• 11.04.2006, 14:28:07
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Lohnverhandlungen Bau unterbrochen!

Unzureichendes Angebot macht vorerst Vertragsabschluss unmöglich

Wien (GBH/ÖGB) - Die heute gestarteten
Kollektivvertragsverhandlungen für rund 130.000 Arbeiter in
Bauindustrie und Baugewerbe fanden in einem sehr angespannten
Verhandlungsklima statt. Der Abschluss eines neuen Kollektivvertrages
war auf Grund des Arbeitgeber-Angebotes, die KV-Löhne um maximal 2,2
% zu erhöhen, nicht möglich. Ein neuer Verhandlungstermin wurde für
26. April 2006 vereinbart. ++++

Johann Driemer, als Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz
auch Verhandlungsleiter, bestätigt: "Es ist befremdend, dass gegen
die jahrelangen Gepflogenheiten die Spitzenfunktionäre aus
Bauindustrie und Baugewerbe an den KV-Verhandlungen nicht
teilgenommen haben. Dies erweckt den Eindruck, dass die
Spitzenfunktionäre der Kollektivvertragspartner durch die Delegierung
der Verhandlungsführung nicht ernsthaft an den Abschluss eines neuen
Kollektivvertrags denken. Wir verhandeln selbstverständlich jederzeit
ernsthaft mit unserem Kollektivvertrags- und Sozialpartner. Wir
erwarten aber, dass man den Forderungen der Bauarbeiter nach einer
deutlichen Reallohnerhöhung bei den KV-Löhnen, die der äußerst
positiven Entwicklung der Bauwirtschaft und der Verbesserung der
Rahmenbedingungen Rechnung trägt, nachkommt."

Die Bauwirtschaft erlebt seit dem vergangenen Jahr einen
deutlichen Aufschwung und verzeichnet hohe Zuwächse. Driemer: "Wir
haben in den vergangenen zwei Jahren der angespannten Situation in
der Bauwirtschaft mit äußerst moderaten Lohnabschlüssen Rechnung
getragen, die zwar die Inflation abgedeckt, aber nur marginale reale
Lohnzuwächse von 0,29 % auf den Kollektivvertragslohn ermöglicht
haben. Nun erwarten wir von der Bauwirtschaft, dass auch sie faire
Lohnerhöhungen zulassen, die dem Aufschwung und der
Arbeitsproduktivität in der Bauwirtschaft entsprechen. Die
Bauarbeiter arbeiten schwer und unter gefährlichsten Bedingungen. Sie
haben es sich verdient, entsprechend entlohnt zu werden!"

Die Forderungen der GBH:

o KV-Lohnerhöhung von 3,5 % und Parallelverschiebung
o Verbesserungen beim Taggeld
o Zulage für die Arbeit an und auf Straßen mit fließendem Verkehr
o Leiharbeit - bessere Kontrollmöglichkeiten durch Sozialpartner
o Einrichten einer Arbeitsgruppe zum Thema Jahres-/Lebensarbeitszeit
und Schwerarbeit

Driemer abschließend: "Für die nächste Verhandlungsrunde erwarten
wir uns mehr Einsicht der Arbeitgeber im Hinblick auf eine faire und
gerechte Entlohnung für die Bauarbeiter und nicht zuletzt auch zur
Hebung der Kaufkraft und Ankurbelung der Binnenkonjunktur."

ÖGB, 11. April 2006 Nr.
245

Rückfragehinweis:

Gewerkschaft Bau-Holz
   Presse und Öffentlichkeitsarbeit
   Mag. Sonja Schmid
   Tel. 01/40147-246
   Fax: 01/40147-314
   E-Mail: [email protected]
   www.bau-holz.at

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