Donaubörse in Wien trägt zu Getreidemarkt-Management bei

Wiener Produktenbörse lädt am 01.09.2006 zu überregionalem Donauraum-Börsetag

Wien (AIZ) - Am 01.09.2006 ist Wien Austragungsort der 1. Internationalen Donaubörse. Diese von der Börse für Landwirtschaftliche Produkte in Wien ins Leben gerufene Branchenplattform wendet sich an Getreide- und Futtermittelhandelsfirmen beziehungsweise Verarbeiter sowie an Vertreter der Donauhäfen und von Logistikunternehmen, die in Zentral-und Osteuropa tätig sind.

Der überregionale Börsetag soll einen geregelten Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und die Logistikströme im zentraleuropäischen Donauraum optimieren helfen. Der Hausherr und Initiator, der Präsident der Wiener Produktenbörse Rudolf Kunisch, verfolgt das Ziel, dem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten in Europa über die Funktion der Börsen möglichst einheitliche und verlässliche Rahmenbedingungen zu setzen: "Wir wollen den Warenbörsen im östlichen Mitteleuropa Hilfe und Know-how beim Aufbau ihrer Strukturen zur Etablierung von Handelsusancen auf westlichem Standard anbieten. Einheitliche europäische Getreidekontrakte sollen über die Grenzen hinaus anerkannte und durchsetzbare Geschäftsgrundlagen schaffen. Zudem ist eine Optimierung der Logistik gerade wegen der Binnenlage Mitteleuropas und dem schwierigen und teuren Zugang zu Exporthäfen essenziell für das Funktionieren der Getreide- und Futtermittelmärkte."

Dieses Programm verfolgt Kunisch auch auf gesamteuropäischer Ebene in seiner derzeitigen Funktion als Vizepräsident der Europäischen Warenbörse und als deren ab Herbst 2006 für eine zweijährige Amtszeit designierter Präsident. Die Europäische Warenbörse ist die Vereinigung von 47 Warenbörsen in zwölf europäischen Ländern mit Sitz in Straßburg.

Mitteleuropa als Schlüsselzone für künftige EU-Getreidepolitik

Seit der Erweiterung der EU um zehn neue mitteleuropäische sowie mediterrane Länder im Mai 2004 wurde die zentraleuropäische Binnenlage zur Schlüsselregion für das Funktionieren der EU-Getreidemärkte und für die künftige Gestaltung der Getreidepolitik der Union. Die Binnenlage der drei potenten Getreideproduzenten Ungarn, Slowakei und Tschechien sowie Logistikprobleme und höhere Kosten im Vergleich zu meeresnahen Getreideproduktionsgebieten beim Abtransport des Getreides zu den möglichen Exporthäfen über die Donau-Wasserstraße nach Constanza oder Rotterdam beziehungsweise über den Landweg ins slowenische Koper führten zu einer starken Inanspruchnahme der EU-Getreideintervention in der Region sowie zu Druck auf den Markt.

Donaubörse: Selbsthilfe angesichts drohenden Rückzuges der EU aus Marktmanagement

Als Konsequenz der hohen finanziellen Belastung des EU-Haushalts durch die großen Getreideinterventionsmengen überlegt die Europäische Kommission 2007 oder 2008 Änderungen am EU-Interventionssystem in Richtung einer "Flexibilisierung". Das heißt, dass zumindest in der zentraleuropäischen Binnenregion in absehbarer Zeit eine deutliche Aufweichung der Preis- und Absatzgarantien durch die EU droht.

"Die kommenden Anpassungen an die Getreidemarktordnung der EU und der zurzeit schon zunehmend spürbare Rückzug der EU-Kommission von ihrer Aufgabe der Verwaltung der europäischen Agrarmärkte unterstreichen noch mehr die Verantwortung der Warenbörsen, ihren Beitrag zu einem funktionierenden Handel zu leisten. Die 1. Internationale Donaubörse ist unser Beitrag, selbst das Gesetz des Handelns zu ergreifen. Die Donaubörse soll helfen, dass dank einheitlicher Regeln der Handel in einem Binnenmarkt mit 25 Mitgliedstaaten besser funktioniert und wir gemeinsam an Lösungen für die Logistikprobleme arbeiten, um nicht letztlich alle Sicherheiten durch das EU-Getreideregime aufs Spiel zu setzen oder in nicht mehr bewältigbaren Getreideüberschussbergen ersticken", betonte Kunisch.

Warenbörsen sorgen für Spielregeln und Transparenz am Markt

Warenbörsen wie die Börse für Landwirtschaftliche Produkte in Wien sind insbesondere mit der Preisnotierung auf Grund des tatsächlichen Verkaufs physischer Ware sowie mit der Festsetzung von Usancen und deren Durchsetzung mit eigenen Schiedsgerichten befasst. Damit erfüllen sie eine wichtige Funktion für die Transparenz der Agrarmärkte und für die Rechtssicherheit bei deren Geschäften. Die europäischen Warenbörsen spielen seit Jahrhunderten eine sehr wichtige Rolle beim Handel mit Agrarprodukten.
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