- 14.07.2006, 09:54:56
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Transatlantischer Luftverkehr flügellahm
Gemeinsamer Luftverkehrsmarkt lässt weiter auf sich warten - Wirtschaftskammer drängt EU zu zügigen Verhandlungen
Wien (PWK481) - Seit dem Jahr 2002 verhandelt die EU mit den USA
über einen gemeinsamen Luftverkehrsmarkt (Open Aviation Area, OAA).
Das Abkommen soll unter anderem Marktzugang, Mehrheitsbeteiligungen
an amerikanischen Unternehmen und Wettbewerbsfragen regeln.
Für einen raschen Abschluss setzt sich Harald Bollmann, Sprecher
der Verkehrswirtschaft in der WKÖ, ein: "Solange sich EU und USA
nicht verständigen, wird der Luftverkehr zwischen den einzelnen
EU-Staaten und den USA in bilateralen Abkommen geregelt. Diese
Zersplitterung schadet der Branche, die Mitgliedsländer werden
gegeneinander ausgespielt."
Teile dieser Abkommen wurden bereits 2002 vom Europäischen
Gerichtshof für nichtig erklärt. Außerdem wurde eine Mitzuständigkeit
der EU-Kommission für die Verhandlung von Anschlussregelungen
festgestellt. "Man gewinnt den Eindruck, dass die USA den Abschluss
bewusst hinauszögern, um die eigene Luftfahrt zu schützen", meint
Bollmann und weist auf die unterschiedliche Höhe der Subventionen
hin. In den letzten 15 Jahren haben Regierungen in der EU insgesamt
rund 20 Mrd. Euro an Überlebenshilfen an die Airlines gezahlt. In den
USA waren es allein seit 2001 über 18 Mrd. US-Dollar (21,6 Mrd.
Euro).
Ein weiterer Knackpunkt innerhalb der OAA ist die Sicherheit. Die
europäische Luftfahrt-Wirtschaft bemüht sich nach wie vor um die
Verwirklichung des "One-Stop-Security"-Konzepts. Danach können in
Zukunft beteiligte Länder (zum Beispiel die EU, USA, Israel, Kanada
oder Japan) gegenseitig ihre sehr hohen Sicherheitsstandards
anerkennen - aufwändige und kostenintensive Doppelkontrollen
entfallen.
Ein Inkrafttreten der OAA würde den globalen Flugverkehr erheblich
erleichtern und der europäischen Wirtschaft Gleichberechtigung am
großen US-Markt bringen.
"Gerade weil die USA der größte Quell- und Zielmarkt sind, ist es für
uns wichtig, faire Bedingungen zu schaffen. Verlässlichkeit in
Politik und bei den gesetzlichen Regelungen ist Voraussetzung für
eine erfolgreiche Luftfahrtindustrie", so Bollmann.
Auch die Hoffnungsmärkte Asien und Naher Osten seien für
europäische Luftfahrt-Drehkreuze wichtig, da diese Zukunftsmärkte in
den kommenden Jahren kontinuierlich wachsen werden. Die Potenziale
sind beträchtlich: Während ein US-Bürger im Durchschnitt 2,2
Flugreisen im Jahr unternimmt, sind es in China und Indien lediglich
0,06. "Europäische Regulatoren und Entscheidungsträger sind hier
gefragt, um das Wachstum der eigenen Luftverkehrsindustrie im
globalen Wettbewerbsumfeld nicht zu behindern sondern vielmehr zu
fördern. Durch günstigere Flugpreise und höhere Frequenzen profitiert
schließlich die gesamte Wirtschaft - höhere Mobilität und steigender
Warenaustausch sind auch für Unternehmen außerhalb der
Luftfahrtbranche maßgebliche Wachstumsimpulse", fasst Bollmann seine
Anliegen zusammen.
Die USA sind mit 20 Prozent des gesamten Personenluftverkehrs aus
der bzw. in die EU die wichtigste Destination. Im Jahr 2004 nahmen
mehr als 45 Millionen Fluggäste auf 215.000 Flügen
Luftverkehrsdienste zwischen den EU-25-Ländern und den Vereinigten
Staaten in Anspruch. Dies stellt gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs
von nahezu 12 Prozent dar.
Trotz einer kräftigen Zunahme im Jahr 2004 liegen die absoluten
Fluggastzahlen zwischen den EU-15-Ländern und den USA unter den
Werten aus der Zeit vor dem 11. September. Im Jahr 2000 wurden rund
48 Millionen Fluggästen gezählt. (hp/od)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Bundessparte Transport und Verkehr Mag. Martin Deusch Tel.: (++43) 0590 900-3255 mailto: [email protected] http://wko.at/bsv
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