AK Kärnten: Kunden klagen über Nachteile nach Postämterschließungen

Kärnten (OTS) - Den Menschen geht "ihr" Postamt ab. Das zeigt eine bundesweite Umfrage im Auftrag der Arbeiterkammer. Auch in Kärnten sind die Kunden mit den Ersatzangeboten für die geschlossenen Postämter unzufrieden. "Die Menschen klagen über weniger Leistungen, unzureichende Öffnungszeiten und lange Entfernungen", betont der Obmann des Personalausschusses der Post in Kärnten, Helmut Omotta.

Seit dem Jahr 2000 bis Ende 2005 sind laut Omotta in Kärnten 90 von 211 Postämtern geschlossen worden. Das ist fast jedes dritte Postamt. Am schlimmsten betroffen sind die Bezirke Hermagor und Villach sowie das Lesachtal. Im Zuge der Schließungswellen wurden in Kärnten auch 670 Arbeitsplätze gestrichen.

Als Ersatzlösungen für die geschlossenen Post-Filialen hat die Post in Kärnten elf Post-Partner und 57 Post-Servicestellen installiert, von denen einige bereits wieder geschlossen worden sind. Damit gibt es zwar für rund 70 Prozent der Postämter einen Ersatz. "Die Kunden sind aber mit diesen Ersatzlösungen nicht zufrieden", sagt Omotta und bestätigt damit die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage der Sora im Auftrag der AK.

Auch in Kärnten beklagen die Kunden massive Verschlechterungen. "Sie kritisieren vor allem, dass die Post-Servicestellen und die Post-Partner nicht mehr alle Leistungen des Postamtes anbieten. So kann man in den Post-Servicestellen nur Briefe und Pakete aufgeben, aber keine Erlagscheine einzahlen, keine Konto- und Sparbuchdienste in Anspruch nehmen oder keine Bausparverträge abschließen", berichtet Omotta.

Ein weiterer Kritikpunkt der Kunden sind unterschiedliche und schlechtere Öffnungszeiten. "Ein häufiges Problem ist auch die fehlende Amtsverschwiegenheit. Wenn die Post-Servicestelle ein Gasthaus oder Geschäft ist, wird ein "blauer Brief" oft über die Theke gereicht", kritisiert Omotta.

Nachteile für die Kunden gibt es auch bei der Post-Zustellung. Sie dauert jetzt viel länger, weil die Briefträger die Post nicht mehr beim nächstgelegenen Postamt sondern bei weiter entfernten Zustellbasen abholen.

Im Zuge der geplanten Post-Privatisierung befürchtet OMOTTA einen neuerlichen Arbeitsplatzabbau und die Schließung weiterer Postämter. Damit drohen aus Sicht der Personalvertretung weitere Leistungseinschränkungen für die Bevölkerung.

"Es darf zu keinen weiteren Verschlechterungen für die Kunden und Mitarbeiter mehr kommen. Die Arbeiterkammer tritt daher vehement für einen Privatisierungsstopp bei wichtigen Infrastruktureinrichtungen wie der Post ein", betont AK-Präsident Günther Gaoch.

Die AK verlangt dass keine weiteren Postämter mehr geschlossen werden dürfen. Der Abbau der ländlichen Infrastruktur muss gestoppt werden. Bestehende Förderprogramme für den ländlichen Raum müssen verbessert und weiterentwickelt werden. Die Einnahmen aus dem Postverkauf müssen in die ländliche Infrastruktur fließen.

Im Postgesetz müssen verbindliche Kriterien geschaffen werden, wie etwa die Anzahl der Postämter pro Fläche oder der Einwohner pro Postamt, damit eine ausreichende Grundversorgung gewährleistet wird.

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