- 14.07.2006, 10:10:58
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Schwarzböck: Einkommensplus nicht durch WTO gefährden
Grüner Bericht 2006: Deutliche Einkommenssteigerungen in Berggebieten
Wien (AIZ) - "Es ist erfreulich, dass das Einkommen der heimischen
Bauern im Vorjahr um 2,3% je Betrieb beziehungsweise 5% je
Arbeitskraft gestiegen ist. Wir dürfen jedoch diese positive
Entwicklung nicht dadurch in Gefahr bringen, dass die EU in der
WTO-Runde weitere einseitige Zugeständnisse macht. Die Folgen wären
für Europas Landwirtschaft verheerend: Die zentralen Bereiche
Rindfleisch, Geflügelfleisch, Schweinefleisch, Milch und
Milcherzeugnisse, Getreide, Obst und Gemüse wären schwer betroffen.
Die Markterlöse würden um 25% und die Bauerneinkommen noch deutlicher
zurückgehen. Selbst die Europäische Kommission befürchtet, dass der
Fleischsektor zusammenbrechen und die Geflügel- und
Rindfleischproduktion ganz von der Bildfläche verschwinden könnte.
Nun muss die EU hart bleiben, will sie der Bevölkerung auch in
Zukunft einen wirtschaftlich erfolgreichen Bauernstand und lebendige
ländliche Räume sichern", erklärte Rudolf Schwarzböck, Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich.
Der Grüne Bericht 2006 zeigt für das vergangene Jahr einen Zuwachs
bei den bäuerlichen Einkommen auf. An der Spitze der
Einkommensverbesserung standen mit einem Plus von 17% die
Veredelungsbetriebe wegen höherer Erzeugerpreise bei Schweinen und
Rindern. Ihnen folgen mit einem Plus von 11% die Futterbaubetriebe.
Zuwächse gab es auch bei den so genannten Gemischtbetrieben und den
Forstbetrieben. Ein Minus hingegen verzeichneten die
Dauerkulturbetriebe wegen der Mindererträge im Weinbau und die
Marktfruchtbetriebe auf Grund der geringeren Getreideernte.
Berg- und Biobauern schreiben Plus
Im Schnitt erreichten die Bergbauern ein Einkommensplus von 11%.
Am deutlichsten zeigte sich diese erfreuliche Entwicklung bei den
Höfen der Stufe 3, (+19%) und der Stufe 1 (+15%). Die Ursachen für
dieses überdurchschnittliche Einkommenswachstum sind deutliche
Ertragssteigerungen aus der Rinderhaltung und der Forstwirtschaft.
Außerdem sind für den Erfolg auch die Zahlungen aus der
Ausgleichszulage für Bergbauern verantwortlich. Diese Gelder dienen
dazu, die natürlichen Erschwernisse, unter denen die Bergbauern
wirtschaften müssen, auszugleichen. Auch der Biolandbau kann sich
freuen: Die Einkünfte lagen mit einem Plus von 5% je Betrieb
beziehungsweise 9% je Arbeitskraft über jenen der konventionell
wirtschaftenden Kollegen.
"Positive Bauerneinkommen verlangen, dass nicht nur die
Leistungen, die die Landwirtschaft im Auftrag der Gesellschaft
erbringt, abgegolten werden, sondern dass von den Bauern aktiv alle
Chancen des Marktes genutzt werden. Das bedeutet noch mehr
Marktorientierung und eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der
Betriebe. Dabei hilft der 'Grüne Pakt' des Landwirtschaftsministers,
also das neue Programm 'Ländliche Entwicklung'. Nun gilt es, so rasch
wie möglich in Brüssel die Genehmigung für den 'Grünen Pakt' zu
erreichen, damit die Umsetzung rechtzeitig starten kann. Gleichzeitig
appellieren wir nochmals an die EU-Verhandler, in der Endphase der
WTO-Runde Stärke zu zeigen und keine weiteren Kompromisse zu Lasten
der europäischen Landwirtschaft zu machen", betonte Schwarzböck.
(Schluss)
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