• 20.07.2006, 12:10:38
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AK Kärnten: Kunden klagen über Nachteile nach Postämterschließungen

Kärnten (OTS) - Den Menschen geht "ihr" Postamt ab. Das zeigt eine
bundesweite Umfrage im Auftrag der Arbeiterkammer. Auch in Kärnten
sind die Kunden mit den Ersatzangeboten für die geschlossenen
Postämter unzufrieden. "Die Menschen klagen über weniger Leistungen,
unzureichende Öffnungszeiten und lange Entfernungen", betont der
Obmann des Personalausschusses der Post in Kärnten, Helmut Omotta.

Seit dem Jahr 2000 bis Ende 2005 sind laut Omotta in Kärnten 90 von
211 Postämtern geschlossen worden. Das ist fast jedes dritte Postamt.
Am schlimmsten betroffen sind die Bezirke Hermagor und Villach sowie
das Lesachtal. Im Zuge der Schließungswellen wurden in Kärnten auch
670 Arbeitsplätze gestrichen.

Als Ersatzlösungen für die geschlossenen Post-Filialen hat die Post
in Kärnten elf Post-Partner und 57 Post-Servicestellen installiert,
von denen einige bereits wieder geschlossen worden sind. Damit gibt
es zwar für rund 70 Prozent der Postämter einen Ersatz. "Die Kunden
sind aber mit diesen Ersatzlösungen nicht zufrieden", sagt Omotta und
bestätigt damit die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage der Sora im
Auftrag der AK.

Auch in Kärnten beklagen die Kunden massive Verschlechterungen.
"Sie kritisieren vor allem, dass die Post-Servicestellen und die
Post-Partner nicht mehr alle Leistungen des Postamtes anbieten. So
kann man in den Post-Servicestellen nur Briefe und Pakete aufgeben,
aber keine Erlagscheine einzahlen, keine Konto- und Sparbuchdienste
in Anspruch nehmen oder keine Bausparverträge abschließen", berichtet
Omotta.

Ein weiterer Kritikpunkt der Kunden sind unterschiedliche und
schlechtere Öffnungszeiten. "Ein häufiges Problem ist auch die
fehlende Amtsverschwiegenheit. Wenn die Post-Servicestelle ein
Gasthaus oder Geschäft ist, wird ein "blauer Brief" oft über die
Theke gereicht", kritisiert Omotta.

Nachteile für die Kunden gibt es auch bei der Post-Zustellung. Sie
dauert jetzt viel länger, weil die Briefträger die Post nicht mehr
beim nächstgelegenen Postamt sondern bei weiter entfernten
Zustellbasen abholen.

Im Zuge der geplanten Post-Privatisierung befürchtet OMOTTA einen
neuerlichen Arbeitsplatzabbau und die Schließung weiterer Postämter.
Damit drohen aus Sicht der Personalvertretung weitere
Leistungseinschränkungen für die Bevölkerung.

"Es darf zu keinen weiteren Verschlechterungen für die Kunden und
Mitarbeiter mehr kommen. Die Arbeiterkammer tritt daher vehement für
einen Privatisierungsstopp bei wichtigen Infrastruktureinrichtungen
wie der Post ein", betont AK-Präsident Günther Gaoch.

Die AK verlangt dass keine weiteren Postämter mehr geschlossen werden
dürfen. Der Abbau der ländlichen Infrastruktur muss gestoppt werden.
Bestehende Förderprogramme für den ländlichen Raum müssen verbessert
und weiterentwickelt werden. Die Einnahmen aus dem Postverkauf müssen
in die ländliche Infrastruktur fließen.

Im Postgesetz müssen verbindliche Kriterien geschaffen werden, wie
etwa die Anzahl der Postämter pro Fläche oder der Einwohner pro
Postamt, damit eine ausreichende Grundversorgung gewährleistet wird.

Rückfragehinweis:

Arbeiterkammer Kärnten
   Kommunikation
   Mag. Christa Maurer
   Tel. 050 477-2401
   Fax: 050 477-2400
   E-Mail: [email protected]
   kaernten.arbeiterkammer.at

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