- 14.06.2006, 10:29:51
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Broukal zu Forschungspolitik: "Universitäten nicht zu Tode sparen!"
"Es knirscht schon im Gebälk" - SPÖ für bessere finanzielle Ausstattung von Ausbildung und Forschung
Wien (SK) - Man dürfe "die Universitäten nicht zu Tode sparen" -
in den letzten Jahren sei die schwarz-bunte Regierung einen solch
rigiden Sparkurs gefahren, dass es "schon im Gebälk knirscht", warnte
SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal Dienstagnachmittag anlässlich
einer vom Renner-Institut und vom Wissenschaftszentrum Wien
veranstalteten Enquete zum Thema "Welche Forschungspolitik braucht
Österreich?". Broukal hielt ein flammendes Plädoyer für eine bessere
finanzielle Ausstattung der heimischen Forschung und Ausbildung,
forderte aber auch "mehr man- und woman-power in der Forschung" - so
dürfe man speziell Schüler- und Studentinnen "nicht abschrecken", im
naturwissenschaftlichen Bereich tätig zu werden. Zudem müsse man den
ForscherInnen "berufliche Lebensperspektiven bieten". So sollte "etwa
die Hälfte der wissenschaftlichen Universitätsstellen auf Lebenszeit
angelegt sein" - durch regelmäßige Kontrollen sei zu prüfen, dass das
Personal die gesetzten Standards erfülle, führte Broukal aus, der
betonte, dass dieser Vorschlag nicht eine Pragmatisierung bedeute.
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Die Einleitungsreferate zur Enquete des Renner-Instituts hielten
Helga Nowotny(Vizepräsidentin des ERC Scientific Council) und Haim
Hararis(Chairman of the Board, Davidson Institute of Science
Education). Danach diskutierten unter der Leitung von Peter Menasse
(Agentur Communication Matters): Ulrike Felt (Professorin am Institut
für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsforschung der Uni Wien),
Christoph Badelt (Rektor der Wirtschaftsuni Wien, Vorsitzender der
Rektorenkonferenz) und Jörg Flecker (Leiter der Forschungs- und
Beratungsstelle Arbeitswelt FORBA).
"Österreich braucht breite Basis an gut ausgebildeten
Menschen"
Österreich brauche eine "breite Basis an gut ausgebildeten
Menschen, um sich im wirtschaftlichen Wettbewerb halten zu können",
so Broukals Forderung nach einer "ordentlichen Alimentierung" der
heimischen Ausbildung und Forschung. Während die europäische
Rektorenkonferenz dafür eintrete, zwei Prozent vom BIP für die
Forschung bereitzustellen, liege dieser Prozentsatz in Österreich
unter einem Prozent, übte der SPÖ-Wissenschaftssprecher heftige
Kritik daran, dass die "Tendenz unter Schwarz-Blau-Orange sogar
sinkend ist". Österreich sei reich genug, "um den Universitäten das
Ihre zu geben", so Broukal, der unterstrich, dass "gute ForscherInnen
nicht daran scheitern dürfen, dass ihnen die nötigen Geräte fehlen".
Unfairer "stiller Numerus clausus" in Österreich
"Die österreichischen Universitäten sind nach allen
internationalen Vergleichen unteralimentiert", so Broukal, der zudem
einen "stillen Numerus clausus" (lange Wartezeiten, "hohe Mauern",
die den Bildungszugang erschweren) ortete und die Tendenz ausmachte,
"Schwächen des System als subjektive Schwächen der Studierenden
auszugeben". Das sei nicht nur "unfair", sondern gehe auch auf Kosten
der Wissenschaftsstandortes Österreich. Er verwehre sich dezidiert
gegen die These, die hohen Drop-out-Raten seien Folge "der Dummheit
der Studierenden" - vielmehr resultiere dies aus der "Überlastung und
Überforderung des Systems", verdeutlichte Broukal. Der
SPÖ-Wissenschaftssprecher forderte weiters eine engere Zusammenarbeit
zwischen den Universitäten und der Politik. So habe er bis dato noch
von keiner Universität eine Antwort darauf bekommen, was die
Ausbildung eines Studierenden jeweils kostet - stattdessen sei er mit
einem "alles überdeckenden Nebel" konfrontiert, der eine längere
Ausbildungsplanung verunmögliche.
Wissenschaftlichen Nachwuchs forcieren
Die Forschungspolitik brauche einen "langen Atem" und sei "so
aufzustellen, dass sie parteipolitische Machtwechsel unbeschadet
übersteht". Es brauche in der österreichischen Forschungspolitik
überdies andere Strukturen: Nach wie vor sei jungen ForscherInnen zu
lange die volle Konzentration auf ihre eigenen Forschungsthemen
verwehrt, so Broukals abschließendes Plädoyer für eine Forcierung des
wissenschaftlichen Nachwuchses und ein "Öffnen der Türen", wie es
etwa in den USA für die jungen ForscherInnen geschehe. (Schluss) mb
Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at
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