- 10.04.2006, 12:08:07
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Scheiber: Ökostromkosten sinken!
Wer ist Wegweiser beim Ökostromgesetz: Schwarz-Grün aus Oberösterreich oder E-Control?
Wien (OTS) - "100 Millionen weniger als erwartet wird die
Ökostromförderung im Jahr 2006 kosten. Das ist Wasser auf unsere
Mühlen und Wind auf unsere Räder, die angeblich so hohen
Ökostromkosten sinken um ein Drittel!", freut sich Ernst Scheiber,
Geschäftsführer des Österreichischen Biomasse-Verbandes. "Auch die
Kostenbelastung der Haushalte durch Grünstrom sollte deshalb so rasch
wie möglich reduziert werden", so Scheiber. "Der pro Kilowattstunde
vom Endverbraucher eingehobene Ökostromzuschlag könnte um rund 30
Prozent gesenkt werden."
Ursache für diese Entwicklung ist der dramatische Anstieg der
Strommarktpreise. Der vor Tagen von der E-Control veröffentlichte
durchschnittliche Marktpreis für das 2. Quartal 2006 beträgt 5,82
Cent/kWh (nach 5,25 Cent/kWh im 1. Quartal) und ist damit seit
Einführung des Ökostromgesetzes im Jahr 2003 um über 130 Prozent
gestiegen. Der Marktpreis liegt damit auch bereits 1,3 Cent/kWh über
dem so genannten Verrechnungspreis von 4,5 Cent/kWh, zu dem die
Energieversorger den ihnen zugewiesenen Ökostrom per Gesetz kaufen
müssen. Dadurch ersparen sich die Stromhändler rund 70 Millionen
Euro, auf der anderen Seite werden diese 70 Millionen zu viel vom
Endkunden eingehoben.
Scheiber: "Für den Österreichischen Biomasse-Verband als
Interessensvertretung der Betreiber von derzeit über 560
Ökostromanlagen bedeuten diese jüngst veröffentlichten Berechnungen
der Ökostrom AG und der IG Windkraft zwei Schlussfolgerungen:
1. Das vordringlichste Argument der Ökostrom-Novellierer hat sich
aufgelöst. Die angebliche Kostenexplosion bei der Ökostromförderung
fällt angesichts der Marktrealität in sich zusammen.
2. Der Verrechnungspreis muss dringend hinauf gesetzt werden, damit
die Stromverbraucher nicht mehr länger zu hoch belastet werden. Das
kann durch eine einfache Verordnung geschehen, das Ökostromgesetz
muss dazu nicht aufgebrochen werden."
Der Österreichische Biomasse-Verband fordert daher:
- Keine Novellierung des erfolgreichen Ökostromgesetzes 2002 - Anhebung des Verrechnungspreises für Ökostrom (per Verordnung). - Senkung des Ökostromzuschlags (per Verordnung). - Neue Einspeisetarife (per Verordnung), damit die Ökostromförderung - die seit Ende 2004 still steht, da keine neuen Tarife verordnet wurden - weiter laufen kann.
Kostenwahrheit gefragt
"Die Kostenrelationen verschieben sich immer mehr zu Gunsten des
Ökostroms", erläutert Scheiber weiter. Die Kleinwasserkraft
produziere jetzt schon zu Marktpreisen. Viele dieser Anlagen seien
deshalb aus dem Förderregime ausgestiegen, weil sie am Markt mehr
bezahlt bekommen. Das ließe das Unterstützungsvolumen für Ökostrom
auch massiv sinken. "Die Tendenz ist eindeutig: Ökostrom wird immer
günstiger, herkömmlicher Strom immer teurer. Wie man angesichts
dieser Entwicklung und angesichts der Tatsache, dass der Anteil der
Erneuerbaren Energien am österreichischen Stromverbrauch
kontinuierlich sinkt, noch ernsthaft eine Kürzung der
Ökostromförderung überlegen kann, ist mir ein - vor allem
ökonomisches - Rätsel."
Höchst erfreut zeigt sich der Geschäftsführer ebenfalls über den
Vorstoß des Oberösterreichischen Landtags, der in einem Beschluss
offiziell gegen den "geplanten Ökostrom-Kahlschlag" Position bezogen
hat: "Ich hoffe, dass sich die Bundesländer, die die Ziehmütter der
Ökostromförderung waren, gemeinsam stark machen - gegen den
derzeitigen Gesetzesentwurf und für den Ausbau der Erneuerbaren
Energien!"
Rückfragehinweis:
DI Stephan Grausam Österreichischer Biomasse-Verband Franz Josefs-Kai 13 A-1010 Wien Tel: +43-1-533 07 97-32 Fax: +43-1-533 07 97-90 E-Mail: [email protected]
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