- 26.04.2006, 10:46:57
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Biomasse für Europa
Kopetz präsentiert Perspektiven einer europäischen Biomasse-Politik in Brüssel
Wien/Brüssel (OTS) - "Angesichts der Verknappung der fossilen
Ressourcen und dem fortschreitenden Klimawandel und vor allem
angesichts der damit verbundenen dramatischen Preisanstiege am
Energiemarkt sollte es Klarheit über die langfristige Zielsetzung für
das europäische Energiesystem geben und davon abgeleitet klare Ziele
und Grundsätze für die Entwicklung der Biomasse", fordert Heinz
Kopetz, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes und
Präsident des Europäischen Biomasse-Verbandes (AEBIOM), anlässlich
seiner Rede am "Energy Day" in Brüssel. Die Veranstaltung im
Europäischen Parlament demonstrierte unter dem Motto "energyze
yourope" anhand der Beispiele von Schweden, Deutschland und
Österreich mögliche Wege aus der derzeitigen Energiekrise.
Maximaler Beitrag der Biomasse
Kopetz präsentiert dazu Schwerpunkte für eine optimale
Biomasse-Politik: "Die längerfristige Zielsetzung sehe ich in der
möglichst weitgehenden Umstellung unseres Energiesystems auf
erneuerbare Energieträger bei gleichzeitiger Reduktion des
Primärenergieverbrauches durch höhere Effizienz und verstärktes
Energiesparen. Daraus folgt als oberste Zielsetzung für die Biomasse:
Die Biomasse soll den maximal möglichen Beitrag zur Versorgung
Europas mit Endenergie erbringen."
Drei Kriterien bestimmen diese "Best policy" für Biomasse:
- Minimierung der Umwandlungsverluste,
- Maximierung der Energieerträge je Hektar sowie
- Minimierung der Kosten.
Wärmegewinnung am effizientesten
"Sowohl vom Standpunkt der erreichbaren Effizienz, der
Energieausbeute je Hektar als auch der Erzeugungskosten ist der
Schwerpunkt der energetischen Biomassenutzung auf die Wärmeerzeugung
zu legen", ist der Vorsitzende überzeugt. "Der rasche Umbau des
Wärmesystems kann aber nur gelingen, wenn es nationale Programme für
private Haushalte und Betriebe gibt - z. B. generelle
Investitionszuschüsse in der Höhe von 30 bis 40 % und hohe Steuern
auf fossile Brennstoffe (Heizöl, Erdgas)."
Die Erzeugung von Biotreibstoffen hilft die Abhängigkeit Europas
von Energieimporten zu verringern. Sie soll laut Kopetz daher weiter
ausgebaut werden. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die
Energieausbeute je Hektar und die Energiebilanz deutlich schlechter
ist als bei der Wärmeerzeugung. Es zeichne sich ab, dass bei
Beachtung der aufgezeigten Prioritäten, die Biomasse aus Europa in
Zukunft jedenfalls weniger als ein Viertel des aktuellen
Treibstoffverbrauches decken kann.
Nationale Umsetzungsprogramme als Schlüssel zum Erfolg
Eine deutliche Absage erteilt der Biomasse-Experte der reinen
Stromerzeugung aus Biomasse ohne volle Nutzung der dabei frei
werdenden Wärme bzw. der Zufeuerung in Kohlekraftwerken. Dies führe
zu ineffizienten Systemen und zur Vergeudung des wertvollen Rohstoffs
Biomasse. "Das Beispiel Cofiring zeigt, dass es nicht genügt, im
bestehenden Energiesystem einfach fossile Energieträger durch
Biomasse zu ersetzen, sondern dass es notwendig ist, eine neue
dezentrale Versorgungsstruktur aufzubauen, beispielsweise durch die
Errichtung von Nahwärmesystemen oder durch die Entwicklung kleiner
dezentraler Stromerzeugungseinheiten für Biomasse", so Kopetz
abschließend. "Der vorliegende Europäische Biomasse-Aktionsplan muss
weiter entwickelt werden und vor allem die nationale Verantwortung
für die Umsetzung stärker zum Ausdruck gebracht werden."
Rückfragehinweis:
DI Stephan Grausam Österreichischer Biomasse-Verband Franz Josefs-Kai 13, A-1010 Wien Tel: +43-1-533 07 97-32 Fax: +43-1-533 07 97-90 mailto:[email protected]
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