• 08.02.2006, 10:08:56
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Bayr: Kaffee wird teuerer - Kaffeebauern immer ärmer

Fair Trade Kaffe und weltweit faires Handelssystem als Alternative

Wien (SK) - Mit Unverständnis reagiert die entwicklungspolitische
Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, auf die abermals gestiegenen
Kaffeepreise: "Die Differenz zwischen dem Einkommen, das die
Kaffeebauern für den Anbau des Kaffees beziehen, und dem Preis, den
wir für Kaffee bezahlen müssen, klafft immer mehr auseinander. Der
internationale Handel mit Kaffee, so wie er momentan organisiert ist,
gereicht also den Bauern im Süden und den Konsumenten im Norden zum
Schaden." ****

Dazu einige Zahlen: Im Jahr 1990 bekamen alle Kaffee exportierenden
Länder für ihre Bohnen etwa 11 Milliarden US Dollar, während die
KonsumentInnen weltweit etwa 30 Milliarden Dollar für Kaffee
ausgaben. Im Jahr 2004 waren die weltweiten Exporteinnahmen für
Kaffee auf 5,5 Milliarden gesunken - und die VerbraucherInnen mussten
70 Milliarden Dollar dafür ausgeben. Zwischen 1980 und 1990 belief
sich der durchschnittliche Kaffeepreis laut der International Coffee
Organization auf 1,20 Dollar pro Pfund Kaffee, heute ist er auf unter
50 Cent gesunken.

Der internationale Handel mit Kaffee wird immer mehr zum Monopol
einiger weniger multinationaler Konzerne, die in großem Ausmaß auch
die Röstung, Verarbeitung und Vermarktung des Kaffees kontrollieren.
Während deren Umsätze und Nettogewinne explodieren, können viele
Kaffeebauern in den armen Ländern mit den Erlösen nicht einmal mehr
die Produktionskosten decken. "Millionen von Familien verlieren ihre
Lebensgrundlage, verarmen, können lebenswichtige Nahrungsmittel nicht
mehr kaufen und Kinder können nicht mehr in die Schule gehen.
Menschen sind gezwungen, ihre Häuser zu verkaufen, in die Stadt zu
gehen und von Gelegenheitsjobs oder Prostitution zu leben, falls sie
überleben", so Bayr.

Fair Trade Kaffee stellt eine faire Alternative zu konventionell
gepflanzten und gehandelten Kaffee dar, betonte die Abgeordnete. Das
Fair Trade Gütesiegel garantiere faire Löhne und Arbeitsbedingungen,
schließt Kinderarbeit aus und schafft soziale Infrastruktur für die
vom Kaffeeanbau abhängigen Familien wie Gesundheitseinrichtungen und
Schulen. "Darüber hinaus muss es Aufgabe der Politik sein, weltweit
faire Spielregeln für den Handel mit Kaffee und vielen anderen
tropischen Produkten herzustellen", so Bayr. "Es geht nicht an, dass
einige wenige unheimliche Gewinne einstreifen, während viele andere
von ihrer täglichen harten Arbeit nicht überleben können. Soziale,
Menschen-, Frauen- und Umweltrechte müssen mindestens genauso viel
Gewicht im globalisierten Handel haben wie Wirtschaftsinteressen", so
die entwicklungspolitische Sprecherin abschließend. (Schluss) wf/mm

Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

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