Lohnverhandlungen Bau unterbrochen!

Unzureichendes Angebot macht vorerst Vertragsabschluss unmöglich

Wien (GBH/ÖGB) - Die heute gestarteten Kollektivvertragsverhandlungen für rund 130.000 Arbeiter in Bauindustrie und Baugewerbe fanden in einem sehr angespannten Verhandlungsklima statt. Der Abschluss eines neuen Kollektivvertrages war auf Grund des Arbeitgeber-Angebotes, die KV-Löhne um maximal 2,2 % zu erhöhen, nicht möglich. Ein neuer Verhandlungstermin wurde für 26. April 2006 vereinbart. ++++

Johann Driemer, als Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz auch Verhandlungsleiter, bestätigt: "Es ist befremdend, dass gegen die jahrelangen Gepflogenheiten die Spitzenfunktionäre aus Bauindustrie und Baugewerbe an den KV-Verhandlungen nicht teilgenommen haben. Dies erweckt den Eindruck, dass die Spitzenfunktionäre der Kollektivvertragspartner durch die Delegierung der Verhandlungsführung nicht ernsthaft an den Abschluss eines neuen Kollektivvertrags denken. Wir verhandeln selbstverständlich jederzeit ernsthaft mit unserem Kollektivvertrags- und Sozialpartner. Wir erwarten aber, dass man den Forderungen der Bauarbeiter nach einer deutlichen Reallohnerhöhung bei den KV-Löhnen, die der äußerst positiven Entwicklung der Bauwirtschaft und der Verbesserung der Rahmenbedingungen Rechnung trägt, nachkommt."

Die Bauwirtschaft erlebt seit dem vergangenen Jahr einen deutlichen Aufschwung und verzeichnet hohe Zuwächse. Driemer: "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren der angespannten Situation in der Bauwirtschaft mit äußerst moderaten Lohnabschlüssen Rechnung getragen, die zwar die Inflation abgedeckt, aber nur marginale reale Lohnzuwächse von 0,29 % auf den Kollektivvertragslohn ermöglicht haben. Nun erwarten wir von der Bauwirtschaft, dass auch sie faire Lohnerhöhungen zulassen, die dem Aufschwung und der Arbeitsproduktivität in der Bauwirtschaft entsprechen. Die Bauarbeiter arbeiten schwer und unter gefährlichsten Bedingungen. Sie haben es sich verdient, entsprechend entlohnt zu werden!"

Die Forderungen der GBH:

o KV-Lohnerhöhung von 3,5 % und Parallelverschiebung
o Verbesserungen beim Taggeld
o Zulage für die Arbeit an und auf Straßen mit fließendem Verkehr o Leiharbeit - bessere Kontrollmöglichkeiten durch Sozialpartner
o Einrichten einer Arbeitsgruppe zum Thema Jahres-/Lebensarbeitszeit und Schwerarbeit

Driemer abschließend: "Für die nächste Verhandlungsrunde erwarten wir uns mehr Einsicht der Arbeitgeber im Hinblick auf eine faire und gerechte Entlohnung für die Bauarbeiter und nicht zuletzt auch zur Hebung der Kaufkraft und Ankurbelung der Binnenkonjunktur."

ÖGB, 11. April 2006 Nr. 245

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