• 20.07.2006, 10:00:01
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ÖGB-Frauen fordern Parteichefs auf, vor Wahlen Farbe zu bekennen

ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Csörgits stellt ÖVP, SPÖ, Grüne, FPÖ und BZÖ zehn Fragen zur zukünftigen Frauenpolitik

Wien (ÖGB) - Vor einigen Tagen hat der Nationalrat seine Auflösung
beschlossen und der Kampf um Prozente, Mandate und
Regierungsbeteiligung hat begonnen. Das ist den ÖGB-Frauen aber zu
wenig. In gleichlautenden Briefen, die heute an ÖVP, SPÖ, Grüne, FPÖ
und BZÖ ergangen sind, fordern ÖGB-Vizepräsidentin und
ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits und die
ÖGB-Bundesfrauensekretärin Sylvia Ledwinka die Parteien auf, zehn
Fragen zur zukünftigen Frauenpolitik in Österreich zu
beantworten.++++

"Als Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen ist es für uns
ÖGB-Frauen - und sicher auch für die Gewerkschaftsmitglieder, die wir
vertreten - ganz besonders interessant, welche Schwerpunkte die
Parteien sich vorgenommen haben und welche bei einer eventuellen
Regierungsverantwortung umgesetzt werden sollen", sagt Csörgits. Eine
Antwort erwartet sich die Frauenvorsitzende bis Ende August. Die
Vorhaben der Parteien, so Csörgits, sollen danach der Öffentlichkeit
präsentiert werden.

Die zehn Fragen an die fünf Parteichefs:

1. Welche Maßnahmen sind zur Förderung der Aus- und Weiterbildung
von Mädchen und Frauen in nicht-traditionellen Berufen geplant?

2. Welche Maßnahmen sind zur aktiven Bekämpfung der
Frauenarbeitslosigkeit geplant? Wie sieht der Maßnahmenplan aus, um
die personellen und finanziellen Mittel zur Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit nach dem Wahljahr 2006 sicherzustellen?

3. Welche Maßnahmen sind zur Verbesserung der Situation der in
Teilzeit Arbeitenden und der geringfügig Beschäftigten geplant?

4. Ist eine Reform des Kindergeldes geplant? Falls ja, in welcher
Weise?

5. Welche Maßnahmen sind geplant, damit die Elternteilzeit lebbar
wird, Mütter und Väter also eine Teilzeit mit Rückkehrrecht auf
Vollzeit in Anspruch nehmen können?
Welche sonstigen Maßnahmen sind zur Erleichterung des Wiedereinstiegs
geplant?

6. Welche Maßnahmen sind zur Erreichung des Barcelona-Ziels (bis
2010 ein Betreuungsangebot für mindestens 33 Prozent der unter
3-jährigen Kinder) geplant?

7. Welche Maßnahmen sind geplant, um eine eigenständige und
ausreichende Alterssicherung für Frauen zu gewährleisten?

8. Welche Maßnahmen sind zur Verringerung bzw. zur Vermeidung von
Armut geplant und welche Maßnahmen zur besseren Absicherung atypisch
Beschäftigter?

9. Welche Maßnahmen sind zur Sicherstellung der Finanzierung
unseres Gesundheitssystems geplant? Sind bei einer
Regierungsbeteiligung weitere Erhöhungen der Selbstbehalte vorgesehen
oder schließt Ihre Partei das aus?

10. Welche Maßnahmen sind zur Förderung von Frauen geplant, um in
Unternehmen Führungspositionen zu erlangen? (ew)

Der Brief an alle Parteichefs ist im Wortlaut unter www.oegb.at
abrufbar.

ÖGB, 20. Juli 2006
Nr. 500

Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Ernst Weber
Tel.: (++43-1) 534 44/361 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

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