondern Europa
ist der Hauptmarkt für agrarische Güter aus Brasilien und
Argentinien. Die EU-Initiative 'Alles außer Waffen' gibt den
Armenhäusern dieser Welt die Chance, ihre Waren zollfrei nach Europa
zu liefern. Ein wenig mehr Bereitschaft der Verhandlungspartner, sich
in diese Richtung zu bewegen, wo die EU schon längst tätig ist, hätte
genügt, um den Entwicklungsländern tatsächlich zu helfen. Doch
offenbar war den Übersee-Verhandlern nur der eigene Vorteil wichtig
und nicht das Wohl der Ärmsten dieser Welt", so Schwarzböck weiter.
"In dieser Situation war es richtig, dass die EU in ihrer Position
hart geblieben ist und nicht noch weitere einseitige Angebote auf den
Tisch gelegt hat, denen letztlich keinerlei Gegenangebote gegenüber
gestanden sind. Ich appelliere an die Verhandler, die nun entstandene
Pause dafür zu nutzen, gerade für die Entwicklungsländer und die
ärmsten Staaten der Welt tätig zu werden und nach dem europäischen
Vorbild die Grenzen zu öffnen. Nur so kann Millionen Menschen wirksam
geholfen werden. Von einem USA- und Übersee-dominierten
Verhandlungsergebnis, wie es sich am Schluss abgezeichnet hat, hätten
nur internationale Handelskonzerne profitiert, wie selbst die OECD,
die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,
festgestellt hat", betonte Schwarzböck.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, mailto:[email protected]
http://www.aiz.info
FAX: (01) 535-04-38
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ






