Verkehrswirtschaft: Austro Control soll ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen

Lockerung des Lkw-Wochenendfahrverbotes stärkt heimischen Luftfahrtstandort - Wolf: Sinnvolle Entbürokratisierungs-Maßnahme mit großem Mehrwert

Wien (PWK482) - Zu den Turbulenzen rund um die Luftraumüberwachung (Stichwort: Fluglotsendienst nach Vorschrift) fordert die Verkehrswirtschaft, dass die ACG (Austro Control Gesellschaft) ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen soll. Die Zunahme der Flugbewegungen und die Personalsituation waren lange bekannt, erklärt der Geschäftsführer der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ, Erik Wolf.

Die nunmehr verursachten Verspätungen führten bei den heimischen Fluglinien zu erheblichen Mehrkosten bei Kerosin, Passagierentschädigungen etc. Eine Bilanzsumme von 213 Millionen Euro für die ACG und ein Cash flow von 15.1 Millionen bzw. eine Eigenkapitalquote von knapp 28 Prozent zeigten, dass man hier weit vom Kostendeckungsprinzip entfernt ist und zu Lasten des Luftfahrtstandortes und der Airlines die Monopolstellung bei der Luftraumüberwachung ausnütze.

Es passe daher ins Bild, dass man seit 1.April auch auf den Bundesländerflughäfen die persönlichen meterologischen Briefings und die Flugplan-Beratung auf eine Internet-Selfbriefing-Variante umgestellt hat, also hier auch als Dienstleister gegen die Wünsche der Luftfahrt agiere.

Mit der am Donnerstag im Nationalrat beschlossenen Entbürokratisierung der Ausnahmeregelungen für Luftfrachtersatztransporte wurde ein wichtiger Schritt zur Stärkung des heimischen Luftfahrtstandortes getan, so Wolf weiter. Die Regelung bringe eine zusätzliche Verkehrsentflechtung, da die betroffenen Lkw nunmehr österreichweit nicht erst bis Montag früh mit der An- und Ablieferung warten müssen.Auch der Finanzminister profitiere, ohne großen Aufwand, durch zusätzliche Zolleinnahmen für die Republik in Höhe von ca. einer Million Euro.Es werden durchwegs hochwertige und teure Güter per Luftfracht versendet und daher verwundert es nicht, dass die knapp 2 Prozent des Welthandels, die als Luftfracht transportiert werden, 40 Prozent des Welthandelsvolumens entsprechen, hebt Wolf hervor.

Die AUA als Netzwerk-Carrier mit derzeit 60 Prozent Marktanteil bei der Luftfracht in Österreich würde durch Ausdehnung ihrer Cargoangebote und verbesserte Auslastung der Langstreckenverbindungen pro Jahr ca. vier Millionen Euro an Einnahmen zusätzlich erwirtschaften können.

Luftfrachtersatztransporte, sogenannte "Road Feeder Services", sind die planmäßigen Lkw-Fahrten mit Flugnummern für Zu- und Abtransport der Luftfracht vom Flughafen Wien. Durch die EU-Erweiterung und Öffnung der Ostmärkte konnte sich der Wiener Flughafen erfolgreich als Drehscheibe positionieren und vom Wachstum dieser Regionen mitprofitieren.

In den umliegenden Ländern (D, IT, H, SK, CR, CH) besteht bereits eine Ausnahmeregelung für Road Feeder Services vom Wochenendfahrverbot. Diese hatten damit bisher einen enormen Wettbewerbsvorteil in diesem hoch profitablen Markt, hebt Wolf die Bedeutung der Entbürokratisierungs-Maßnahmen für den heimischen Wirtschaftsstandort hervor. (hp)

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