Schwarzböck: Einkommensplus nicht durch WTO gefährden

Grüner Bericht 2006: Deutliche Einkommenssteigerungen in Berggebieten

Wien (AIZ) - "Es ist erfreulich, dass das Einkommen der heimischen Bauern im Vorjahr um 2,3% je Betrieb beziehungsweise 5% je Arbeitskraft gestiegen ist. Wir dürfen jedoch diese positive Entwicklung nicht dadurch in Gefahr bringen, dass die EU in der WTO-Runde weitere einseitige Zugeständnisse macht. Die Folgen wären für Europas Landwirtschaft verheerend: Die zentralen Bereiche Rindfleisch, Geflügelfleisch, Schweinefleisch, Milch und Milcherzeugnisse, Getreide, Obst und Gemüse wären schwer betroffen. Die Markterlöse würden um 25% und die Bauerneinkommen noch deutlicher zurückgehen. Selbst die Europäische Kommission befürchtet, dass der Fleischsektor zusammenbrechen und die Geflügel- und Rindfleischproduktion ganz von der Bildfläche verschwinden könnte. Nun muss die EU hart bleiben, will sie der Bevölkerung auch in Zukunft einen wirtschaftlich erfolgreichen Bauernstand und lebendige ländliche Räume sichern", erklärte Rudolf Schwarzböck, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich.

Der Grüne Bericht 2006 zeigt für das vergangene Jahr einen Zuwachs bei den bäuerlichen Einkommen auf. An der Spitze der Einkommensverbesserung standen mit einem Plus von 17% die Veredelungsbetriebe wegen höherer Erzeugerpreise bei Schweinen und Rindern. Ihnen folgen mit einem Plus von 11% die Futterbaubetriebe. Zuwächse gab es auch bei den so genannten Gemischtbetrieben und den Forstbetrieben. Ein Minus hingegen verzeichneten die Dauerkulturbetriebe wegen der Mindererträge im Weinbau und die Marktfruchtbetriebe auf Grund der geringeren Getreideernte.

Berg- und Biobauern schreiben Plus

Im Schnitt erreichten die Bergbauern ein Einkommensplus von 11%. Am deutlichsten zeigte sich diese erfreuliche Entwicklung bei den Höfen der Stufe 3, (+19%) und der Stufe 1 (+15%). Die Ursachen für dieses überdurchschnittliche Einkommenswachstum sind deutliche Ertragssteigerungen aus der Rinderhaltung und der Forstwirtschaft. Außerdem sind für den Erfolg auch die Zahlungen aus der Ausgleichszulage für Bergbauern verantwortlich. Diese Gelder dienen dazu, die natürlichen Erschwernisse, unter denen die Bergbauern wirtschaften müssen, auszugleichen. Auch der Biolandbau kann sich freuen: Die Einkünfte lagen mit einem Plus von 5% je Betrieb beziehungsweise 9% je Arbeitskraft über jenen der konventionell wirtschaftenden Kollegen.

"Positive Bauerneinkommen verlangen, dass nicht nur die Leistungen, die die Landwirtschaft im Auftrag der Gesellschaft erbringt, abgegolten werden, sondern dass von den Bauern aktiv alle Chancen des Marktes genutzt werden. Das bedeutet noch mehr Marktorientierung und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Dabei hilft der 'Grüne Pakt' des Landwirtschaftsministers, also das neue Programm 'Ländliche Entwicklung'. Nun gilt es, so rasch wie möglich in Brüssel die Genehmigung für den 'Grünen Pakt' zu erreichen, damit die Umsetzung rechtzeitig starten kann. Gleichzeitig appellieren wir nochmals an die EU-Verhandler, in der Endphase der WTO-Runde Stärke zu zeigen und keine weiteren Kompromisse zu Lasten der europäischen Landwirtschaft zu machen", betonte Schwarzböck. (Schluss)

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