Eric Owen Moss lädt Peter Noever in die SCI-Arc

Southern California Institute of Architecture prämierte vier innovative Projekte für die Architekturikone Schindler House / MAK Center

Los Angeles (OTS) - Eine hochkarätig besetzte Jury prämierte heute Nacht, 9. Juni 2006, in Los Angeles die Ergebnisse des Wettbewerbs "Vertical Garden Project". Mit dieser Initiative unterstützt die Architekturszene von Los Angeles Peter Noever und das MAK im Engagement um die Architekturikone Schindler House. Mit der Errichtung des MAK Center for Art and Architecture Los Angeles leisteten das MAK und Direktor Peter Noever vor zwölf Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung und programmatischen Belebung des Schindler House in West Hollywood. Das revolutionäre Manifest moderner Architektur gerät durch einen vierstöckigen Wohnblock, der an der südlichen Grundstücksgrenze des Schindler House hochgezogen wird, in Bedrängnis.

Eric Owen Moss, Direktor des Southern California Institute of Architecture (SCI-Arc), lud vierzehn Designer zur Teilnahme am Wettbewerb "Vertical Garden Competition" ein, mit dem Ideen zur Bewahrung der Eigenständigkeit des Schindler House entwickelt werden sollten. Das niedrig gebaute Schindler House, bekannt als erster moderner Wohnbau, der Innen- und Außenraum vollständig integriert, ist untrennbar mit seinem Garten verbunden. Im Zentrum stand die Frage, wie durch Landschaftsgestaltung ein "Puffer" zwischen dem Ort des Schindler House und dem gewaltigen, soeben entstandenen benachbarten Baukörper geschaffen werden kann.

Die Juroren Eric Owen Moss, Direktor des SCI-Arc und Leiter von Eric Owen Moss Architects, Peter Noever, Direktor und künstlerischer Leiter des MAK, Chris Burden, Künstler, Los Angeles, Kimberli Meyer, Direktorin des MAK Center for Art and Architecture Los Angeles, sowie Michael Rotondi, RoTo Architects und Direktorium SCI-Arc, zeichneten vier Projekte aus.
Die Eichreichungen
- "Bird Blur" von Taalman Koch Architecture und Kountzman/Coleman,
- "MAK t6 VACANT" des Teams Juan Azulay + David F. Fletcher,
- "Fake Plastic Trees" des Teams Marcelo Spina und
- "Paradox Box" des Teams Griffin Enright
übertrafen bei weitem die Erwartungen.

Zwei der vier ausgewählten Projekte verfolgen einen erstaunlich innovativen Umgang mit der Idee einer dreidimensionalen Lösung, die das Volumen des gesamten Schindler Areals miteinbezieht.

"Fake Plastic Trees" des Teams Marcelo Spina schlägt ein Netzwerk gebogener und abgeschrägter PVC-Rohre vor, die Hydrokulturen Wasser spenden und gleichzeitig Sitz- und Klettergelegenheiten für Besucher bieten. Die Lösung stellt keine bloße Barriere dar, sondern schafft neuen und nutzbaren Raum. Der Bezug zum Wasser und der vertikale Charakter bilden einen ansprechenden Gegensatz zur Erd- und Naturverbundenheit des Schindler House.

"Bird Blur" von Taalman Koch Architecture und Kountzman/Coleman ist eine völlig überraschende Lösung, die die Natur für das Schindler House mobilisiert. Vögelschwärme fliegen zwischen zwei Türmen hin und her. Es entsteht der Eindruck einer paradiesisch wirkenden Intervention. Diese völlig kinetische dynamische Lösung stellt den baulich geringfügigsten Eingriff dar und schafft eine nicht gegenständliche Aura.

Die Wettbewerbseinreichung "Paradox Box" des Teams Griffin Enright schirmt auf allen Seiten gegen Nachbarwohnungen ab, indem sie das flache Schindler House mit einem selbstbewussten Volumen, einem Open-Air-Gebäude, umgibt. Die Lösung besteht in einer Spirale von Doppelhelixrampen mit einem auszuhebenden unterirdischen Auditorium und einem Dachgarten (Sky Meadow), der höher liegt als die Dachkanten der Umgebung. Das unberührte Haus lässt sich von innen oder über eine Reihe von Öffnungen an den Rampen erleben.

"MAK t6 VACANT" des Teams Juan Azulay + David F. Fletcher operiert mit der Entropie eines Gerüsts von Lichtkabeln, das als Trägerstruktur für Würgebäume dient, die in 30 Jahren einen 15 Meter hohen Wald um das Schindler House bilden werden. Dieses Bild erinnert an die vom Dschungel in Besitz genommenen Ruinen der Maya oder Angkor Wat. Das Projekt unterstreicht, dass letztlich alle menschlichen Schöpfungen der Natur unterworfen sind und steht in einem überzeugenden Kontext zwischen Experiment und Bewahrung.

Die Ergebnisse des "Vertical Garden"-Wettbewerbs werden der Öffentlichkeit in einer Ausstellung im SCI-Arc präsentiert, die bis 10. Juli 2006 zu sehen ist. Sie wird gemeinsam mit drei weiteren Ausstellungen - den "AIA/LA Design Awards", "Coop Himmelb(l)au:
SKY-Arc", und "Making the Eternal New: Recent Works of Moule & Polyzoides" - gezeigt. Eröffnet werden die Ausstellungen mit einem gemeinsamen Empfang am 9. Juni 2006. Bedeutende Architekten und Architekturkritiker wie Thom Mayne, Wolf Prix, Sylvia Lavin, William Fain, Jeffrey Inaba und Frances Anderton sind geladen zu reden.

Die überzeugenden Lösungen zur "Vertical Garden Competition" entwickelten folgende Architekten und Designer: A|UM Studio, Ed Keller und Carla Leitao; David F. Fletcher + Juan Azulay; Emergent/Thomas W. Wiscombe; Griffin Enright Architects; Heather Flood, HOLA; Jeffrey Inaba; Darin Johnstone; Elena Manferdini; Marcelo Spina - PATTERNS; Jason Payne + Ramiro Diaz-Granados; Florencia Pita, mod; Alexis Rochas, I/O; David Erdman, servo; und Taalman Koch Architecture gemeinsam mit Kountzman/Coleman.

Der "Vertical Garden"-Wettbewerb ermutigte zu unkonventionellen Projekten, wie etwa zur Einbeziehung des High Tech, eines Veranstaltungs- oder Ausstellungsraums, einer dem Ambiente angepassten, temporären Kunstinstallation oder einem reinen Landschaftsgarten. Über ihre Ausbildung als Architekten, Landschaftsgärtner oder Stadtgestalter hinaus brachten die Teilnehmer spezielle Fähigkeiten auf den Gebieten der Medien, Ausstellungsgestaltung, Innenarchitektur, Grafik und Design, Werbung sowie der bildenden Kunst in das Projekt ein. Begeistert von überzeugenden Einreichungen aller Teilnehmer erklärte sich Peter Noever spontan bereit, die Ausstellung des "Vertical Garden"-Projekts auch im MAK Wien zu zeigen.

"Vertical Garden" ist eine Fortsetzung des Wettbewerbs "Schindler’s Paradise: Architectural Resistance" (2003): Etablierte wie junge Architekten entwickelten zwanzig Alternativvorschläge für den damals noch in Planung befindlichen Wohnkomplex auf dem Nachbargrundstück des Schindler House. Die Ergebnisse des Wettbewerbs wurden anschließend in einer Ausstellung präsentiert.

Das SCI-Arc hat seinen Sitz in der West Third Street 960 in Los Angeles. Informationen über Studienprogramme und Veranstaltungen im Internet unter www.sciarc.edu oder telefonisch unter (+1-213) 613 2200.
Informationen über das MAK Center for Art and Architecture im Internet unter www.MAKcenter.org oder telefonisch unter (+1-323) 651 1510.

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