AK-Studie (1): Schon jeder zweite Kärntner muss pendeln

Fast 90 Prozent der Berufspendler benutzen eigenen PKW

Klagenfurt (OTS) - 94.974 Kärntner Arbeitnehmer sind jeden Tag unterwegs, um einen Arbeitsplatz außerhalb ihres Wohnortes zu erreichen. Damit muss schon jeder zweite Beschäftigte seiner Arbeit "nachfahren". Die Tendenz ist weiter steigend. Außerdem benutzen fast 90 Prozent der Pendler den eigenen PKW. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Pendlerstudie der Arbeiterkammer Kärnten.

Unter dem Titel "Situation der Berufspendler in Kärnten" hat die Arbeiterkammer Kärnten eine Analyse publiziert, die eine aktuelle Bestandsaufnahme der Pendlerströme und Pendlerzentren in Kärnten ist. Als Grundlage für die Studie dienten die Daten der Volkszählungen 1999 und 2001 sowie die Daten der bei den AK-Wahlen 2000 und 2004 wahlberechtigten Arbeitnehmer.

1991 waren laut Volkszählung 43,2 Prozent der erwerbstätigen Kärntner nicht in ihrer Wohngemeinde, sondern außerhalb ihrer Gemeinde beziehungsweise außerhalb ihres Bundeslandes tätig. Bereits 2001 stieg dieser Anteil auf 50,5 Prozent. Im Jahr 2004 lag der Auspendleranteil der Arbeitnehmer in Kärnten laut den AK-Wahldaten bereits bei 56,3 Prozent.

Das bedeutet, dass in Kärnten bereits 94.974 AK-zugehörige Arbeitnehmer zu ihrem Arbeitsplatz pendeln müssen, 10.178 davon sogar in ein anderes Bundesland. Im Gegenzug pendeln 5.340 Arbeitnehmer aus anderen Bundesländern nach Kärnten.

Das dünn besiedelte Kärnten (rund 59 Einwohner pro Quadratkilometer) ist mit seinen Ballungszentren in Mittelkärnten ein klassisches Pendlerland. Die alpine Topographie ist ein wesentlicher Grund für die teilweise schlechte Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Aus den Volkszählungen 1991 und 2001 ist der klare Trend in Kärnten weg vom öffentlichen Verkehrsmittel hin zum motorisierten Individualverkehr (MIV) ablesbar. Der Anteil der PKW-Pendler an den Gesamtpendlern stieg in diesem Zeitraum von 79,2 auf 89,2 Prozent. Der Anteil der Pendler mit öffentlichen Verkehrsmitteln sank von 19,2 auf 9,3 Prozent, ergab die AK-Analyse.

Die meisten Einpendler weisen in Kärnten die Bezirke Klagenfurt-Stadt (29.651) und Villach-Stadt (12.580) auf. Sie vereinen knapp 47 Prozent der Pendler auf sich und haben als einzige Bezirke einen höheren Einpendler- als Auspendleranteil. Der Bezirk Spittal an der Drau weist mit 11.898 die drittmeisten Einpendler auf, hat aber einen negativen Pendlersaldo, das heißt mehr Auspendler als Einpendler. Der Bezirk Klagenfurt-Stadt verzeichnet von 2000 auf 2004 ein Plus von 4.000 Einpendlern. Fast alle anderen Bezirke weisen ebenfalls Zuwächse auf.

Die Zahl der Auspendler nahm im Vergleich 2000 auf 2004 in allen Bezirken zu. Der größte Teil der Auspendler stammt aus dem ländlichen Raum, aus den Bezirken Villach-Land und Spitta/Drau, gefolgt von Klagenfurt-Land und St. Veit/Glan.

Pendeln ist auch mit einer zeitlichen Belastung verbunden. Wer öffentlich unterwegs ist, hat überdies noch längere Fahrzeiten als mit dem Pkw. Die meisten Tagesauspendler in Kärnten wohnen in einer Entfernung von 16 bis 30 Minuten vom Arbeitsort.

Die vollständige Pendleranalyse der AK Kärnten finden Sie unter
http://www.kaernten.arbeiterkammer.at

(Forts.)

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