- 26.04.2006, 11:11:14
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Greenpeace-Geschäftsführer Leipold zu Tschernobyl: Stopp der Atom-Renaissance!
Preisgekrönte Greenpeace-Fotoausstellung "verdrängt - verstrahlt - vergessen" ab heute im Naturhistorischem Museum Wien zu sehen
Wien (OTS) - Am 20. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl
wendet sich Gerd Leipold, Geschäftsführer von Greenpeace
International, an die internationale Gemeinschaft: "Tschernobyl war
nicht nur ein industrieller Unfall. Es war eine Tragödie
unvorstellbaren Ausmaßes. Die Opferzahlen sind vermutlich weit höher,
als ursprünglich gedacht. Heute geht es aber nicht um Statistiken:
Der 20. Jahrestag der Katastrophe ist der angemessener Zeitpunkt, der
Opfer zu gedenken."
Rund um die Welt zeigen derzeit Fotoausstellungen Porträts von
Menschen, die mit den Folgen der radioaktiven Verstrahlung und ihren
sozialen Auswirkungen leben müssen: Kinder, die an Krebs und
Verkrüppelungen leiden und alle 15 Minuten unter extremen Schmerzen
im Spital umgebettet werden müssen. Eltern, die selbst an chronischen
Krankheiten auf Grund der Strahlung leiden. Alte Menschen, die keine
Alternative haben und deshalb Pilze essen und Holzscheite verheizen
müssen, die in Westeuropa als radioaktiver Abfall gelten. "Wenn wir
von den angeblichen ‚Segnungen’ der Atomkraft hören, müssen wir in
die Augen dieser Menschen sehen", so Leipold.
Die internationale Gemeinschaft hat versagt, den Opfern von
Tschernobyl zu Hilfe zu kommen: Nicht nur, dass Organisationen wie
die IAEA die Folgen herunterspielen, sie hat ihre Verantwortung nicht
wahrgenommen, die Opfer aus dem Schatten der Katastrophe
herauszuholen und ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen.
Leipold: "Wir müssen sicherstellen, dass es zu keinen weiteren
Tschernobyls kommt. Der einzige Weg dazu ist, sicherzustellen, dass
die Atomkraft keine Zukunft hat und dass massiv in erneuerbare
Energien investiert wird. Die Regierungen der Welt und die
internationalen Organisationen müssen am 20. Jahrestag von
Tschernobyl ihrer Verantwortung nachkommen und für einen raschen und
nachhaltigen Ausstieg aus der Atomkraft sorgen."
Im Wiener Naturhistorischen Museum zeigt Greenpeace ab heute die
Ausstellung "verdrängt - verstrahlt - vergessen" mit Fotos des von
Robert Knoth. Knoth erhielt für eine der im Rahmen der Ausstellung
gezeigten Arbeiten den renommierten "World Press Award". Die Bilder
zeigen die Folgen der Reaktorkatastrophe in Form von bedrückenden
Porträts von Menschen und Orten aus der Ukraine von heute.
Rückfragehinweis:
Thomas Hohenberger, Pressesprecher, +43-664-5308186
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