• 21.04.2006, 10:05:02
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Illegales Holz schädigt Österreichs Holzwirtschaft

WWF fordert Österreich und EU zu geeigneten Maßnahmen auf.

Wien/Brüssel. (OTS) - In einem heute in Brüssel veröffentlichten
Bericht stellt der WWF fest, dass Österreich den Import von illegal
geschlägertem Holz nur unzureichend bekämpft. "Der Handel mit illegal
geschlägertem Holz und den daraus hergestellten Produkten muss in der
EU gesetzlich verboten werden", fordert DI Gerald Steindlegger,
Waldexperte des WWF. Im Rahmen des Walddialogs hat sich Österreich
verpflichtet, eine EU-Initiative voranzutreiben. "Minister Josef
Pröll wäre gerade jetzt während der EU-Ratspräsidentschaft zum
Handeln aufgefordert", so Steindlegger.

Illegaler Holzeinschlag ist eine der Hauptursachen dafür, dass
weltweit jährlich rund 13 Millionen Hektar Wald - eine Fläche doppelt
so groß wie Österreich - zerstört werden. Das hat nicht nur für Natur
und Umwelt dramatische Folgen. Mit den Wäldern geht auch deren
Schutzfunktion verloren. Als Folge kommt es immer wieder zu
verheerenden Naturkatastrophen wie Erdrutschen, Hochwasser und
großräumigen Überschwemmungen. Daneben gehen gerade den ärmsten
Ländern der Welt durch illegalen Holzeinschlag Einnahmen in
Milliardenhöhe verloren, die dort dringend benötigt würden.

Nach einer Studie des WWF stammen bis zu zehn Prozent der
importierten Holz- und Papierprodukte aus illegalen oder verdächtigen
Quellen. Ein Großteil davon kommt über Drittländer, in denen illegal
geschlägertes Holz zu Möbeln, Parkett oder Papier verarbeitet wurde,
nach Österreich. "Letztendlich schadet der unlautere Wettbewerb mit
illegal geschlägertem Holz auch der heimischen Forst- und
Holzwirtschaft", erklärt Steindlegger. Der Holzpreis wird dadurch
weltweit um sieben bis 16 Prozent gedrückt.

Im "Online-Government-Barometer" - einem Vergleich der EU-Staaten
über Maßnahmen gegen illegalem Holzimport - belegt Österreich nur den
elften Platz. Positiv bewertet der WWF, dass Österreich als bisher
einziger EU-Staat Maßnahmen zur Kontrolle des illegalen
Holzeinschlags und -handels im nationalen Waldprogramm festschrieb.
Eine entsprechende EU-Initiative wird aber während der
österreichischen Ratspräsidentschaft nur mäßig vorangetrieben.
Besonders kritisiert der WWF, dass Österreich - als einziges Land
neben Polen - keine Möglichkeit sieht, illegalen Holzeinschlag in den
neuen Mitgliedsstaaten und den Beitrittskandidaten durch EU-Maßnahmen
zu einzudämmen, obwohl die betroffenen Länder selbst um Unterstützung
ansuchen.

Nach Ansicht des WWF sollte die Bekämpfung von illegalem
Holzeinschlag auch in der österreichischen Entwicklungshilfe
verstärkt berücksichtigt werden, denn für eine dauerhafte
Armutsbekämpfung ist eine kontrollierte und nachhaltige Nutzung
natürlicher Ressourcen erforderlich. Als weiterer Schritt müssen für
die öffentliche Beschaffung wirkungsvolle Kriterien entwickelt
werden, um zumindest auszuschließen, dass der österreichische Staat
selbst Holz- und Papierprodukte aus illegalen Quellen kauft.
"Ansonsten wird statistisch weiterhin jedes 20. Kind in Österreich
auf einer Schulbank aus illegal geschlägertem Holz sitzen", so das
Fazit des WWF-Waldexperten DI Steindlegger.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF Österreich, Tel. 0676-83488231.
DI Gerald Steindlegger, WWF Österreich Waldprogramm, Tel. 0676-83488216.

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WWF

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