• 23.05.2006, 10:13:21
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Gesetzwidrige Jagd auf Fasane aus Kisten verhindert - Behörde verfolgt Tierschutzverein

BH Tulln leitet Strafverfahren gegen den Verein Gegen Tierfabriken anstelle der JägerInnen wegen Tierquälerei ein!

Wien (OTS) - Am 18. November 2005 trafen sich zahllose JägerInnen
zur Europameisterschaft für Retrieverhunde in Würmla, Bezirk Tulln,
NÖ. Um für die Hunde gesicherte Beute zu bieten, brachten die
JägerInnen auch einige Kisten mit je 8 lebenden Fasanen mit und
platzierten diese in einem Kukuruzfeld, um sie dann einzeln vor den
JägerInnen als Kanonenfutter zum Abschuss aufzuscheuchen. Doch 25
AktivistInnen machten den JägerInnen einen Strich durch die Rechnung
und verhinderten den Jagdspaß auf zahme, gefangene Tiere, indem sie
die Polizei riefen. Diese kam auch, beendete die Jagd und verwarnte
die JägerInnen.

Die Bezirkshauptmannschaft Tulln reagierte ebenfalls - 6 Monate
später. Am 22. Mai trudelte beim Verein Gegen Tierfabriken, der auf
seiner Webseite von diesem Vorfall berichtet hatte, eine Anzeige der
BH gegen den VGT-Obmann wegen Tierquälerei ein. Ein mit der Aktenzahl
TUS2-S-064506 versehenes Schreiben, unterzeichnet "Für den
Bezirkshauptmann" von BearbeiterIn "Schmid", erläutert, dass die
Fasane durch das Eingreifen der TierschützerInnen entkommen wären,
ohne abgeschossen worden zu sein. Dadurch würden sie langsam zugrunde
gehen, weil Zuchtfasane nach dem Aussetzen nicht lebensfähig sind.
Und das wäre eine den TierschützerInnen anzulastende Tierquälerei.

VGT-Obmann DDr. Balluch kommentiert: "Es kann sich hier wohl nur
um einen Aprilscherz handeln! JägerInnen züchten Fasane, um sie dann
entgegen jeder Moral als Kanonenfutter für die perverse Befriedigung
ihrer Tötungslust zu benutzen. Dazu bringen sie diese Fasane zur
Jagd, um sie dort gleich zum Abschuss aus den Transportkistln zu
holen. So ersparen sie sich die hohen Verluste, die das Freilassen
von Zuchtfasanen 4 Wochen vor der Jagdzeit, wie es das Jagdgesetz
vorsieht, mit sich bringen würde. Dieses unmoralische und
gesetzwidrige Vorgehen wird von engagierten Personen verhindert, die
die Polizei einschalten. Und der Behörde fällt daraufhin nichts
Besseres ein, als diese Personen wegen Tierquälerei anzuzeigen, die
ja selbst schlimmste Tierquälerei verhindert, öffentlich angeprangert
und polizeilich angezeigt haben."

Und weiter: "Der Schluss liegt nahe, dass hier wieder einmal der
Einfluss der Jägerschaft, der bis in die höchsten Ämter zu reichen
scheint, ähnlich anderswo der Mafia, zu spüren ist. Dieses
Einschreiten der BH ist offensichtlich eine reine Schikane. Jedes
Jahr lassen die JägerInnen in Österreich hunderttausende Zuchtfasane
aus, ohne dass die BH das als Tierquälerei verfolgen würde. Eine
derartige Behördenwillkür ist für den Rechtsstaat Österreich schlicht
und einfach nicht tragbar!"

Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, Mobil: 0676/720 39 54, Tel.: 01/929 14 98-0

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