- 26.04.2006, 20:00:44
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Neues Volksblatt: "Verbockt" (von Christian Buchar)
Ausgabe vom 27. April 2006
Linz (OTS) - Erst wird ein Komplett-Verkauf der BAWAG verkündet,
dann bricht die Debatte über Anteile und Sperrminoritäten aus. Erst
soll heuer ein Bundeskongress stattfinden, dann erst Oktober 2007,
jetzt doch "schon" im Jänner. Man muss ein sehr, sehr überzeugtes
(oder abgestumpftes) ÖGB-Mitglied sein, um dem jetzigen
Chaosmanagement auf rundum interimistischer Basis noch positive
Seiten abgewinnen zu können.
Die eigentlichen Zukunftsfragen - einmal mehr sei hier der Umgang mit
den neuen Arbeitsformen eingemahnt - und die überfällige
Modernisierung des ÖGB bleiben weitgehend ausgeklammert. Der
strukturell stockkonservative Apparat ergeht sich lieber in alten
Machtkämpfen zwischen den großen Blöcken und diversen kleinen
Haxelstellereien. In der SP-Fraktion lädt das von Nürnberger
hinterlassene Vakuum dazu ein. Und an der ÖGB-Spitze zeigt sich, wie
tief die - vom Puffer Verzetnitsch ohnedies nur mühsam übertünchten -
internen Querelen tatsächlich sind. Was bei dieser Provisorienorgie
vollends unter die Räder kommt, ist der eigentliche Auftrag: die
konstruktive Arbeitnehmervertretung. Der Neustart ist verbockt.
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