WWF: Artenschutzskandal in der russischen Olympia-Delegation

25 bis 100 Kilo Stör-Kaviar nach Turin geschmuggelt.

Wien (OTS) - Wien, am 21. 2. 2006 - Die russische Delegation der Olympischen Spiele in Turin wird beschuldigt, große Mengen Stör-Kaviars nach Italien gebracht und damit internationale Artenschutzgesetze gebrochen zu haben. "Da die Störbestände weltweit extrem gefährdet sind, darf Stör-Kaviar nur mit amtlichen Genehmigungen exportiert werden - und zwar innerhalb einer genau festgelegten Quote", betont WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl. "Diese Quote wurde für das Jahr 2006 nicht festgesetzt, weil die nachhaltige Nutzung der seltenen Fische nicht gewährleistet werden kann. Der Transport dieses Kaviars nach Turin kann also nur illegal erfolgt sein."

Stör-Kaviar gilt als Luxusnahrung und ist eine immer teurer - weil seltener - werdende Delikatesse. Die Fische, von denen diese "Speise der Götter" gewonnen wird, stehen daher international unter Schutz vor zu starkem Handel. Immer noch werden Störarten sowohl legal als auch illegal in großem Stil gefischt.

Ganz besonders in Russland ist Stör-Kaviar in den "besseren Kreisen" nach wie vor auch ein wichtiges Prestigeobjekt. Angeblich wurde der nun entdeckte Kaviar für Feiern sportlicher Erfolge ins Olympische Dorf gebracht. Wiederholte Anrufe beim russischen Olympia-Team in Turin zur Klärung des Vorfalls durch den WWF Russland sind bislang erfolglos geblieben.

Der Kaviar-Skandal in der russischen Olympia-Delegation ist ein Bruch des internationalen Artenhandelsabkommens CITES und russischer Gesetze. Für den internationalen Handel mit Stör-Kaviar werden zumindest behördliche Exportgenehmigungen verlangt, zudem müssen die Behälter spezielle Kennzeichnungslabels tragen. Beides ist in diesem Fall offenbar nicht erfolgt.

Besonders gravierend kommt hinzu, dass das CITES-Sekretariat für 2006 keine Exportquoten für Stör-Kaviar festgelegt hat, da die Erzeugerstaaten keine ausreichenden Informationen zum Beleg der nachhaltigen Stör-Befischung liefern.

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