• 11.04.2006, 15:24:39
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Exporterhebung der WK Salzburg für 2005 - EU-Erweiterung genutzt, neue Märkte erschlossen - Industrie stärkster Träger der Exportwirtschaft

Salzburger Wirtschaft ist noch internationaler geworden - Exportvolumen um fast ein Drittel ausgeweitet

Salzburg (OTS) - Salzburg, 11. April 2006/WKS. Auch im Bundesland
Salzburg darf man für die Jahre 2003 bis 2005 von einem Export-Boom
sprechen. Wie die im Zweijahresabstand durchgeführte Exporterhebung
der Wirtschaftskammer Salzburg ergeben hat, wuchsen die Exporte aus
Salzburg um 31% Prozent auf 7,427 Mrd. Euro. Das ist eine weit
überdurchschnittliche Entwicklung im Vergleich zu Gesamtösterreich,
wo in den vergangenen beiden Jahren ein (voraussichtliches)
Exportwachstum von 18% auf mehr als 90 Mrd. Euro erzielt wurde.
"Die neueste Exporterhebung der WKS zeigt ganz deutlich: Salzburgs
Wirtschaft hat sich weiter internationalisiert, mehr Betriebe denn je
sind im Export tätig. Unsere Betriebe haben die EU-Erweiterung und
die Chancen auf den neuen Märkten erfolgreich genutzt und sind auf
den Weltmärkten tätig, und das zunehmend außerhalb der EU", zieht
WKS-Präsident KommR Julius Schmalz den Schluss aus der Untersuchung,
die er gemeinsam mit dem Obmann der Sparte Industrie, Bergrat h. c.
Dipl.-Ing. Josef Wöhrer, und Dr. Christian Möller, Leiter der
Abteilung für Handelspolitik und Außenhandel, präsentierte.
"Durch die EU-Integration und die EU-Erweiterung haben die
exportierenden Unternehmen an Wettbewerbsstärke zugelegt. Sie haben
nun ihren Wirkungskreis erweitert und spielen am weltweiten Parkett
mit. Salzburgs Wirtschaft ist noch internationaler geworden",
berichtet Salzburgs Wirtschaftskammerpräsident: "Das ist ein Zeichen
von großer Wettbewerbsfähigkeit und für die Gesamtwirtschaft von
enormem Vorteil. Denn der Export ist auch für Salzburg ein besonderer
Konjunktur- und Beschäftigungsmotor."
Die Exporterhebung fußt auf einer Befragung nahezu aller als
Exporteure erfassten Mitglieder der WK Salzburg. Sie deckt damit den
überwiegenden Teil aller Exporte aus Salzburg ab, wobei es zu
erwähnen gilt, dass die WK Salzburg die einzige Wirtschaftskammer in
Österreich ist, in der die Exportleistung so systematisch und
umfassend erhoben wird.
Ztl: Die wichtigsten Ergebnisse: Größter Exporteur nach wie vor die
Industrie
"Den absoluten Spitzenplatz im Ranking der exportierenden Sparten der
WK Salzburg hält weiterhin klar die Sparte Industrie, die mit 50,78%
Anteil an allen Exporten weit vor dem zweit gereihten Handel
(39,96%), der Sparte Gewerbe und Handwerk (9,20%) und aus der Sparte
Information und Consulting mit 0,06% des Gesamtexportvolumens des
Landes liegt", berichtet Spartenobmann Wöhrer.
Die Exportstärke der Industrie wird auch bei der "Exportquote"
innerhalb der Sparte sichtbar. Mit 230 gelisteten Exporteuren sind
das 52,5% der Sparten-Mitglieder in der produzierenden Industrie
(Filmindustrie abgerechnet). Im Handel exportieren 3,02% der
Spartenmitglieder (269 Exporteure), im Gewerbe 2,58% der
Spartenmitglieder oder 239 Exporteure.
Insgesamt konnte die Zahl der Destinationen noch einmal ausgeweitet
werden. 2003 lieferten Salzburgs Exporteure in 157 Länder, nunmehr
sind es 168 Zielländer.
Ztl:Prozentueller Anteil Deutschlands sinkt im 10-Jahres-Vergleich
von 44,9% auf 25%
Eine Betrachtung nach Wirtschaftsräumen zeigt, dass die Lieferungen
in die Europäische Union mit 4,772 Mrd. Euro oder 64,30%
unangefochten dominieren. Der wichtigste Handelsnachbar Deutschland
nimmt in absoluten Zahlen bewertet noch immer den Spitzenplatz ein,
wenngleich die Lieferungen aus Salzburg nur mehr um 5,79% wuchsen:
25% (oder 1,866 Mrd. Euro) der weltweiten Gesamtexporte Salzburgs
gehen nach Deutschland (2003: 1,76 Mrd. Euro oder 31,15%).
Allerdings: Auch 2005 hat sich ein bereits seit mehreren Jahren
feststellbarer Trend bestätigt, dass der prozentuelle Anteil
Deutschlands an den Gesamtexporten Salzburgs langsam aber stetig
sinkt. So war Deutschland vor 10 Jahren noch in einem Ausmaß von
44,9% am Gesamtvolumen beteiligt. "Diese frühere
Deutschland-Lastigkeit wurde nun zu Gunsten von Exporten in die neuen
EU-Länder und vor allem nach Übersee ausgeglichen. Salzburgs
Wirtschaft und mit ihr die Industrie stehen mittlerweile auf mehreren
'Exportbeinen' und haben ihren Internationalisierungsgrad
gesteigert", erklärt Spartenobmann Wöhrer.
Bedeutende Abnehmer von Waren aus Salzburg waren aus dem Kreis der
EU-Länder Großbritannien mit 598 Mill. Euro, Italien mit 514 Mill.
Euro, Frankreich (248 Mill. Euro) und Spanien (244 Mill. Euro).
Bemerkenswert bei diesen Ländern sind auch die Steigerungsraten
unserer Exporte in die genannten Destinationen, die sich mit Ausnahme
Frankreichs durchwegs im zweistelligen Bereich bewegen:
Großbritannien: +31%, Italien: +25%, Frankreich: +4%, Spanien: +50%.
Freilich muss bei dem aktuellen Vergleich Salzburger EU-Exporte mit
dem Jahr 2003 bedacht werden, dass damals die Europäische Union noch
aus 15 Mitgliedsländern bestanden hat. Betrachtet man die aktuellen
EU-Ergebnisse für 2005 nur für die EU in den Grenzen des Jahres 2003,
ergibt sich ein Anteil 2005 für die EU-15 im Ausmaß von nur noch
54,3% der Salzburger Gesamtexporte. (Vergleich 1995: 74,6%!)
Salzburgs Exporte in die verbliebene EFTA-Zone (Norwegen, Island,
Schweiz und Liechtenstein) ergaben mit 308 Mill. Euro einen Anteil
von 4,15%, woraus sich immerhin ein Zuwachs von 37% gegenüber 2003
ergibt.
Ztl: Nur mehr geringe Zuwächse in die neuen EU-Mitgliedsländer -dafür
Boom bei (potenziellen) EU-Beitrittskandidaten
Nach wie vor ist auch der Raum Osteuropa/Südosteuropa besonders
wichtig für unsere Wirtschaft. Obwohl hier wichtige Exportpartner
durch deren Beitritt zur EU nicht mehr dazuzurechnen sind, hält
dieser Raum aktuell mit Exporten im Wert von 532 Mill. Euro einen
Anteil von 7,17%!
Die zehn neuen Mitgliedsstaaten ergeben derzeit aus Salzburger
Sicht einen Exportanteil von exakt 10%. "Im Vergleich mit dem Jahr
2003 stellt sich heraus, dass sich unsere Exporte in diese Länder mit
einer Steigerung von nur 1,59% sehr unterdurchschnittlich entwickelt
haben - allerdings waren die Steigerungsraten zwischen 2001 und 2003
mit 45% enorm. Salzburgs Exporteure haben somit die 'Eroberung'
dieser Märkte abgeschlossen und auf einem hohen Niveau konsolidiert",
analysiert Dr. Christian Möller.
So wie im Vorfeld der EU-Erweiterung die große Nachfrage in den
damaligen Beitrittskandidatenländern die Exporte aus Salzburg
beflügelt hat, so werden nun die weiteren möglichen
Beitrittskandidaten für Salzburgs Exporteure interessant, die bereits
beginnen, sich diese Märkte zu erobern. Salzburger Lieferungen in die
EU-Kandidatenländer Rumänien (+99,5%), Bulgarien (+75%), Kroatien
(+31,7%) und auch in die Türkei (+39,5%) sind zwischen 2003 und 2005
in Summe um beachtliche 55% gestiegen.
In Osteuropa ist die Lieferdestination Russland mit 162 Mill. Euro
(+61,2%) besonders hervorzuheben, das in den Kreis der zehn
wichtigsten Exportdestinationen für Salzburg vorstieß.
Als sehr erfreulich kann die Entwicklung der Salzburger
Übersee-Exporte bezeichnet werden. Mit einem Absolutwert in Höhe von
1,8 Mrd. Euro (+110,44%) sind diese schon auf einen Anteil von 24,39%
(Anteil 2003: 15,2%) angewachsen. Ein Ergebnis, dessen Größenordnung
auch wieder im Vergleich mit früheren Jahren gesehen werden muss: Vor
10 Jahren machten die Übersee-Exporte Salzburger Firmen nicht mehr
als 10,5% aus! Das Handwerk konnte sich dabei mit einem respektablen
Zuwachs von 30,88% auf den dornenreichen Überseemärkten bestens
behaupten.
Ztl:Reihung der Zielländer für heimische Exporte: Seit 2003
beachtliche Veränderungen ergeben
Klar führt Deutschland die Reihung an, direkt gefolgt allerdings
mittlerweile von den USA, die somit vom ursprünglich 4. auf den 2.
Platz vorgerückt sind. Die Ränge 3 bis 7 belegen das Vereinigte
Königreich, Italien, die Schweiz, Frankreich und Spanien, wobei die
Schweiz wegen einer deutlichen Steigerung unserer Exporte um 37,5%
vom ursprünglich 7. auf den 5. Platz vorgerückt ist. Die 8. Stelle
besetzt unverändert Tschechien, gefolgt von Polen (2003 noch an 6.
Stelle) und erstmals unter den Top Ten Russland.
Weitere bedeutende Veränderungen in dieser Skala: Ungarn musste
seinen früheren 9. Platz gegen den aktuell 12. Platz eintauschen,
Rumänien ist von der 22. auf die 19. Stelle vorgerückt, ähnlich wie
sich z. B. auch Australien vom 27. auf den 18. Platz verbessern
konnte. Anteile verloren haben dagegen die Slowakei (20.) und auch
China (29.) zugunsten von Ländern wie Mexiko (21. statt früher 35.
Stelle) oder Südafrika (25. statt 29. Stelle).
Ztl:Weitere markante Länderergebnisse
Die zahlenmäßigen Veränderungen in der Exportrelevanz geben meist
ein deutliches Bild von der wirtschaftlichen Entwicklung in den
einzelnen Bestimmungsländern. Signifikante Exportzuwächse konnten so
etwa in den Ländern Brasilien (+308,4%), Chile (+75,5%), Venezuela
(+113,2%), Kolumbien (+260,8%) und schließlich auch Argentinien
(+143,8%) festgestellt werden.
Asien zeigte ein sehr unterschiedliches Bild: Während Länder wie
China, Japan oder Indien aus Salzburger Export-Sicht Einbußen
erleiden mussten, stiegen umgekehrt Lieferungen in viele andere
asiatische Länder wie Korea (+107,8%), Taiwan (+35,4%), Singapur
(+25,5%), Thailand (+111,7%) oder Indonesien (+140,8%) beträchtlich.
Ähnlich positiv ist die Entwicklung im Nahen Osten: Länder wie
Saudi-Arabien, Kuwait, Ägypten, der Libanon oder Jordanien erzielten
Zuwachsraten durchwegs im höheren zweistelligen Bereich!
Ztl:106 Außenhandelsstellen der AWO für Salzburgs Exporteure
"Die Wirtschaftskammer Salzburg hat sich das Ziel gesetzt, mehr
Salzburger Betriebe durch Beratung und Förderung zum Export zu
bringen, insbesondere vor dem Hintergrund viel versprechender neuer
Märkte. Hier wird jeder einzelne Betrieb intensiv betreut. Ebenso
sollte der geografische Radius der Salzburger Exporte ausgeweitet
werden und nicht zuletzt hat die Wirtschaftskammer Zielwerte beim
Export gesetzt. Wir haben unsere Ziele erreicht", freut sich
WKS-Präsident Schmalz.
- Bis 2006 sollte Salzburgs Wirtschaft als Messlatte ein
Exportvolumen von 6,3 Mrd. Euro erreicht haben, was bereits 2005
erfüllt wurde. Schon 2003 wurde übrigens die Messlatte von 0,62 Mrd.
Euro bei Salzburger Exporten in die MOEL-Staaten (im engeren Sinn die
EU-Erweiterungsländer) überschritten.
- Die Zahl der regelmäßig im Export tätigen Firmen, die bei der
Außenwirtschaftsabteilung der WKS registriert sind, stieg von rd. 750
auf 771. Nicht einberechnet wurde der Dienstleistungsexport, was
nicht nur die Zahl der Exporteure, sondern auch das Exportvolumen
noch einmal steigern würde. Allerdings nutzen bedeutend mehr Firmen
etwa die Außenhandelsstellen der "Außenwirtschaft Österreich" (AWO)
und sind im Informationssystem der AWO registriert: 3.858 Salzburger
Firmen sind als Export-/Importfirmen anzusehen.
- Der Exporterfolg Salzburgs ist nicht zuletzt Effekt einer
intensiven Internationalisierungsstrategie, die die
Wirtschaftskammern gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium
betreiben. Mit der Aktion "Go International", mit Workshops für
Erstexporteure und mit der Salzburger Exportförderung, die die ersten
Schritte der Unternehmen auf neue Exportmärkte unterstützt, konnten
die Hürden auf die Exportmärkte gesenkt werden.
- Die Wirtschaftskammer unterstützt die Salzburger Unternehmer bei
ihren Exportbemühungen mit vielen Serviceleistungen. Hier sind etwa
die Exportberatung über Export-Know-how, Exportfinanzierung oder
rechtliche Rahmenbedingungen genannt, ferner das Angebot diverser
Exportseminare über Zahlungstechniken, Auslandsdokumente, Zollrecht
etc. und eine breite Palette verschiedenster Sprechtage,
Kontaktmeetings mit ausländischen Firmendelegationen, Länderseminare
und Veranstaltungen zur Information über Auslandsmärkte.
Enorme Bedeutung für die Mitgliedsfirmen hat die permanente
Unterstützung durch die Außenwirtschaftsorganisation der
Wirtschaftskammer (AWO) mit ihren mittlerweile wieder über 100
Außenhandelsstellen und AWO-Büros weltweit. "Jedes Salzburger
Unternehmen, das in den Export einsteigen will, hat quasi 106
ausländische Niederlassungen", hebt Präsident Schmalz den großen Wert
der AWO hervor.
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Eine Aussendung der Wirtschaftskammer Salzburg, Stabsstelle
Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Julius-Raab-Platz 1, 5027
Salzburg, Tel. 0662/8888-346, Fax: 0662/8888-388
Rückfragehinweis: Dr. Christian Möller, Leiter der Abteilung für
Handelspolitik und Außenhandel in der Wirtschaftskammer Salzburg,
Tel. 0662/8888-306, Fax: 0662/8888-582, E-Mail: [email protected]

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Salzburg
Presseabteilung
Tel.: 0662/8888 DW 345
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WKS

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