WWF informiert: Land Bayern will Bären abschießen

Bären-Managementplan sieht diese Variante in Ausnahmefällen vor

Wien (OTS) - Die Entscheidung wurde heute vom bayrischen Umweltminister Schnappauf in einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz bekannt gegeben. Sie wurde gemeinsam mit Wildbiologen und Bärenexperten gefällt. Der WWF bedauert diese Entwicklung, weist aber darauf hin, dass der Abschuß eines verhaltensauffälligen Bären in Ausnahmefällen gerechtfertigt sein kann. Bei einem Bären, der die Nähe des Menschen aktiv und häufig sucht, kann die Gefährdung von Menschen nicht mehr ausgeschlossen werden.

Der in Österreich vorliegende Bären-Managementplan sieht bei verhaltensauffälligen Bären als erste Maßnahme den Fang und die Besenderung des Tieres vor. Wenn der Standort des Tieres mittels Sender nachverfolgt werden kann, kann dem Bären in einer "Vergrämungsaktion" die natürliche Scheu vor dem Menschen wieder anerzogen werden. Der Abschuß eines Bären ist erst dann vorgesehen, wenn diese Methoden erfolglos waren, oder nicht durchgeführt werden können.

Neben dem Abschuß des Bären besteht nach wie vor die Möglichkeit eines Fang- oder Betäubungsversuches. Die Erfolgsaussichten dafür sind jedoch gering. Über die Vorgehensweise bei einer Rückkehr des Bären nach Österreich beraten Bärenanwälte und Behörden derzeit noch. In einem morgigen Pressegespräch mit dem Tiroler Landesrat Steixner wird der Maßnahmenplan in Österreich bekanntgegeben. (AVISO 15 Uhr, Details werden morgen vormittag bekannt gegeben)

Nach wie vor hat der Bär Menschen gegenüber kein aggressives Verhalten gezeigt, die Häufung der Schäden zeigen aber, dass ein konfliktfreies Nebeneinander von Mensch und Bär bei diesem Individuum sehr unwahrscheinlich ist. Der WWF bedauert, dass es sich beim ersten Bären in Deutschland um ein verhaltensauffälliges Tier handelt. An sich würden Braunbären auch in Bayern gute Lebensbedingungen vorfinden.

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