• 14.07.2006, 13:33:47
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Verkehrswirtschaft: Austro Control soll ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen

Lockerung des Lkw-Wochenendfahrverbotes stärkt heimischen Luftfahrtstandort - Wolf: Sinnvolle Entbürokratisierungs-Maßnahme mit großem Mehrwert

Wien (PWK482) - Zu den Turbulenzen rund um die Luftraumüberwachung
(Stichwort: Fluglotsendienst nach Vorschrift) fordert die
Verkehrswirtschaft, dass die ACG (Austro Control Gesellschaft) ihrem
gesetzlichen Auftrag nachkommen soll. Die Zunahme der Flugbewegungen
und die Personalsituation waren lange bekannt, erklärt der
Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ,
Erik Wolf.

Die nunmehr verursachten Verspätungen führten bei den heimischen
Fluglinien zu erheblichen Mehrkosten bei Kerosin,
Passagierentschädigungen etc. Eine Bilanzsumme von 213 Millionen Euro
für die ACG und ein Cash flow von 15.1 Millionen bzw. eine
Eigenkapitalquote von knapp 28 Prozent zeigten, dass man hier weit
vom Kostendeckungsprinzip entfernt ist und zu Lasten des
Luftfahrtstandortes und der Airlines die Monopolstellung bei der
Luftraumüberwachung ausnütze.

Es passe daher ins Bild, dass man seit 1.April auch auf den
Bundesländerflughäfen die persönlichen meterologischen Briefings und
die Flugplan-Beratung auf eine Internet-Selfbriefing-Variante
umgestellt hat, also hier auch als Dienstleister gegen die Wünsche
der Luftfahrt agiere.

Mit der am Donnerstag im Nationalrat beschlossenen
Entbürokratisierung der Ausnahmeregelungen für
Luftfrachtersatztransporte wurde ein wichtiger Schritt zur Stärkung
des heimischen Luftfahrtstandortes getan, so Wolf weiter. Die
Regelung bringe eine zusätzliche Verkehrsentflechtung, da die
betroffenen Lkw nunmehr österreichweit nicht erst bis Montag früh mit
der An- und Ablieferung warten müssen.Auch der Finanzminister
profitiere, ohne großen Aufwand, durch zusätzliche Zolleinnahmen für
die Republik in Höhe von ca. einer Million Euro.Es werden durchwegs
hochwertige und teure Güter per Luftfracht versendet und daher
verwundert es nicht, dass die knapp 2 Prozent des Welthandels, die
als Luftfracht transportiert werden, 40 Prozent des
Welthandelsvolumens entsprechen, hebt Wolf hervor.

Die AUA als Netzwerk-Carrier mit derzeit 60 Prozent Marktanteil
bei der Luftfracht in Österreich würde durch Ausdehnung ihrer
Cargoangebote und verbesserte Auslastung der Langstreckenverbindungen
pro Jahr ca. vier Millionen Euro an Einnahmen zusätzlich
erwirtschaften können.

Luftfrachtersatztransporte, sogenannte "Road Feeder Services",
sind die planmäßigen Lkw-Fahrten mit Flugnummern für Zu- und
Abtransport der Luftfracht vom Flughafen Wien. Durch die
EU-Erweiterung und Öffnung der Ostmärkte konnte sich der Wiener
Flughafen erfolgreich als Drehscheibe positionieren und vom Wachstum
dieser Regionen mitprofitieren.

In den umliegenden Ländern (D, IT, H, SK, CR, CH) besteht bereits
eine Ausnahmeregelung für Road Feeder Services vom
Wochenendfahrverbot. Diese hatten damit bisher einen enormen
Wettbewerbsvorteil in diesem hoch profitablen Markt, hebt Wolf die
Bedeutung der Entbürokratisierungs-Maßnahmen für den heimischen
Wirtschaftsstandort hervor. (hp)

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Österreich
   Bundessparte Transport und Verkehr
   Dr. Erik Wolf
   Tel.: (++43) 0590 900-3251
   mailto: [email protected] 
   http://wko.at/bsv

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