- 01.03.2006, 11:03:07
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Gusenbauer im "UniStandard"-Talk: Lösung für Elite-Uni gemeinsam mit den Wissenschaftern
Wien (SK) - "Einzelne politische Kräfte, in erster Linie der
niederösterreichische Landeshauptmann, sind der Meinung, dass die
Hauptakteure eines Spitzenforschungsinstituts die Politiker und nicht
die Wissenschafter sind", kritisierte SPÖ-Vorsitzender Alfred
Gusenbauer am Dienstag abend im Rahmen des UNISTANDARDtalks zum Thema
"Elitefalle statt Bildung für alle?". Über die Art der
Entscheidungsfindung habe man mehr oder weniger die gesamte
Wissenschaft verprellt. Das jetzige Ergebnis sei eine
"wissenschaftsfreie Eliteuniversität und eine ziemlich verbockte
Angelegenheit", so Gusenbauer, der forderte, "zurück an den Start" zu
gehen und gemeinsam mit den österreichischen Wissenschaftern eine
vernünftige Lösung zu suchen. ****
Bei der Diskussion, an der auch die Wiener ÖVP-Stadträtin
Katharina Cortolezis-Schlager, ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha, und der
Philosoph Konrad Paul Liessmann teilnahmen, betone Gusenbauer, dass
eine möglichst gute Ausstattung der Universitäten das wichtigste sei.
Dies sei nicht nur für den Wohlstand in Österreich, sondern auch für
die Chancen und Möglichkeiten junger Studierender entscheidend.
"Freier Hochschulzugang heißt auch dementsprechende
Mittelausstattung", sagte Gusenbauer. Er, Gusenbauer, habe gegen
Eliteuniversitäten im eigentlichen Sinn dann nichts einzuwenden, wenn
man sie als Teil des globalen Wettbewerbes verstehe, denn jährlich
finde ein enormer "brain drain" aus allen Teilen der Welt in Richtung
USA statt.
Es sei sinnvoll, aufsetzend auf das nationale Universitätssystem,
in Europa gemeinsam Universitäten zu schaffen, die in echte
Konkurrenz mit amerikanischen Spitzenuniversitäten treten können,
damit auch Europa ein Attraktionspunkt ist, so Gusenbauer. Bei einer
Vernetzung von europäischen Spitzenforschungsinstituten könnte das
geplante österreichische Spitzenforschungsinstitut eine Rolle
spielen. "Das Frage ist nur, wer dort tätig sein wird", so
Gusenbauer.
Ein Hauptproblem des österreichischen Bildungssystems bestehe
darin, dass die soziale Selektion schon sehr früh beginne. "PISA hat
nachgewiesen, dass das österreichische Schulsystem, gemeinsam mit dem
deutschen und dem Schweizer Schulsystem, die stärkste Weiterführung
sozialer und bildungsmäßiger Herkunftsunterschiede aufweist", so
Gusenbauer. Die Herkunft entscheide letztendlich zu 80 Prozent
darüber, was aus einem jungen Menschen wird. Kaum etwas rechne sich
mehr als die Ausbildung junger Menschen, unterstrich Gusenbauer. "Bei
der ökonomischen und emanzipatorischen Bedeutung, die ein
Universitätsstudium hat, müssen und können wir es uns leisten, dass
jeder Mensch, der in Österreich die Voraussetzung erfüllt, die
Möglichkeit hat, das studieren zu können, was er will", unterstrich
Gusenbauer und kritisierte die Studiengebühren als sinnlose,
zusätzliche Barriere. "Unter einem Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
werden die Studiengebühren wieder abgeschafft und die
Zugangsbeschränkungen aufgehoben", bekräftigte Gusenbauer. (Schluss)
sk/ah
Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at
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