• 06.02.2006, 11:20:08
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ARBÖ: Noch immer viel zu wenige Neufahrzeuge mit Partikelfilter zum Kauf angeboten

65 Prozent der Modelle "ohne" - Nachrüstung würde 2,2 Millionen Fahrzeuge betreffen

Wien (OTS) - Nicht mehr als 35 Prozent aller zum Kauf angebotenen
neuen Modelle von Diesel-Pkw sind mit einem Partikelfilter
ausgestattet. "Das sind zwar mehr als im Vorjahr, aber immer noch
viel zu wenig", kritisiert ARBÖ-Präsident Dr. Peter Rezar.

In Zahlen ausgedrückt: Derzeit werden laut Eurotaxglass's 3335
neue Diesel-Pkw-Modelle in Österreich angeboten. Davon sind lediglich
1174 Modelle mit einem Diesel-Partikelfilter ausgestattet, also 35
Prozent. Österreichs Autohandel ist von ausländischen Produzenten
abhängig, die sich an die geltenden EU-Vorschriften halten und
derzeit nur Neufahrzeuge mit der Euro-4-Norm anbieten..

Der ARBÖ tritt mit Nachdruck dafür ein, die Abgaswerte auf EU
Ebene zu verschärfen und die entsprechende Euro-5-Norm schon 2008
einzuführen und nicht erst - wie derzeit geplant - im Jahr 2010.
Österreich soll die Zeit der EU-Präsidentschaft dazu nützen und die
nötigen Beschlüsse auf EU-Ebene vorantreiben. Würde die verkürzte
Übergangsfrist heuer beschossen, hätte die Autoindustrie noch
genügend Zeit, sich darauf einzustellen. "Eine vorgezogene strengere
EU-Norm bringt mehr als unrealistische Forderungen nach nationalen
Gesetzen zum verpflichtenden Einbau von Partikelfilter für
Neufahrzeuge", betont der ARBÖ-Präsident.

Zurück zur Situation auf dem heimischen Neuwagenmarkt. Weil
einfach zuwenig Modelle mit Partikelfilter angeboten wurden, konnten
auch im abgelaufenen Jahr nur wenig Dieselfahrzeuge mit
Partikelfilter von den Autokäufern erstanden werden. Die Fakten: Seit
Einführung des Bonus-Malus-System für große Diesel-Neuwagen im Juli
2005 wurden bis Dezember 2005 laut Eurotax glass's rund 1 4.000
Neufahrzeuge mit Dieselpartikelfilter gekauft. "Das entspricht 10
Prozent aller in diesem Zeitraum neu zugelassenen 136.704
Diesel-Pkw", rechnet der ARBÖ vor.

(Auf die häufig kolportierten 35 Prozent kommt man nur, wenn man
als Basis nicht die gesamten Neuzulassungen an Dieselfahrzeuge in
diesem Halbjahr hernimmt, sondern nur die 40.000 neu zugelassenen
"großvolumigen" Diesel-Pkw). Alle optimistischen Prognosen, die
bereits im Vorjahr von Marktanteilen bis zu 33 Prozent ausgegangen
waren, haben sich als reine Beruhigungsaussagen herausgestellt. Dr.
Rezar: "Die Autokäufer erhalten einfach nicht das gewünschte Produkt
mit Partikelfilter."

Von einer etwaigen Nachrüstungspflicht wären in Österreich 2,2
Millionen Pkw ( 2,2 Bestand im Jahr 2004 plus zirka 186.000
Neuzulassungen ohne Partikelfilter im abgelaufenen Jahr) betroffen,
zeigt der ARBÖ die Dimensionen auf. Soviel Nachrüstfilter wären gar
nicht verfügbar. Durch die Nachrüstung eines Dieselfahrzeugs mit
einem Partikelfilter kann immer nur ein Bruchteil der
Feinstaubpartikel reduziert werden, 30 bis 40 Prozent. Dem stehen
beträchtliche Kosten gegenüber.

Nicht alle Pkw sind für den nachträglichen Einbau eines
Partikelfilters geeignet bzw. haben dafür einfach keinen Platz..
Ungelöst ist bei manchen Nachrüstlösungen, wie ein einmal voll
gefüllter Partikelfilter möglichst umweltschonend gereinigt werden
kann, denn anders als bei den von vornherein im Motormanagement
eingebauten Partikelfilter gibt es keine automatische innermotorische
Bereinigung. Würden die gesammelten Partikel wieder in die Luft
geblasen, würde das im Endeffekt keine Umweltverbesserung bringen.

Rückfragehinweis:
ARBÖ Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Lydia Ninz
Tel.: (++43-1) 89121-280
mailto:[email protected]
http://www.arboe.at

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