• 02.05.2006, 10:00:57
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Moldau: Österreichische Wirtschaft sondiert Marktpotential

Republik Moldau wird bald EU-Nachbar - österreichisches Interesse im Steigen - Am 17. Mai 2006 Einzelgespräche mit Firmen aus Moldau in der WKÖ

Wien (PWK721) - Die EU-Außengrenzen werden sich mit dem
EU-Beitritt von Rumänien und Bulgarien weiter nach Osten verschieben.
Ein neuer EU-Nachbar wird dann die an Rumänien grenzende Republik
Moldau. Ende April reiste eine 60-köpfige Wirtschaftsdelegation unter
Leitung von WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz Ende April 2006 nach
Moldau, um bereits jetzt beim nächsten EU-Nachbarn mögliche
Geschäftschancen zu eruieren. "Kooperationsmöglichkeiten gib es
insbesondere bei der Verarbeitung von Agrarprodukten und im Weinbau
sowie bei der Nutzung der günstigen Arbeitskräfte", fasst Schenz
seine Eindrücke zusammen. Auch im Infrastrukturbereich gibt es einen
Riesennachholbedarf, allerdings bedürfe es dazu Finanzierungen
internationaler Entwicklungsbanken, so Schenz. "Wie in anderen
Ländern Südosteuropas will die österreichische Wirtschaft auch in
Moldau zur Nummer 1 unter den Auslandsinvestoren werden und ortet
zeitgerecht das Potential."

Premierminister Tartev, Wirtschafts- und Handelminister Lazar und
der Bürgermeister der Hauptstadt Chisinau Ursu betonten, dass die
österreichische Wirtschaft in Moldau herzlich willkommen sei.
Investoren bietet das kleine zwischen Rumänien und der Ukraine
gelegene Land eine Reihe von Vorteilen, wie Steuererleichterungen
oder sogar Steuerfreiheit in der Anfangsphase einer Investition
sowie die Möglichkeit der zollfreien Einfuhr von Anlagegegenständen.
Der Einkommenssteuersatz der Republik Moldau beträgt generell nur
15%. Die guten Handelsabkommen ermöglichen den zollfreien Export von
rund 90% aller moldauischen Waren in die GUS-Staaten, die Länder
Südosteuropas und in die EU. Der Durchschnittsverdienst im Land
beträgt rund 80 Euro pro Monat. 90% der Gesetzgebung Moldaus seien
bereits WTO-konform, so die moldauischen Politiker.

Die österreichischen Exporte in den 4,4 Mio. Einwohnermarkt
betrugen im Jahr 2005 rund 23 Mio. Euro (+19% gegenüber 2004), die
Importe 15 MIo. EUR (+29%). Schenz erwartet sich insbesondere auch
aus der WIFI-Managementausbildung in der Republik Moldau weitere
Impulse, da dadurch der österreichischen Wirtschaft laufend nach dem
österr. WIFI-System in der Moldau ausgebildete Manager als
Wirtschaftspartner zur Verfügung gestellt werden. Die nächsten
Manager aus Moldau stehen am 17.5. in der WKÖ zu Einzelgesprächen zur
Verfügung. Die Republik Moldau ist ein Schwerpunktland der
österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit. Mit neuen
Kooperationsinstrumenten der Austrian Development Agency (ADA) werden
nun auch entwicklungspolitisch relevante Projekte von Unternehmen in
der Republik Moldau unterstützt. Raiffeisen hat kürzlich eine
Repräsentanz in der Hauptstadt Chisinau eröffnet. Österreichische
Investoren beliefern von Moldau aus Westeuropa mit Nüssen. Die GRAWE
führt eine Repräsentanz für das Lebensversicherungsgeschäft, die Fa.
S&T eine für den IT-Vertrieb und Quehenberger für das
Speditionswesen. Austrian Airlines bietet gemeinsam mit Air Moldova
10 wöchentliche Flugverbindungen zwischen Wien und Chisinau an.
Österreichische Konsulenten kennen die Republik Moldau aus
abgewickelten Weltbankaufträgen im Energie- und Transportbereich.

Die moldauische Wirtschaft ist seit dem dramatischen Einbruch im
Jahr 2000 um durchschnittlich 7% pro Jahr gewachsen. Trotzdem gehört
das Land mit einem Bruttoinlandsprodukt von ca. 7 Mrd. US-Dollar zu
den ärmsten Ländern Europas. Wichtigste Einkommensquelle sind die
Rücküberweisungen von im Ausland lebenden Moldauern. Die Republik ist
in erster Linie ein Agrarland. Rund 40% des BIP werden in der
Landwirtschaft erarbeitet. Dabei spielt vor allem der Weinbau mit
147.00 ha Anbauflächen und 130 tätigen Firmen eine große Rolle (9%
des BIP, 28% aller Exporte, 25% aller Beschäftigten). Die Industrie
konzentriert sich auf die Herstellung von Konsumgütern (insbesondere
Textilien), Landmaschinen und die Verarbeitung von Obst und Gemüse.
Der Übergang zur Marktwirtschaft verläuft langsam,
Auslandsinvestitionen erreichen das Land nur in spärlichem Ausmaß.
Vom Wirtschaftsaufschwung profitiert besonders der Bausektor in der
in der 700.000 Einwohnerstadt Chisinau. Für den dringend nötigen
Ausbau und die Wartung der Infrastruktur fehlen jedoch Chisinau die
finanziellen Mittel. (BS)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich,
AWO-Süd-Osteuropa (AWO),
Mag. Franz Rössler
Tel: +43 (0)5 90 900 4442

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