- 17.02.2006, 09:59:25
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Tsunami-Hilfe: Österreichische Ärztekammer unterstützt Gesundheitswesen in Sri Lanka
Medizinische Austauschprogramme und Hilfe bei Mutter-Kind-Fürsorge - Grundstein für medizinisches Kompetenzzentrum gelegt
Wien (OTS) - Im vom Tsunami vor über einem Jahr verwüsteten
Südosten Sri Lankas ist jetzt ein umfangreiches medizinisches
Austauschprogramm mit dem Internationalen Büro der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK) angelaufen. Ab Mitte des Jahres werden
österreichische Ärzte im bis dahin neu aufgebauten Krankenhaus
Embilipitiya im Südosten des Landes für jeweils zwei bis drei Monate
arbeiten, um ihre Fachkenntnisse etwa in der Traumabehandlung
einzusetzen und tropenmedizinische Erfahrungen zu sammeln.
Gleichzeitig soll medizinisches Personal aus Sri Lanka nach
Österreich entsandt werden, um an Kursen über Krankenhausverwaltung
und Gesundheitsmanagement teilzunehmen. Ferner wird das
Internationale Büro der Österreichischen Ärztekammer ein
Ausbildungsprogramm in der Mutter-und-Kind-Gesundheitsfürsorge in den
vier, von besonders hoher Kindersterblichkeit betroffenen Provinzen
Sri Lankas mit organisieren.
Das Spital Embilipitiya liegt im südöstlichen Landesteil Sri Lankas,
der medizinisch seit jeher unterversorgt ist und durch die
Auswirkungen der Flutkatastrophe im Dezember 2004 besonders betroffen
wurde. Das Krankenhaus war bisher unzureichend ausgestattet und
während der Tsunamikatastrophe völlig überbelegt. Da viele der
Flüchtlinge aus der Küstenregion sich mittlerweile dort angesiedelt
haben, soll das Spital nun mit Hilfe und ärztlichem Know How
Österreichs zu einem medizinischen Kompetenzzentrum mit über 800
Betten und eigenem Schulungszentrum ausgebaut werden. Damit könnte es
den gesamten Südosten des Landes medizinisch versorgen. Die
Grundsteinlegung für die Erweiterung erfolgte Anfang Februar durch
den Gesundheitsminister Sri Lankas, Nimal Siripala de Silva.
Die medizinische Aktion des Internationalen Büros der ÖÄK war
Initialzündung für eine ganze Reihe weiterer Hilfsmaßnahmen, die in
Folge gestartet wurden. So hat die Weltgesundheitsorganisation WHO
Gelder für die Computerausstattung des Spitals zugesagt, und mit dem
Technischen Hilfswerk gibt es eine Vereinbarung zum Bau von
Unterkünften für Ärzte. Die österreichische Caritas führt außerdem im
Krankenhaus Emibilipitiya ein Hilfsprogramm durch, das den Bau eines
Großlabors, die Einrichtung eines Datennetzwerks in Abstimmung mit
der Weltgesundheitsorganisation sowie ein Pilotprojekt zum Aufbau des
Rettungswesens beinhaltet.
Bei einem persönlichen Besuch im Mai in Österreich will der
Gesundheitsminister Sri Lankas um politische Unterstützung für den
Ärzteaustausch werben und um weitere Hilfsmittel ansuchen, unter
anderem für den Bau eines zusätzlichen Operationssaals im
Embilipitiya.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
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