- 16.03.2006, 19:36:30
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Dorotheum präsentierte Historikerbericht
Historisches Aktenmaterial dem Staatsarchiv übergeben Wien (OTS) - Das Dorotheum hat Donnerstagabend den im Oldenbourg Verlag erschienenen Bericht über die Rolle des Auktionshauses während der NS-Zeit vorgestellt. Das im Zuge der Erforschung dieses Kapitels der fast 300-jährigen Geschichte des Hauses von den Historikern recherchierte Aktenmaterial wurde anlässlich der Berichts-Präsentation an das Österreichische Staatsarchiv übergeben. Dort ist es ab sofort für die Öffentlichkeit zugänglich. Der neue Geschäftsführer des Dorotheum, Martin Böhm, nahm die Vorstellung der Studie "Zwischen Staat und Wirtschaft. Das Dorotheum im Nationalsozialismus" zum Anlass, Worte der Betroffenheit auszusprechen. Die Geschäftsführung des 2001 privatisierten Hauses und auch alle Mitarbeiter seien sehr betroffen vom Leid, das unter Mitwirkung des Dorotheum den Opfern des Nationalsozialismus widerfahren ist. Die Studie über die Geschichte des Dorotheums wurde von den Historikern Stefan August Lütgenau, Alexander Schröck und Sonja Niederacher erstellt, die von der Historikerkommission der Republik Österreich namhaft gemacht wurden. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die wirtschaftliche Entwicklung des damals staatlichen Unternehmens, die personellen und strukturellen Veränderungen durch das nationalsozialistische Regime, sowie die Zusammenarbeit mit nationalsozialistischen Stellen in Zusammenhang mit der Veräußerung von entzogenen Vermögenswerten, ebenso wie der Umgang mit Restitutionsansprüchen nach 1945. Das Resümee der Wissenschafter: Das Dorotheum sei im Umgang mit dem NS-Unrecht ein "Spiegelbild im Kleinen" der Haltung der österreichischen Gesellschaft im Ganzen. "Das bis vor kurzem staatliche Dorotheum war immer bestrebt, sich in seinem Agieren den jeweiligen Verhältnissen anzupassen. Das gilt von der Monarchie, dem Ständestaat der Ersten Republik , über die NS-Zeit bis zur Zweiten Republik." Die Privatisierung der Institution stellte eine Zäsur im Umgang mit der Geschichte des Hauses dar. 32 Millionen US-Dollar aus dem Verkaufserlös des Dorotheum wurden in den "Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus" eingezahlt. Als erstes und einziges Auktionshaus im deutschsprachigen Raum hat das Dorotheum eine eigene Stelle für Provenienzforschung eingerichtet. Die Zusammenarbeit mit Opferverbänden, insbesondere der Israelitischen Kultusgemeinde, wurde verstärkt. Zu Beginn der mehrjährigen Forschungsarbeit haben die drei Historiker in- und ausländische Archive besucht und alle noch vorhandenen Unterlagen aus der Zentrale und den Filialen zusammengetragen, gesichtet und geordnet. Sämtliche Originalunterlagen wurden dem Österreichischen Staatsarchiv übergeben und sind nun öffentlich zugänglich. Die Studie "Zwischen Staat und Wirtschaft. Das Dorotheum im Nationalsozialismus" ist im Oldenbourg Verlag in Wien erschienen. Das 495 Seiten umfassende Werk ist im Buchhandel zum Preis von 39,80 Euro erhältlich. Pressefotos und -text: http://dorotheum.internationalauctioneers.com/presse/main.asp?id=1304 &lang=deu Rückfragehinweis: Dorotheum Pressestelle Mag. Constanze Werner Tel.: +43 1 51560-406 Email: [email protected] *** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS *** OTS0238 2006-03-16/19:36 161936 Mär 06
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