- 26.05.2006, 11:23:54
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ARBÖ: Verkehrssicherheit kommt unter die Räder der Frächter
Dürftiger Fahrverbotskalender 2006 wird zu noch mehr Staus führen
Wien (OTS) - Auch in diesen Sommer soll es nach dem Willen des
Verkehrsministers nur auf wenigen österreichischen Autobahnstrecken
ein ausgeweitetes Wochenend-Fahrverbot für LKW geben. "Der sogenannte
Fahrverbotskalender 2006, dessen Begutachtungsfrist heute zu Ende
geht, ist viel zu dürftig und nimmt auf die Interessen der Frächter
mehr Rücksicht als auf die Verkehrssicherheit", kritisiert die
Leiterin des ARBÖ-Rechtsreferates Dr. Barbara Auracher-Jäger.
Außerdem ist der Kalender weder mit den Ferienterminen wichtiger
Urlaubsländer noch mit den staukräftigsten Wochenenden abgestimmt.
Rückblende: Bis 2004 wurden in Österreich mit Hilfe der
Ferienreiseverordnung die LKW während der reiseintensiven
Urlaubsmonate schon ab Samstag früh (8 Uhr) von den Autobahnen
verbannt und nicht erst ab 15.00 Uhr, wie an den sonstigen
Wochenenden. Dieses verlängerte LKW-Fahrverbot, das auch auf die vier
reiseintensivsten Freitage des Sommers ausgedehnt worden war, hatte
auf 66 Prozent des gesamten österreichischen Autobahn- und
Schnellstraßennetzes gegolten.
Im Vorjahr hat der Verkehrsminister erstmals auf diese seit 13
Jahre bewährte Trennung von Urlauberströmen und Güterverkehr
verzichtet und das erweiterte LKW-Wochenendfahrverbot nur auf wenige
Streckenabschnitte reduziert. Das Ergebnis: Laut einer Halbzeitbilanz
des ARBÖ sind vorigen Sommer die Megastaus an den ersten sechs
Feriensamstagen gleich um 50 Prozent länger ausgefallen. Vor allem
auf der Tauernautobahn (A10) hat die Dauer der Staus im Vorjahr
deutlich zugenommen, insbesondere in Richtung Süden.
Auch auf der Inntal Autobahn (A12) und auf der Brenner Autobahn
(A13) haben die ARBÖ-Stauberater im Vorjahr deutlich mehr LKW
registrieren müssen. Hier gilt zwar das erweiterte
LKW-Wochenfahrverbot, aber erst ab 9 Uhr und nur für LKW, deren Ziele
in Italien liegen. LKW, die innerhalb Österreichs bleiben, dürfen bis
15 Uhr fahren. "Wie bitte will man so ein kompliziertes Verbot
kontrollieren? Mitten im Urlauberstrom?" - fragt sich die
ARBÖ-Verkehrsjuristin.
Das erweiterte Fahrverbot zwischen 1. Juli 2006 bis 2.September
2006 gilt auf folgenden Autobahnstrecken :
* Inntal Autobahn (A12) von der Staatsgrenze bei Kufstein bis zur
Anschlussstelle Imst sowie Brenner Autobahn (A13) von der
Staatsgrenze bis zur Anschlussstelle Innsbruck/Süd, wenn das Fahrziel
südlich des Brenners liegt
* Ost-Autobahn (A4) von der Anschlussstelle Schwechat bis zur
Staatsgrenze bei Nickelsdorf
* Loferer Straße (B178) von Lofer bis Wörgl
* Ennstal Straße (B320) im gesamten Bereich
* Seefelder Straße (B177) im gesamten Bereich
* Fernpassstraße (B179) von Nassereith bis Biberwier
* Aachensee Straße (B181) im gesamten Bereich
Statt Jahr für Jahr einen neuen Fahrverbotskalender herauszugeben,
fordert der ARBÖ eine Verordnung, die für mehrere Jahre gültig ist
und die zu allen Ferienzeiten gilt, im Sommer, zu Weihnachten, zu
Ostern, Pfingsten und in den Semesterferien. Zusätzlich sollte das
LKW-Fahrverbot auf Freitage an mindestens sechs stauverdächtigen
Wochenenden aufgrund des Ferienbeginnes auch in Nachbarstaaten auf
den 30. Juni, 7 Juli, 28 Juli, 4. August, 25. August und 8. September
ausgedehnt werden.
Rückfragehinweis:
ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 89121-280
mailto:[email protected]
http://www.arboe.at
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