• 15.02.2006, 13:17:00
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Dem Mythos auf der Spur: Eindrucksvolle Wiener Werkstätte-Schau in Brüssel

Das Palais de Beaux-Arts, Brüssel, zeigt in Kooperation mit dem MAK Wien "LE DÉSIR DE LA BEAUTÉ. La Wiener Werkstätte et le Palais Stoclet"

Wien (OTS) - In Brüssel, wo Josef Hoffmann die wichtigste
Manifestation der Wiener Werkstätte in Form des Stadtpalais "Palais
Stoclet" geschaffen hat, wird ab 17. Februar 2006 eine Ausstellung
zur Kunst-und Handwerksbewegung gezeigt, die in eindruckvoller Weise
ein bedeutendes traditionelles Ereignis mit zeitgenössischer
Kunstauffassung und Kunstintervention verknüpft. Unter dem Titel "LE
DÉSIR DE LA BEAUTÉ. La Wiener Werkstätte et le Palais Stoclet" ("DER
PREIS DER SCHÖNHEIT. Die Wiener Werkstätte und das Palais Stoclet")
präsentiert das Palais de Beaux-Arts, Brüssel, in Kooperation mit dem
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst
einen Überblick über das 30-jährige Wirken und Schaffen der Wiener
Werkstätte (WW).

Die vom MAK kuratierte und gestaltete Schau im Palais des
Beaux-Arts knüpft an die Ausstellung "DER PREIS DER SCHÖNHEIT. Zum
100. Geburtstag der Wiener Werkstätte" an, die 2003/2004 im MAK zu
sehen war, und widmet darüberhinaus dem Palais Stoclet einen
Schwerpunkt. "LE DÉSIR DE LA BEAUTÉ. La Wiener Werkstätte et le
Palais Stoclet" ist als lebendiger Beitrag Österreichs in der Zeit
der österreichischen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union zu
sehen.

Das reiche Repertoire der Wiener Werkstätte wird mit über 1.000
Exponaten chronologisch präsentiert. Gläser und Silber, Schmuck und
Keramik, Stoffe, Möbel und Mode zeigen die enorme Bandbreite der
Produktion; sie deckte alle Bereiche des täglichen Lebens ab. Anhand
von Objektgruppen werden unterschiedliche Stilstufen vor Augen
geführt. Außergewöhnliche Stücke aus Ungarn, Tschechien,
Großbritannien, Frankreich, Belgien und den USA sind zu sehen.
Leihgaben stammen aus großen Museen, neben ausgesuchten Werken
privater Sammler von internationalem Renommee.

Das Palais Stoclet symbolisiert am deutlichsten die Utopie des
Gesamtkunstwerks, einem Kerngedanken der Wiener Werkstätte. Es
entstand im Auftrag von Adolphe Stoclet in der Avenue de Tervuren in
den Jahren 1906 bis 1911. Der von Josef Hoffmann, einem Mitbegründer
der WW, errichtete Bau bildet einen Schwerpunkt der Ausstellung.

Im Palais des Beaux-Arts werden in drei eigenen Ausstellungsräumen
zahlreiche Zeichnungen und Architekturskizzen von Josef Hoffmann für
das Palais Stoclet, zwei Werkzeichnungen von Gustav Klimt für den
Mosaikfries im Speisesaal (um 1910) aus dem MAK, Entwurfszeichnungen
des Frieses im Kinderzimmer (eine Leihgabe der Albertina),
Werkzeichnungen zu Stofftapeten, die von der Firma Backhausen
hergestellt wurden, Gouachen aus privaten Sammlungen, Schmuck aus dem
Besitz von Suzanne Stoclet, die Einreichpläne des Hauses sowie selten
gezeigte Objekte aus dem Archiv der Wiener Werkstätte gezeigt, das
sich seit 1955 im Besitz des MAK befindet. Historische, bislang
unveröffentlichte Fotos und Dokumente sowie Audio- und Videobeiträge
komplettieren die Präsentation zum Palais Stoclet.

Zu den Hauptexponaten der Ausstellung gehören außerdem neben
frühen Metallobjekten die Ausstattung des Esszimmers, das Josef
Hoffmann für Paul Wittgenstein entwarf (1906), ein Bücherschrank aus
dem Berliner Wohnsitz der Familie Stonborough (1905), eine von
Hoffmann für die Ausstellung der Wiener Werkstätte in der Galerie
Miethke entworfene Vitrine (1905) sowie Gegenstände aus dem
Sanatorium Purkersdorf. Besonders interessant sind die
außerordentlich umfangreichen Archivsammlungen, die in dieser Fülle
erstmals außerhalb Österreichs gezeigt werden.

Inhaltlich wie gestalterisch geht es Peter Noever, Direktor MAK,
darum, das Schaffen der Wiener Werkstätte aus heutiger Sicht zu
beleuchten. Leitgedanke ist die Corporate Identity der WW als frühes
Beispiel einer konsequent aufgebauten "Trademark". In diesem Sinne
gestaltete Heimo Zobernig bereits für die Wiener Schau eine
künstlerischen Intervention, die das Logo der Wiener Werkstätte, das
doppelte W, zum dreidimensionalen begehbaren Präsentations-rahmen
transformierte. Diese Intervention passt Zobernig nun der komplexen
Raumsituation des Palais des Beaux-Arts an - das doppelte W wird
gleichsam gesprengt, die Splitter in Form von Vitrinen scheinen Wände
zu durchdringen und verteilen sich in dekonstruktivistischer,
aufgefächerter Form über die Ausstellungsräume. Die Geschichte der
Wiener Werkstätte von 1903 bis 1932 wird für den Besucher zum
sinnlich erfahrbaren Ereignis.

"LE DÉSIR DE LA BEAUTÉ. La Wiener Werkstätte et le Palais Stoclet"
wird mit Unterstützung durch das Bundeskanzleramt, das
Österreichische Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten, das
Österreichische Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und
Kultur sowie das Belgische Ministerium für Auswärtige
Angelegenheiten, Außenhandel und Entwicklungskooperation und die
Region Brüssel-Hauptstadt gezeigt.

Die Ausstellung wird am 16. Februar 2006 nach einleitenden Worten
von Etienne Davignon (Präsident des Palais de Beaux-Arts) vom
Bundeskanzler der Republik Österreich Wolfgang Schüssel und dem
belgischen Premierminister Guy Verhofstadt sowie in Anwesenheit von
M. Guy Van Hengel (Minister der Regierung der Region
Brüssel-Hauptstadt) von Franz Morak (österreichischer Staatssekretär
für Kunst und Medien), Peter Noever (Direktor MAK), Paul Dujardin
(Generaldirektor des Palais des Beaux-Arts) und Anne Mommens
(Direktorin der Ausstellungsabteilung des Palais des Beaux-Arts)
eröffnet.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen: "YEARNING FOR BEAUTY.
The Wiener Werkstätte and the Stoclet House", herausgegeben von Peter
Noever, Etienne Davignon, Paul Dujardin und Anne Mommens, mit
Beiträgen von Valérie Dufour, Paul Dujardin, Anette Freytag,
Siegfried Mattl und Paulus Rainer sowie einem Essay von Eduard F.
Sekler, Gesprächen mit Heimo Zobernig und Marc Hotermans, einer
umfassenden Chronologie sowie einem Faksimile des
WW-Arbeitsprogramms, Englisch, 484 Seiten, MAK/Hatje Cantz Verlag,
Ostfildern-Ruit 2006, Euro 58,-; einem Teil der Auflage ist ein
Booklet beigelegt, das die Textbeiträge in französischer und
holländischer Übersetzung enthält.

PRESSEDATEN

Pressekonferenz: Donnerstag, 16. Februar 2006, 11.00 Uhr

Eröffnung: Donnerstag, 16. Februar 2006, 19.00 Uhr

Ausstellungsort: Palais des Beaux-Arts, Ravensteinstraat 23,
1000 Brüssel, Belgien (www.bozar.be)

Ausstellungsdauer: 17. Februar - 28. Mai 2006

Öffnungszeiten: Di-So 10.00-18.00 Uhr, Do bis 21.00 Uhr

Ausstellung: Peter Noever, Heimo Zobernig

Künstlerische Intervention: Heimo Zobernig

MAK-Kuratorin: Katja Miksovsky, MAK-Kustodin Glas und Keramik

Publikation: "YEARNING FOR BEAUTY. The Wiener Werkstätte and
the Stoclet House", herausgegeben von Peter Noever,
Etienne Davignon, Paul Dujardin und Anne Mommens, mit Beiträgen von
Valérie Dufour, Paul Dujardin, Anette Freytag, Siegfried Mattl und
Paulus Rainer sowie einem Essay von Eduard F. Sekler, mit einem
Gespräch mit Heimo Zobernig und Marc Hotermans, einer umfassenden
Chronologie sowie einem Faksimile des WW-Arbeitsprogramms, Englisch,
484 Seiten, MAK/Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2006, Euro 58,-

Rückfragehinweis:

Presse MAK 
   Judith Anna Jungmann
   Sandra Ghignone
   Teresa Raninger
   Tel.: (++43-1) 711 36-233, 212, 229
   Fax:  (++43-1) 711 36-227
   mailto:[email protected]
   http://www.mak.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MAK

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