GPA startet Offensive zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Call-Centern

Homepage und Hotline zur Information und Beratung für Betroffene

Wien (GPA/ÖGB) - "Call-Center-Agents sind die Visitenkarte eines Unternehmens, ihre Situation als Beschäftigte entspricht jedoch nicht dieser Position. Wir haben es hier mit Arbeitsverhältnissen zu tun, die stark an eine Dienstbotengesellschaft erinnern, mit allzeit verfügbaren, schlecht bezahlten, rechtlosen und ausgebeuteten Menschen", erklärt Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), anlässlich der heutigen Präsentation einer Studie zur 'Qualität der Arbeitsbedingungen in Call-Centern'. +++++

Freie MitarbeiterInnen von externen Call-Centern sind rechtlich massiv benachteiligt. Der Trend zu niedrigen Löhnen, atypischen Arbeitsverhältnissen und fehlender betrieblicher Vertretung ist deutlich. Da der Anteil von Frauen in dieser Branche besonders hoch ist, sind Frauen stärker betroffen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA). Die GPA hat sich die Verbesserung der Beschäftigten in Call-Centern zum Ziel gesetzt.

Vor allem in externen Call-Centern werden viele Beschäftigte nicht angestellt, sondern nur als freie DienstnehmerInnen engagiert. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um verdeckte Dienstverhältnisse. Mittlerweile prüfen die Gebietskrankenkassen die Call-Center-Branche flächendeckend. "Wir setzen uns für eine Überführung dieser verdeckten in reguläre Dienstverhältnisse ein, sowie auch für einen echten Call-Center-Kollektivvertrag für die externen Call-Center", so der Vorsitzende der GPA Wolfgang Katzian.

Die GPA veranstaltet heute, Montag, einen Aktionstag vor Call-Centern in ganz Österreich. Dabei werden Informationsmaterialien an die Beschäftigten verteilt. Eine eigene Homepage www.callgpa.at und die Hotline 0800-220301 (Montag, 29. Mai, 15 Uhr bis Dienstag, 30.Mai, 18 Uhr) informiert die Beschäftigten über ihre Rechte und stellt ein spezielles Beratungsangebot für Call-Center-Agents zur Verfügung.

"Wir wollen Menschen, die in Call-Centern arbeiten, in die Diskussion einbeziehen. Gleichzeitig soll die Vernetzung zwischen Call-Center-Agents, BetriebsrätInnen und GewerkschaftsvertreterInnen hergestellt werden. Dadurch wird auch die gewerkschaftliche Verhandlungsmacht bei Kollektivvertragsverhandlungen mit der ArbeitgeberInnenseite gestärkt", erklärt Sandra Stern von der GPA-Interessengemeinschaft work@flex die Strategie der GPA.

Für atypisch beschäftigte Call-Center-Agents, die freie DienstnehmerInnen oder WerkvertragsnehmerInnen sind, fordert die GPA die Einbeziehung in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung und gleiche Rechte im Krankheitsfall sowohl gegenüber AuftrageberInnen als auch gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Weiters sollen freie DienstnehmerInnen das aktive und passive Wahlrecht auf betrieblicher Ebene ausüben können.

"Wir fordern jene Call-Center-BetreiberInnen, die versuchen, Betriebsratswahlen zu verhindern, auf, dies in Zukunft zu unterlassen. Denn die Anliegen, die von BetriebsrätInnen dringend vertreten werden müssten, reichen von der weit verbreiteten Überwachung am Arbeitsplatz über den permanenten Leistungsdruck, dem Call-Center-Agents ausgesetzt sind, bis hin zu fehlenden

Weiterbildungsmöglichkeiten", so Katzian abschließend. ÖGB, 29. Mai 2006 Nr. 383

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