- 20.06.2006, 11:07:55
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Donaubörse in Wien trägt zu Getreidemarkt-Management bei
Wiener Produktenbörse lädt am 01.09.2006 zu überregionalem Donauraum-Börsetag
Wien (AIZ) - Am 01.09.2006 ist Wien Austragungsort der 1.
Internationalen Donaubörse. Diese von der Börse für
Landwirtschaftliche Produkte in Wien ins Leben gerufene
Branchenplattform wendet sich an Getreide- und
Futtermittelhandelsfirmen beziehungsweise Verarbeiter sowie an
Vertreter der Donauhäfen und von Logistikunternehmen, die in Zentral-
und Osteuropa tätig sind.
Der überregionale Börsetag soll einen geregelten Handel mit
landwirtschaftlichen Erzeugnissen und die Logistikströme im
zentraleuropäischen Donauraum optimieren helfen. Der Hausherr und
Initiator, der Präsident der Wiener Produktenbörse Rudolf Kunisch,
verfolgt das Ziel, dem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten in
Europa über die Funktion der Börsen möglichst einheitliche und
verlässliche Rahmenbedingungen zu setzen: "Wir wollen den Warenbörsen
im östlichen Mitteleuropa Hilfe und Know-how beim Aufbau ihrer
Strukturen zur Etablierung von Handelsusancen auf westlichem Standard
anbieten. Einheitliche europäische Getreidekontrakte sollen über die
Grenzen hinaus anerkannte und durchsetzbare Geschäftsgrundlagen
schaffen. Zudem ist eine Optimierung der Logistik gerade wegen der
Binnenlage Mitteleuropas und dem schwierigen und teuren Zugang zu
Exporthäfen essenziell für das Funktionieren der Getreide- und
Futtermittelmärkte."
Dieses Programm verfolgt Kunisch auch auf gesamteuropäischer Ebene
in seiner derzeitigen Funktion als Vizepräsident der Europäischen
Warenbörse und als deren ab Herbst 2006 für eine zweijährige Amtszeit
designierter Präsident. Die Europäische Warenbörse ist die
Vereinigung von 47 Warenbörsen in zwölf europäischen Ländern mit Sitz
in Straßburg.
Mitteleuropa als Schlüsselzone für künftige EU-Getreidepolitik
Seit der Erweiterung der EU um zehn neue mitteleuropäische sowie
mediterrane Länder im Mai 2004 wurde die zentraleuropäische
Binnenlage zur Schlüsselregion für das Funktionieren der
EU-Getreidemärkte und für die künftige Gestaltung der Getreidepolitik
der Union. Die Binnenlage der drei potenten Getreideproduzenten
Ungarn, Slowakei und Tschechien sowie Logistikprobleme und höhere
Kosten im Vergleich zu meeresnahen Getreideproduktionsgebieten beim
Abtransport des Getreides zu den möglichen Exporthäfen über die
Donau-Wasserstraße nach Constanza oder Rotterdam beziehungsweise über
den Landweg ins slowenische Koper führten zu einer starken
Inanspruchnahme der EU-Getreideintervention in der Region sowie zu
Druck auf den Markt.
Donaubörse: Selbsthilfe angesichts drohenden Rückzuges der EU aus
Marktmanagement
Als Konsequenz der hohen finanziellen Belastung des EU-Haushalts
durch die großen Getreideinterventionsmengen überlegt die Europäische
Kommission 2007 oder 2008 Änderungen am EU-Interventionssystem in
Richtung einer "Flexibilisierung". Das heißt, dass zumindest in der
zentraleuropäischen Binnenregion in absehbarer Zeit eine deutliche
Aufweichung der Preis- und Absatzgarantien durch die EU droht.
"Die kommenden Anpassungen an die Getreidemarktordnung der EU und
der zurzeit schon zunehmend spürbare Rückzug der EU-Kommission von
ihrer Aufgabe der Verwaltung der europäischen Agrarmärkte
unterstreichen noch mehr die Verantwortung der Warenbörsen, ihren
Beitrag zu einem funktionierenden Handel zu leisten. Die 1.
Internationale Donaubörse ist unser Beitrag, selbst das Gesetz des
Handelns zu ergreifen. Die Donaubörse soll helfen, dass dank
einheitlicher Regeln der Handel in einem Binnenmarkt mit 25
Mitgliedstaaten besser funktioniert und wir gemeinsam an Lösungen für
die Logistikprobleme arbeiten, um nicht letztlich alle Sicherheiten
durch das EU-Getreideregime aufs Spiel zu setzen oder in nicht mehr
bewältigbaren Getreideüberschussbergen ersticken", betonte Kunisch.
Warenbörsen sorgen für Spielregeln und Transparenz am Markt
Warenbörsen wie die Börse für Landwirtschaftliche Produkte in Wien
sind insbesondere mit der Preisnotierung auf Grund des tatsächlichen
Verkaufs physischer Ware sowie mit der Festsetzung von Usancen und
deren Durchsetzung mit eigenen Schiedsgerichten befasst. Damit
erfüllen sie eine wichtige Funktion für die Transparenz der
Agrarmärkte und für die Rechtssicherheit bei deren Geschäften. Die
europäischen Warenbörsen spielen seit Jahrhunderten eine sehr
wichtige Rolle beim Handel mit Agrarprodukten.
(Schluss) pos
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