Tsunami-Hilfe: Österreichische Ärztekammer unterstützt Gesundheitswesen in Sri Lanka

Medizinische Austauschprogramme und Hilfe bei Mutter-Kind-Fürsorge - Grundstein für medizinisches Kompetenzzentrum gelegt

Wien (OTS) - Im vom Tsunami vor über einem Jahr verwüsteten Südosten Sri Lankas ist jetzt ein umfangreiches medizinisches Austauschprogramm mit dem Internationalen Büro der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) angelaufen. Ab Mitte des Jahres werden österreichische Ärzte im bis dahin neu aufgebauten Krankenhaus Embilipitiya im Südosten des Landes für jeweils zwei bis drei Monate arbeiten, um ihre Fachkenntnisse etwa in der Traumabehandlung einzusetzen und tropenmedizinische Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig soll medizinisches Personal aus Sri Lanka nach Österreich entsandt werden, um an Kursen über Krankenhausverwaltung und Gesundheitsmanagement teilzunehmen. Ferner wird das Internationale Büro der Österreichischen Ärztekammer ein Ausbildungsprogramm in der Mutter-und-Kind-Gesundheitsfürsorge in den vier, von besonders hoher Kindersterblichkeit betroffenen Provinzen Sri Lankas mit organisieren.

Das Spital Embilipitiya liegt im südöstlichen Landesteil Sri Lankas, der medizinisch seit jeher unterversorgt ist und durch die Auswirkungen der Flutkatastrophe im Dezember 2004 besonders betroffen wurde. Das Krankenhaus war bisher unzureichend ausgestattet und während der Tsunamikatastrophe völlig überbelegt. Da viele der Flüchtlinge aus der Küstenregion sich mittlerweile dort angesiedelt haben, soll das Spital nun mit Hilfe und ärztlichem Know How Österreichs zu einem medizinischen Kompetenzzentrum mit über 800 Betten und eigenem Schulungszentrum ausgebaut werden. Damit könnte es den gesamten Südosten des Landes medizinisch versorgen. Die Grundsteinlegung für die Erweiterung erfolgte Anfang Februar durch den Gesundheitsminister Sri Lankas, Nimal Siripala de Silva.

Die medizinische Aktion des Internationalen Büros der ÖÄK war Initialzündung für eine ganze Reihe weiterer Hilfsmaßnahmen, die in Folge gestartet wurden. So hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Gelder für die Computerausstattung des Spitals zugesagt, und mit dem Technischen Hilfswerk gibt es eine Vereinbarung zum Bau von Unterkünften für Ärzte. Die österreichische Caritas führt außerdem im Krankenhaus Emibilipitiya ein Hilfsprogramm durch, das den Bau eines Großlabors, die Einrichtung eines Datennetzwerks in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation sowie ein Pilotprojekt zum Aufbau des Rettungswesens beinhaltet.

Bei einem persönlichen Besuch im Mai in Österreich will der Gesundheitsminister Sri Lankas um politische Unterstützung für den Ärzteaustausch werben und um weitere Hilfsmittel ansuchen, unter anderem für den Bau eines zusätzlichen Operationssaals im Embilipitiya.

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