Ende des Kompetenzdschungels durch neues Bilanzbuchhaltungsgesetz

Mitterlehner: Einstimmiger Beschluss bringt Klarheit für kleine und mittlere Unternehmen - Bock: Bedürfnisse der Kunden stehen im Vordergrund

Wien (PWK474) - Einstimmig hat der Nationalrat heute, Mittwoch,
das neue Bilanzbuchhaltungsgesetz (BibuG) beschlossen. Die neue Regelung vereinigt die bisher getrennten Berufe des selbstständigen und des gewerblichen Buchhalters. Die Abgrenzung zum Steuerberater bleibt aufrecht, doch wird die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppen wesentlich erleichtert. Ziel der neuen Regelung ist es, einen einheitlichen, qualifizierten Bilanzbuchhaltungsberuf zu schaffen, der vor allem Österreichs kleine und mittlere Unternehmen umfassend und ihren Bedürfnissen entsprechend unterstützen kann.

Von einem erfolgreichen Durchbruch, sowohl für die Unternehmen als Kunden, als auch für den Berufsstand spricht der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer, Reinhold Mitterlehner: "Der große Vorteil liegt darin, dass 300.000 kleine und mittlere Unternehmen ab jetzt wesentliche Buchhaltungsdienstleistungen einfacher aus einer Hand beziehen können." Bilanzbuchhalter dürfen beispielsweise ihre Kunden bei der gemeinsamen Prüfung lohnabhängiger Abgaben in erster Instanz auch vertreten.

Durch das neue Gesetz sind Bilanzbuchhalter zur uneingeschränkten Geschäftsbuchhaltung, Lohnverrechnung, Kostenrechnung sowie zu einschlägigen Beratungen berechtigt. Die Erstellung von Bilanzen ist bis zu einem Umsatz von rund 360.000 Euro möglich. "Diese und weitere praxisgerechten Flexibilisierungen bringen Unternehmen die Möglichkeit, die Buchführung durch qualifizierte Spezialisten ausführen zu lassen; für die Bilanzbuchhalter bedeuten sie eine substanzielle Erweiterung ihrer Berufsrechte", unterstreicht Mitterlehner. Durch einheitliche Qualitätskriterien und eine Haftpflichtversicherung ist das Vermögen der Kunden geschützt.

Erfreut zeigte sich Mitterlehner über den Konsens zwischen den Parlamentsparteien: "Die einhellige Zustimmung zeigt, dass diese Neuregelung ein guter, ausgewogener und zukunftorientierter Kompromiss ist, der alle Seiten zufrieden stellt."

Aus der Branche kommt ebenfalls Zustimmung. Friedrich Bock, Obmann des Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT) in der WKÖ: "Seit der Wiedereinführung des Berufes des Gewerblichen Buchhalters im Jahre 1999 wurden fast 3.000 gewerbliche Buchhaltungsunternehmen gegründet. Diese Erfolgsstory erhält durch das Bilanzbuchhaltungsgesetz einen zusätzlichen Impuls im Interesse moderner Unternehmerinnen und Unternehmer. Die Rechte der neuen Bilanzbuchhalter orientieren sich an den Bedürfnissen der Kunden."

Unter anderem werden durch die neuen Regelungen Gesellschaftsgründungen (z.B. durch Bilanzbuchhalter und Steuerberater) erleichtert, Teilberufe sind weiterhin möglich.

Neben den Buchführungs-, Abrechnungs- und Bilanzierungsrechten stehen den Bilanzbuchhaltern auch zusätzliche Vertretungsrechte, sowie das Recht auf Akteneinsicht auf elektronischem Weg bei den Abgabenbehörden des Bundes zu. Eine Übergangsregelung sichert die Rechte bestehender gewerblicher und selbstständiger Buchhalter und ermöglicht den Umstieg zum Bilanzbuchhalter. Ausbildung und Information werden durch die Wirtschaftskammerorganisation und die Kammer der Wirtschaftstreuhänder unterstützt. (hp)

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