Die Innenpolitik vor dem Kameraobjektiv Veranstaltungsreihe "Politik im Film" im Hohen Haus

Wien (PK) – Nationalratspräsident Andreas Khol lud heute Abend zur ersten von vier geplanten Veranstaltungen zum Thema "Politik
im Film" (siehe PK, Nr. 125 vom 17.2.2006). Gezeigt wurden heute TV-Szenen aus über drei Jahrzehnten ORF-Berichterstattung über
die heimische Innenpolitik von Bruno Kreisky bis zu den Spitzenpolitikern von heute.

Peter Filzmaier von der Donau-Universität Krems begrüßte in Vertretung des terminlich verhinderten Nationalratspräsidenten
die erschienenen Gäste und erläuterte die Hintergründe der in Rede stehenden Veranstaltungsreihe. Entstanden sei die Idee 2001
an der Universität Innsbruck, mittlerweile habe es auch in Klagenfurt, Krems und nunmehr zum zweiten Mal in Wien eine solche thematische Auseinandersetzung gegeben. Die aktuelle Reihe
beginne mit einem Blick auf die heimische Innenpolitik, weitere Themen würden in den nächsten Wochen folgen.

ORF-Chefreporter Armin Wolf, der den Eröffnungsvortrag hielt, erklärte, wie sich Politiker in Szene setzten. Habe man früher politische Entscheidungen bei Pressekonferenzen vor braunen
Wänden verlautbart, so würden diese heute medienwirksam inszeniert, da es eine politikwissenschaftlich fundierte
Erkenntnis sei, dass die Wähler ihr Wissen über Politik primär aus den Medien bezögen. Dabei gehe es um den richtigen Ort, das richtige Thema und die richtige Art der Präsentation, die oft von großen Stäben penibel durchdacht werde. Bilder wirkten dabei effizienter als Statistiken oder Stimmen aus dem Off, weshalb
sich der Begriff "Schlagbild" eingebürgert habe, mit dem ein bestimmtes Thema gleichsam optisch auf den Punkt gebracht werde.

Es gebe mittlerweile auch einen Zug zum so genannten
"Politainment", wobei es darum gehe, durch bestimmte Formate
Wähler zu erreichen, die sonst nicht angesprochen werden könnten. Diese Vorgangsweise beinhalte Auftritte in populären Shows ebenso wie Homestories oder die Anwesenheit bei Großveranstaltungen, wodurch Politiker zeigen wollten, sie hätten ähnliche Interessen wie die Wähler und seien einfach nur der nette Mensch von
nebenan, um dergestalt Vertrauen zu gewinnen. Wolf verwies auf zahlreiche gelungene politische Inszenierungen im In- und Ausland und ging davon aus, dass ein Abebben dieses Trends sich noch
nicht abzeichne.

Im Anschluss an Wolfs Vortrag wurden zahlreiche TV-Szenen aus den letzten 30 Jahren gezeigt, die Wolfs Thesen bildreich
untermauerten, ehe das Publikum zur Diskussion eingeladen wurde.

Die heutige Veranstaltung bildete den Auftakt zu einer Reihe von drei weiteren Abendveranstaltungen, die sich mit Schwarzeneggers Wahlkampf in Kalifornien, dem Verhältnis von Journalisten und Politikern in Deutschland und mit der Rolle von Spin-Doktoren beschäftigen werden. Diese drei Diskussionsabende sind für den
1., 8. und 15. März jeweils um 17 Uhr im Hohen Haus in Aussicht genommen. (Schluss)

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