OeNB - Steigende Beteiligungs- und Provisionserträge bescheren Österreichs Banken 2005 ein außerordentlich gutes Betriebsergebnis

Ertragslage der in Österreich tätigen Kreditinstitute 1) im Jahr 2005

Wien (OTS) - Das vorläufige unkonsolidierte Betriebsergebnis der
in Österreich tätigen Kreditinstitute stieg im Vergleich zum Jahr 2004 um 19,1% und betrug 2005 5,65 Mrd EUR. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren hauptsächlich die wachsenden Provisionserträge (+17,3%) sowie die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen, (+30,1%). Hier fielen insbesondere die Erträge aus Anteilen an verbundenen Unternehmen ins Gewicht. Nach Abzug der erwarteten Wertberichtigungen im Kreditbereich von 1,96 Mrd EUR (+9,6%) rechnen die Banken mit einem Jahresüberschuss von 3,88 Mrd EUR (2004: 2,98 Mrd EUR).

Das vorläufige unkonsolidierte Betriebsergebnis der in Österreich tätigen Kreditinstitute betrug im Jahr 2005 5,65 Mrd EUR und lag um 0,91 Mrd EUR bzw. 19,1% deutlich über dem Wert des Vergleichszeitraums 2004. Dieser Anstieg basiert auf dem verhältnismäßig starken Zuwachs der Betriebserträge (+8,7%) im Vergleich zu den Betriebsaufwendungen (+3,6%). Die Relation Betriebserträge (15,71 Mrd EUR) zu Betriebsaufwendungen (10,06 Mrd EUR) konnte um 3,1 Prozentpunkte verbessert werden und ergab eine cost-income-ratio von 64,1% 2).

Der beachtliche Zuwachs der Zinsen und zinsähnlichen Erträge um 2,66 Mrd EUR (+12,5%) im Jahr 2005 wurde durch einen ebenso rasanten Anstieg der Zinsaufwendungen um 2,70 Mrd EUR (+19,1%) wettgemacht. Der Nettozinsertrag sank dadurch geringfügig um 0,5% auf einen Wert von 7,09 Mrd EUR. Der Total Spread 3) belief sich Ende 2005 auf 1,10% und reduzierte sich gegenüber 2004 um 0,11 Prozentpunkte.

Positive Auswirkungen zeigten die vermehrten Übernahmen von Beteiligungen, welche sich in erhöhten Gewinnausschüttungen von inländischen (+55,7%) und ausländischen Unternehmen 4) (+23,4%) widerspiegelten. Bei den Erträgen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen konnte ein Zuwachs um 42,8% verzeichnet werden, der in einem neuen Höchststand von 1,55 Mrd EUR mündete. Insgesamt stiegen die Erträge aus dem Wertpapier- und Beteiligungsgeschäft gegenüber 2004 um 30,1% auf einen Wert von 2,70 Mrd EUR an.

Ebenso erfolgreich stellte sich das Provisionsgeschäft der Banken dar. 2005 belief sich der Saldo aus dem Provisionsgeschäft auf 3,94 Mrd EUR und lag damit um 16,4% deutlich über dem Wert des Vergleichsjahres 2004. Der hohe Zuwachs der Provisionserträge auf 5,45 Mrd EUR (+17,3%) war zum Großteil auf den Anstieg der Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft (+0,64 Mrd EUR bzw. +37,5%) zurückzuführen. Bei den Provisionsaufwendungen, die sich auf 1,51 Mrd EUR beliefen (+19,7%), war ebenfalls das Wertpapiergeschäft (+0,21 Mrd EUR bzw. 39,9%) der Kostentreiber.

Der positive Saldo aus Finanzgeschäften belief sich auf 0,64 Mrd EUR und erhöhte sich gegenüber dem Jahr 2004 um 5,8%. Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen im Jahr 2005 mit 0,40 Mrd EUR bzw. 5,0% auf einen Wert von 8,37 Mrd EUR. Hier ist anzumerken, dass beim Sachaufwand erstmals seit den letzten 3 Jahren ein Anstieg (+7,2% auf 3,33 Mrd EUR) verzeichnet wurde. Der Personalaufwand stieg um 3,6% und betrug im Jahr 2005 5,04 Mrd EUR.

Der erwartete Wertberichtigungsbedarf im Kreditbereich für 2005 liegt entgegen den Prognosen, die noch anlässlich der Erhebung der Ertragsdaten zum 3. Quartal gemeldet wurden, nicht unter dem tatsächlichen Wert des Jahres 2004 (-11,6%), sondern mit 1,96 Mrd EUR um 9,6% deutlich darüber. Positiv wird hingegen die Bewertung von Wertpapieren und Beteiligungen eingeschätzt, hier wird mit einem ertragswirksamen Saldo in der Höhe von 0,48 Mrd EUR gerechnet.

Daraus resultierend rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute für das Jahr 2005 mit einem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf unkonsolidierter Basis von 4,12 Mrd EUR, welches mit einem Plus von 15,6% über dem tatsächlichen Wert des Jahres 2004 liegt. Unter Einbeziehung des erwarteten a.o. Ergebnisses (0,25 Mrd EUR) und der erwarteten Steuern (0,49 Mrd EUR) rechnen die in Österreich tätigen Kreditinstitute für das Jahr 2005 mit einem Jahresüberschuss von 3,88 Mrd EUR, welcher um 31,8% signifikant über dem tatsächlichen Jahresüberschuss 2004 liegt. Die Eigenkapitalrentabilität betrug zum Berichtszeitpunkt 11,2% und erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode 2004 um beachtliche 1,9 Prozentpunkte.

1. Der vorliegende Bericht basiert auf Daten der Quartalsberichtsmeldung gem. § 74 Abs. 2 BWG sowie der QUAB-Verordnung zum 1.-4. Quartal 2005. In dieser Meldung werden die Ertragsdaten auf unkonsolidierter Basis erfasst. 2. Für eine Ertragseinheit benötigt man rd 0,64 Mitteleinsatz. 3. Im Rahmen der Total Spread Berechnung werden sämtliche verzinste Aktiva mit den verzinsten Passiva verglichen. Die daraus resultierende Zinsspanne wird um den Endowment Effekt korrigiert (d.h. es werden unterschiedlich große Volumina auf der Aktiv- und Passivseite in der Berechnung berücksichtigt). Es ist darauf hinzuweisen, dass bei dieser Methode die unterschiedlichen Laufzeitstrukturen auf der Aktiv- und Passivseite keine Berücksichtigung finden. 4. Bei den Erträgen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen ist eine Trennung zwischen Kreditinstituten und nichtfinanziellen Unternehmen nicht möglich, womit bei Vorliegen von Ausschüttungen von inländischen Kreditinstituten Doppelzählungen nicht vermieden werden können.

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