- 27.02.2006, 14:07:37
- /
- OTS0151 OTW0151
Mitterlehner: "Ökoenergien - eine neue Kernkompetenz Österreichs"
Dachverband Energie-Klima legt Studie über "Wirtschafskraft der Ökoenergien" vor -Ökowärmeanteil bei Haushalten soll bis 2020 von derzeit 25 auf 70 Prozent steigen
Wien (PWK109) - Ökoenergie entwickelt sich in Österreich zu einem
bedeutenden Wirtschafts- und Wachstumsfaktor. Bei der Schaffung von
Arbeitsplätzen und bei der Wertschöpfung, in Forschung und
Entwicklung sowie als wichtiger Exportzweig weist die Branche, die
heute bereits 32.700 Personen beschäftigt, durchwegs über dem
Durchschnitt liegende Zuwachsraten auf.
"Der verstärkte Einsatz von Ökoenergien und eine Steigerung der
Energieeffizienz bei Gebäuden kann Österreich, die entsprechenden
Rahmenbedingungen vorausgesetzt, langfristig von fossilen
Brennstoffen und Energieimporten unabhängig machen", stellte Reinhold
Mitterlehner, stv. Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich,
heute, Montag, bei der Präsentation einer neuen Studie über die
"Wirtschaftskraft der Ökoenergien" fest. Diese europaweit einmalige
Datenerhebung wurde im Auftrag des Dachverbandes Energie-Klima in der
Wirtschaftskammer Österreich erstellt und ist ein wichtiger Baustein
der WKÖ-Energiestrategie, deren Grundzüge Präsident Christoph Leitl
vor 14 Tagen vorgestellt hatte. Eckpunkte dieser Strategie sind, wie
berichtet, eine erhöhte Versorgungssicherheit durch bessere Nutzung
regionaler Ressourcen sowie ausreichende Leitungskapazitäten, die
Verbesserung der Energieeffizienz, eine Akkordierung von Klimaschutz
und Energiepolitik sowie der Ausbau von Österreichs guter Position
auf dem weltweiten Energietechnikmarkt.
Erneuerbare Energien und Umweltwärme sollen, in Kombination mit
thermischer Sanierung, bis zum Jahr 2020 70 Prozent des notwendigen
Wärme- und Kühlenergiebedarfs der Haushalte abdecken, hob
Mitterlehner hervor. Bei gleichzeitiger Reduktion des Energiebedarfs
um 25 Prozent durch Gebäudesanierung können 7,8 Millionen Tonnen an
CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden. (Betrachtet werden dabei
die realistischerweise sanierbaren Wohnungen, die rund 30 Prozent des
Bestandes ausmachen). Derzeit gelingt es, ein Viertel des Bedarfs
durch "Erneuerbare" abzudecken.
Finanziert werden kann die Umstellung durch Einsparungen beim
Energieimport und Vermeidung von ansonsten drohenden
Kyoto-Strafzahlungen sowie durch Umschichtung der Wohnbauförderung in
Richtung Sanierung, Passiv- und Niedrigenergiehaus sowie Ökoenergien.
Eine neu vorgeschlagene Investitionszuwachsprämie mit einer Umwelt-
und Energieeffizienz-Komponente soll, so Mitterlehner, bei den
Betrieben die Umstellung auf Ökoenergien vorantreiben.
Wie der Obmann des Dachverbandes Energie-Klima, Robert Kanduth,
und Studienautor Prof. Reinhard Haas aus der Untersuchung zitierten,
erreicht der Umsatz der Ökoenergietechnik rund 1,5 Milliarden Euro.
Bei der Technologie von Öko-Wärmeanlagen zählt Österreich zur
europäischen Spitze. Solaranlagen zur Erzeugung von Warmwasser,
Raumwärme und Kühlung haben eine Exportrate von fast 70 Prozent,
wobei die Ausfuhren jährlich um fast 40 Prozent steigen. Ähnliches
gilt für die Biomasseanlagen.
" Der Wärmesektor ist deshalb von so großer Bedeutung, weil sich
hier bei heutigen Marktpreisen eine Umstellung auf Erneuerbare
bereits rechnet", hebt Kanduth hervor. "Leider haben wir in
Österreich seit der Energiekrise im Jahr 1973 viel verschlafen. Wir
müssen die Versäumnisse jetzt so rasch wie möglich aufholen".
Biomasseverstromung, Kleinwasserkraft, Photovoltaik und Windkraft
erwirtschaften, so Obmann Kanduth, eine österreichische Wertschöpfung
von 395 Millionen Euro und beschäftigen mehr als 11.000 Personen. Für
die Förderung von Ökostrom sind harmonisierende Vorgaben der EU
erforderlich, um Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung und der
Überförderung hintanhalten zu können. Der Anteil der Erneuerbaren an
der Gesamtstromerzeugung soll von vier auf zehn Prozent angehoben
werden.
"Die hohe Forschungsquote bei Ökoenergien lässt auf eine
Kernkompetenz Österreichs mit guten Zukunftschancen schließen",
erklärt Mitterlehner abschließend: "Die Studie belegt eindrucksvoll,
dass jene Technologien, die zum Schutz der Ressourcen und des Klimas
beitragen, sich innerhalb weniger Jahre zu einer Zukunftsbranche
entwickelt haben". (hp)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich Dachverband Energie-Klima Mag. Andrea Stockinger Tel.: (++43) 0590 900-3366 mailto:[email protected] www.energieklima.at
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK






