Krainer zu Klimazielen: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Günstiges Wetter Grund für marginale Verbesserungen - Strukturelle Probleme nach wie vor ungelöst

Wien (SK) - Von der Einleitung einer Trendwende bei der Erreichung der Kyoto-Ziele könne leider "beim besten Willen nicht die Rede sein", stellte Umweltsprecher Kai Jan Krainer zu den Aussagen von Umweltminister Pröll zum Kyoto-Fortschrittsbericht 2004 fest. Auch wenn sich Österreich im Vergleich zum Jahr 2003 leicht verbessert hat: "Die Regierung Schüssel ist von den Kyoto-Zielen noch immer um Lichtjahre entfernt, und die strukturellen Probleme der Treibhausgasemissionen sind in Österreich nach wie vor ungelöst", gab Krainer zu bedenken. Zudem sei der marginale Rückgang der Treibhausgasemissionen nicht auf die Politik der Regierung zurückzuführen, sondern auf das günstige Wetter. "Genauso wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, genauso wenig wird ein milder Winter ausreichen, die Kyoto-Kriterien zu erfüllen", betonte der SPÖ-Umweltsprecher. ****

Zwei Faktoren hätten aus Sicht des SPÖ-Umweltsprechers zu den besseren Kyoto-Kennzahlen im Jahr 2004 geführt: Zum einen die Stromproduktion aufgrund des vergleichsweise hohen Wasserstands. Der Jahrhundertsommer 2003 mit den Begleiterscheinungen extreme Niederschlagsarmut, extreme Hitze und hohe Verdunstung habe dazu geführt, dass die Flüsse weniger Wasser geführt haben und weniger Strom aus Wasserkraft erzeugt wurde. Dadurch musste mehr Strom in kalorischen Kraftwerken erzeugt werden (v.a. Kohle). 2004 habe sich das Verhältnis dann wieder gebessert. Als zweiten Grund nannte der SPÖ-Umweltsprecher den milden Winter im Jahr 2004, der zur Folge hatte, dass weniger geheizt wurde.

Der SPÖ-Umweltsprecher nannte am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst einige Forderungen, die es nach Ansicht der SPÖ zu erfüllen gilt. So verlangt Krainer den sofortigen Stopp der JI/CDM-Projekte. Diese brächten keine Wertschöpfung in Österreich und keine Arbeitsplätze, überdies handle es sich teilweise um mehr als dubiose Projekte. Weiters müsse es zu einer Überarbeitung der Klimastrategie mit klaren politischen Vorgaben für die Bereiche Raum-und Prozesswärme, Energiegewinnung, Treibstoffe & Sonstiges (F-Gase, Methan etc.) kommen. Außerdem müssten mittel- und langfristige nationale Klimaziele festgeschrieben werden (bis 2020 15 bis 30 Prozent, bis 2050 60 bis 80 Prozent). "Ein Weiterwursteln wie bisher bringt uns Kyoto kaum näher. Es muss zu einem völligen Neustart in der Klimapolitik kommen", unterstrich Krainer. (Schluss) ps

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